Rechtsprechung

Sozialauswahl auch bei Versetzungsklausel auf Betrieb beschränkt

Die soziale Auswahl bei einer betriebsbedingten Kündigung ist auch dann auf den Betrieb beschränkt, in dem der zu kündigende Arbeitnehmer beschäftigt ist, wenn der Arbeitgeber zu einer Versetzung des Arbeitnehmers in andere Betriebe des Unternehmens berechtigt sein sollte.

Der Kläger war seit 1973 bei der Insolvenzschuldnerin beschäftigt. Diese betrieb an verschiedenen Standorten in Deutschland Kaufhäuser. Der Insolvenzschuldnerin war arbeitsvertraglich das Recht eingeräumt, dem Kläger eine andere Tätigkeit im gleichen oder in einem anderen Haus zuzuweisen und ihn an einen anderen Dienstort zu versetzen. Zuletzt war der Kläger stationärer Storemanager/Geschäftsleiter der Filiale in L.

Am 1. Juli 2004 wurde über das Vermögen der Schuldnerin das Insolvenzverfahren eröffnet und die Beklagte wurde zur Insolvenzverwalterin bestellt. Nach einem Interessenausgleich sollte u.a. die Filiale in L. zum 31.07.2004 stillgelegt, andere Filialen sollten zunächst noch weiter betrieben werden. Mit Schreiben vom 19.07.2004 kündigte die Beklagte das Arbeitsverhältnis mit dem Kläger zum 31.10.2004.

Der Kläger hat mit seiner Kündigungsschutzklage die Notwendigkeit einer betriebsübergreifenden Sozialauswahl geltend gemacht.

Die Klage blieb in der Revisionsinstanz erfolglos.

Die soziale Auswahl bei einer betriebsbedingten Kündigung ist auf den Betrieb beschränkt, in dem der zu kündigende Arbeitnehmer beschäftigt ist. Nach ihrer Tätigkeit vergleichbare Arbeitnehmer in anderen Betrieben des Unternehmens sind auch dann nicht in die Auswahl einzubeziehen, wenn der Arbeitgeber gemäß dem Arbeitsvertrag zu einer Versetzung des Arbeitnehmers in andere Betriebe berechtigt sein sollte.

Quelle:

BAG, Urteil vom 15.12.2005
Aktenzeichen: 6 AZR 199/05
PM des BAG Nr. 79/05 v. 15.12.2005

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