Rechtsprechung

Betriebsrentenanpassung nach einer Fusion

Die Verschmelzung von Gesellschaften verändert weder den maßgeblichen Beurteilungszeitpunkt noch die Kriterien für die Anpassung der laufenden Betriebsrenten an die Kaufkraftentwicklung.

Der Kläger erhält seit Januar 1984 Betriebsrente. Wegen der schlechten wirtschaftlichen Lage seiner früheren Arbeitgeberin wurde seine Betriebsrente nur zum 01.01.1988 und zum 01.01.1991 erhöht.

Am 03.07.2001 schloss die frühere Arbeitgeberin einen Verschmelzungsvertrag mit einer ertragsstarken Gesellschaft. Die Verschmelzung wurde am 15.05.2002 in das Handelsregister eingetragen und damit wirksam.

Das BAG hat entschieden, dass die Verschmelzung von Gesellschaften weder den maßgeblichen Beurteilungszeitpunkt (Anpassungsstichtag) noch die Kriterien für die Anpassung der laufenden Betriebsrenten verändert.

Der Arbeitgeber darf eine Anpassung der Betriebsrente an die Kaufkraftentwicklung bei schlechter wirtschaftlicher Lage ablehnen. Wenn die Fusion zu einer Verbesserung der wirtschaftlichen Verhältnisse des Anpassungsschuldners führt, wirkt sich dies zugunsten der Betriebsrentner aus.

Der für die Beurteilung der wirtschaftlichen Lage maßgebliche Stichtag war im vorliegenden Fall der 01.01.2002.

Ob zu diesem Zeitpunkt ernsthafte Eintragungsrisiken bestanden und deshalb eine Konsolidierung der wirtschaftlichen Lage der Anpassungsschuldnerin nicht hinreichend wahrscheinlich war, hat das LAG noch aufzuklären.

Deshalb hat Senat das Urteil des LAG aufgehoben und die Sache zurückverwiesen.

Quelle:

BAG, Urteil vom 31.07.2007
Aktenzeichen: 3 AZR 810/05
PM des BAG Nr. 59/07 v. 31.07.2007

© arbeitsrecht.de - (Redaktion arbeitsrecht.de)

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