Rechtsprechung

Krankenkasse ist nicht an Krankschreibung durch den Hausarzt gebunden

Wer von seinem Hausarzt krankgeschrieben wird, kann daraus nicht automatisch einen Anspruch auf Krankengeld ableiten.

Im verhandelten Fall wies das BSG die Klage einer Krankenpflegerin auf die Zahlung von Krankengeld ab.
Die an einer Depression leidenden Frau war nach fünfwöchiger Krankheit vom Medizinischen Dienst der Krankenkasse untersucht und für die Zukunft wieder arbeitsfähig erklärt worden. Nur einen Tag später erklärte der Hausarzt die Frau indes für weiterhin arbeitsunfähig. Dabei versäumte er es, der Einschätzung des Medizinischen Dienstes formell zu widersprechen. Dieser Fehler ging zulasten der Patientin.

Ein Versicherter darf sich nicht auf die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung seines Arztes verlassen, wenn ihn der Medizinische Dienst der Krankenkasse kurz zuvor für gesund erklärt hat, so das BSG.
Die Krankenkasse ist generell nicht an die Krankschreibung durch den Hausarzt gebunden, sondern kann in Zweifelsfällen ein Gutachten des Medizinischen Dienstes einholen. Meinungsunterschiede müssen über ein dafür vorgesehenes Formalverfahren geklärt werden.

Quelle:

BSG, Urteil vom 08.11.2005
Aktenzeichen: B 1 KR 18/04 R
dpa v. 09.11.2005

© arbeitsrecht.de - (Redaktion arbeitsrecht.de)

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