Rechtsprechung

Keine Lohnfortzahlung bei fahrlässig verursachter Krankheit

Krankgeschriebene Arbeitnehmer können den Anspruch auf eine Lohnfortzahlung verlieren, wenn sie die Krankheit grob fahrlässig selbst verursacht haben.

Das geht aus einem am Mittwoch bekannt gewordenen Grundsatzurteil des Hessischen LAG in Frankfurt hervor. Die Richter wiesen die Klage eines Lageristen gegen ein Nahrungsmittelunternehmen zurück.

Beim Versuch, ohne Leiter eine Packung Tiefkühlgemüse aus einem hohen Regal zu nehmen, war der Mann gestürzt und hatte sich einen Bänderriss am Fuß zugezogen. Vier Wochen war er daraufhin krankgeschrieben. Die Lohnfortzahlung in Höhe von rund 1800 Euro verweigerte die Firma.

Laut Urteil hätte der erfahrene Lagerarbeiter wissen müssen, dass er beim Besteigen des hohen Regals den Halt verlieren und abrutschen könnte. Dass er dennoch nicht die Leiter benutzt habe, sei als "gröblicher Verstoß gegen das von einem verständigen Menschen erwartete Verhalten" zu werten. Wegen "grober Fahrlässigkeit" sei ein Lohnanspruch deshalb entfallen.

Quelle:

Hess. LAG , Urteil vom 24.11.2004
Aktenzeichen: 6 Sa 437/04
dpa v. 23.03.2005

© arbeitsrecht.de - (Redaktion arbeitsrecht.de)

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