Rechtsprechung

Tarifzuständigkeit der IG Metall für Betriebe von IBM

Die Gewerkschaft IG Metall ist für Betriebe von IBM tarifzuständig, da sie aufgrund ihrer Vereins- und Tarifautonomie grundsätzlich befugt ist, ihren Organisations- und Zuständigkeitsbereich eigenständig festzulegen und zu verändern.

Das BAG hat  - anders als das LAG - die Anträge mehrerer IBM-Unternehmen abgewiesen, die für ihre Betriebe das Fehlen der Tarifzuständigkeit der IG Metall festgestellt wissen wollten.

Dem Rechtsstreit vorausgegangen war ein Verfahren vor dem DGB-Schiedsgericht, in dem die IG Metall und die Gewerkschaft ver.di eine in der Folgezeit allerdings nicht praktizierte Tarifgemeinschaft für die Betriebe und Unternehmen der IBM vereinbart hatten.

Die Industriegewerkschaft Metall ist zuständig für den Abschluss von Tarifverträgen für die Beschäftigten in Betrieben der IBM-Unternehmen in Deutschland, die sich mit Dienstleistungen im Bereich der Informationstechnik befassen. Nach ihrer Satzung besitzt die IG Metall spätestens seit 1995 die Organisations- und Tarifzuständigkeit auch für diesen Bereich. Die damalige Satzungsergänzung war wirksam. Gewerkschaften sind aufgrund ihrer Vereins- und Tarifautonomie grundsätzlich befugt, ihren Organisations- und Zuständigkeitsbereich eigenständig festzulegen und zu verändern.

Allerdings hat sich die IG Metall in ihrer Satzung verpflichtet, auch die Satzung des DGB zu befolgen. Danach konnte sie ihren Organisationsbereich nur in Übereinstimmung mit davon betroffenen Gewerkschaften und nach Zustimmung des DGB-Bundesausschusses ändern. Hieran fehlte es. Gleichwohl führte der Verstoß gegen die DGB-Satzung im Außenverhältnis zu möglichen Tarifpartnern nicht zur Unwirksamkeit der Satzungsergänzung. Diese Rechtsfolge sah jedenfalls die damals geltende DGB-Satzung nicht vor.

Quelle:

BAG, Beschluss vom 27.09.2005
Aktenzeichen: 1 ABR 41/04
PM des BAG Nr. 59/05 v. 27.09.2005

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