Rechtsprechung

Kündigung wegen häufiger Kurzerkrankungen erst nach zwei Jahren

Die Kündigung eines Arbeitnehmers wegen häufiger Kurzerkrankungen darf grundsätzlich erst nach zwei Jahren ausgesprochen werden; außerdem muss die Fehlzeit in jedem Jahr mindestens sechs Wochen betragen.

Das geht aus einem am Montag bekannt gewordenen Urteil des Arbeitsgerichts Frankfurt hervor. Die Richter gaben damit der Klage eines Gepäckabfertigers gegen den Frankfurter Flughafen-Betreiber Fraport statt und erklärten dessen Kündigung für gegenstandslos.

Der Arbeitnehmer hatte über einen längeren Zeitraum ununterbrochen gefehlt und das mit mehreren, aufeinander folgenden Kurzerkrankungen erklärt. Nach rund einem Jahr kündigte ihm das Unternehmen wegen einer "negativen Zukunftsprognose". Vor Gericht stellte sich jedoch heraus, dass ein Teil der Fehlzeiten auch auf Arbeitsunfälle zurückging. Diese dürfen dem Urteil zufolge bei der Berechnung von Fehlquoten aber nicht berücksichtigt werden. Darüber hinaus muss die gesundheitliche Entwicklung eines Arbeitnehmers über mindestens zwei Jahre beobachtet werden, bevor die Firma von einer negativen Prognose ausgehen kann.

Quelle:

ArbG Frankfurt/M., Urteil vom 04.05.2005
Aktenzeichen: 22 Ca 10447/04
dpa v. 09.05.2005

© arbeitsrecht.de - (Redaktion arbeitsrecht.de)

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