Rechtsprechung
ALG II: Ablehnung von 1,38 Euro keine Notlage
Eine dringliche Notlage liegt nicht vor, wenn der Unterschiedsbetrag zwischen der bewilligten und der beanspruchten Leistung nur geringfügig ist.
Mit dieser Begründung lehnte das Hessische LSG den Eilantrag eines Mannes ab, der einen Betrag in Höhe von 1,38 Euro begehrte. Der Antragsteller hatte Kosten für Unterkunft und Heizung in Höhe von 278,38 Euro geltend gemacht, bewilligt wurden ihm 277,00 Euro.
In der jetzt veröffentlichten Entscheidung wiesen die Darmstädter Richter darauf hin, dass eine Notlage, die eine sofortige Entscheidung erfordert, nur vorliegt, wenn erhebliche wirtschaftliche Nachteile drohen oder die Existenz gefährdet ist. Bei dem geltend gemachten geringfügigen Differenzbetrag ist es dem Antragsteller zumutbar, die Entscheidung in einem normalen Verfahren abzuwarten.
Ähnliche Artikel aus Rechtsprechung
ALG II: Kein höherer Zuschlag für arbeitsloses Ehepaar
02.11.2007 | ALG II-Empfänger, die in einer Bedarfsgemeinschaft zusammenleben und zuvor beide arbeitslos waren, können nicht mit einem erhöhten Zuschuss rechnen, da bei der Berechnung keine Addition der zuvor bezogenen Arbeitslosengeld-Beträge stattfindet. [mehr]
Hartz IVNicht immer Geld vom Jobcenter für Nebenkostennachzahlung
05.04.2012 | Wer in der Vergangenheit Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II (SGB II - "Hartz 4") bezogen hat, kann sich nicht darauf verlassen, dass das Jobcenter auch eine Nebenkostennachzahlung übernimmt. [mehr]
ALG II: Termine müssen trotz kaputter Hose wahrgenommen werden
05.07.2007 | Arbeitslose müssen Einladungen der Arbeitsagentur zu einem Gespräch über ihre berufliche Situation auch dann folgen, wenn sie dafür in beschädigter Kleidung ihre Wohnung verlassen müssen. [mehr]
Hartz-IV-Regelsatz verstößt nicht gegen die Verfassung
27.07.2011 | Das Landessozialgericht Baden-Württemberg hat am 10. Juni 2011 entschieden, dass die seit 1. Januar 2011 geltende Neuregelung des Hartz-IV Regelsatzes für alleinstehende erwerbsfähige Leistungsberechtigte verfassungskonform ist. [mehr]
Zumutbarkeit eines Ein-Euro-Jobs
18.12.2008 | Ein-Euro-Jobs können als Eingliederungsmaßnahmen auch 30 Wochenstunden in Anspruch nehmen. Art, Dauer und vorgesehene Aufwandsentschädigung müssen dem Leistungsempfänger dabei deutlich gemacht werden. [mehr]
Ähnliche Artikel aus den anderen Rubriken:
Gesetzgebung
Gesetzentwurf zur Hartz-IV-Reform
28.10.2010 | Bildungsgutscheine und fünf Euro mehr im Monat - die Fraktionen von CDU/CSU und FDP haben jetzt den Gesetzentwurf für die Hartz-IV-Reform vorgelegt. [mehr]
Bundesrat stimmt Bildungspaket und höheren Regelbedarfen zu
01.08.2011 | Der Bundesrat hat in einer Sondersitzung der Neuregelung der Regelbedarfe im SGB II und der Einführung des Bildungs- und Teilhabepakets zugestimmt. Die Neuregelungen werden erst nach der Verkündung des Gesetzes wirksam. [mehr]
Arbeit & Politik
Startschuss für Bürgerarbeit
16.07.2010 | Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen hat der Langzeitarbeitslosigkeit den Kampf angesagt. Bürgerarbeit soll längerfristig 34.000 Hartz-IV-Empfängern den Weg zurück in eine dauerhafte Beschäftigung bereiten. [mehr]
Kein Mindestlohn für Bürgerarbeit?
11.08.2010 | Die Bundesregierung geht davon aus, dass Langzeitarbeitslose, die künftig im Rahmen von "Bürgerarbeit" vermittelt werden, den einschlägigen Tariflohn erhalten. "Die Linke" kritisiert das Modellprojekt. [mehr]
Newsletter
Das neue Leistungsrecht ab 01.01.2004 (04/2004)
11.02.2004 | Der 01.01.2004 wird für viele Bundesbürger bereits jetzt schon als ein denkwürdiges Datum in die politische Geschichte eingehen. Viele Gesetzesänderungen gelten seit diesem Jahr und nicht wenige (potenziell) Betroffene ahnen wohl noch nichts davon, welche Auswirkungen dies auch auf ihr Leben haben könnte. [mehr]
Weitere Änderungen bei Hartz IV-Reform (15/2006)
19.07.2006 | Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt hat in den letzten Monaten immer mehr die reformerischen Schwächen des "Vierten Gesetzes für moderne Dienstleistung" (Hartz IV) zu Tage gefördert und die politisch Verantwortlichen zu weiteren Nachbesserungen gezwungen. [mehr]
Aus den Zeitschriften
AiB Plus: Leiharbeit als Dumpingwerkzeug
12.11.2010 | Seit 1972 ist Leiharbeit erlaubt – lange Zeit allerdings nur innerhalb bestimmter Grenzen. Durch die Hartz-Gesetzgebung fielen viele Schranken zum Schutz der Beschäftigten. Seitdem nehmen die unsicheren und oft schlechter als regulär bezahlten Arbeitsplätze zu. [mehr]