Rechtsprechung

Arbeitgeber muss bei unberechtigter Kündigung den Lohn nachzahlen

Ein Arbeitgeber muss bei einer unberechtigten Kündigung dem Mitarbeiter grundsätzlich den vollen Lohn nachzahlen. Dies gilt insbesondere, wenn der Arbeitgeber dem Mitarbeiter verboten hat, weiter für ihn tätig zu sein; der Mitarbeiter hat dann das Recht zu Hause zu bleiben und dennoch den Lohn einzufordern.

Das LAG Rheinland-Pfalz gab mit seinem Urteil der Zahlungsklage eines Busfahrers gegen seinen Arbeitgeber statt. Der Kläger hatte insgesamt zwölf Monatsgehälter abzüglich des in dieser Zeit erhaltenen Arbeitslosengeldes verlangt. Der Arbeitgeber hatte dem Kläger gekündigt; das Arbeitsgericht hob später jedoch die Kündigung als nicht berechtigt auf. Obwohl der Kläger arbeitswillig war, legte der Unternehmer auf seine weitere Mitarbeit keinen Wert.

Vor diesem Hintergrund sah das LAG den Arbeitgeber rechtlich im so genannten Annahmeverzug. In diesem Fall schuldet er auch ohne Leistung des Mitarbeiters grundsätzlich den vollen Arbeitslohn.

Quelle:

LAG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 04.05.2005
Aktenzeichen: 9 Sa 1026/04
dpa v. 16.09.2005

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