Rechtsprechung

Übermäßiger Alkoholkonsum auf Dienstreise kann Job kosten

Wer anlässlich einer Dienstreise durch ständigen Alkoholkonsum und entsprechende Ausfallserscheinungen auffällt, muss mit einer fristlosen Kündigung des Arbeitsverhältnisses rechnen.

Die 47 Jahre alte und seit 1991 beschäftigte Arbeitnehmerin wurde von ihrem Arbeitgeber, einem Reisebüro, auf mehrtätige Informationsreisen von Reiseveranstaltern gesandt. Nach Feststellung des Gerichts hatte sie auf einer dieser Reisen auch tagsüber massiv Alkohol zu sich genommen und bereits bei Abflug eine Fahne. Dies fiel sowohl den Teilnehmern anderer Reisebüros als auch den Veranstaltern vor Ort negativ auf.

Ihr Alkoholkonsum überstieg dabei das Ausmaß erheblich, das als üblich zu bezeichnen ist. Die Arbeitnehmerin konnte ihren arbeitsvertraglichen Pflichten während der Reise teilweise nicht nachkommen. Der Arbeitgeber kündigte daraufhin das Arbeitsverhältnis fristlos.

Die gegen die Kündigung gerichtete Klage wurde in beiden Instanzen abgewiesen. Die Gerichte legten bei ihren Entscheidungen jeweils zu Grunde, dass die Klägerin nicht alkoholkrank ist.

Eine derartig schwere Arbeitsvertragsverletzung wie im vorliegenden Fall stellt einen wichtigen Grund für eine fristlose Kündigung dar.

Die Gesamtschau aller Aspekte des Einzelfalls rechtfertigt - trotz fehlender vorheriger Abmahnung - eine fristlose Kündigung. Im Vordergrund steht dabei der massive Imageschaden des Arbeitgebers gegenüber Mitbewerbern und Reiseveranstaltern.

Quelle:

LAG Schleswig-Holstein, vom 03.05.2007
Aktenzeichen: 4 Sa 529/06
PM des LAG Schleswig-Holstein Nr. 05/07 v. 15.08.2007

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