Rechtsprechung

Eigenmächtig Urlaub genommen - auch nach 20 Jahren Kündigungsgrund

Auch nach jahrzehntelanger Betriebszugehörigkeit riskiert ein Beschäftigter die Kündigung, wenn er eigenmächtig Urlaub nimmt.

Das geht aus einem am Montag bekannt gewordenen Urteil des hessischen Landesarbeitsgerichts in Frankfurt hervor. Die Richter wiesen die Klage eines kaufmännischen Angestellten gegen ein Metallbauunternehmen zurück und erklärten die ordentliche Kündigung des Arbeitnehmers für zulässig.

Der Arbeitnehmer hatte kurz vor Weihnachten drei Urlaubstage beantragt, sie aber nicht genehmigt bekommen. Die Firma begründete dies mit der bevorstehenden Inventur, die bis zum Jahresschluss erledigt werden müsse. Dennoch blieb der Angestellte an den drei Tagen zu Hause. Vor Gericht griff er die Kündigung insbesondere mit dem Hinweis auf seine 21 Jahre lange Betriebszugehörigkeit an.

Laut Urteil hätte dem Arbeitnehmer aber klar sein müssen, dass er ohne Erlaubnis der Vorgesetzten keinen Urlaub antreten darf und er darüber hinaus in der fraglichen Zeit im Betrieb gebraucht wurde. Die Abwägung der gegenseitigen Interessen muss ungeachtet der langen Betriebszugehörigkeit zu Lasten des Mitarbeiters ausgehen, weil er trotz einer betrieblichen Notlage der Firma dem Arbeitsplatz beharrlich ferngeblieben ist, heißt es in der Entscheidung.

Quelle:

ArbG Frankfurt/M., Urteil vom 09.02.2005
Aktenzeichen: 6 Sa 380/04
dpa v. 12.09.2005

© arbeitsrecht.de - (Redaktion arbeitsrecht.de)

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