Rechtsprechung

Private Streitigkeiten nicht gleich Mobbing

Private Streitigkeiten zwischen Arbeitskollegen führen nicht ohne weiteres zu einem Anspruch auf Schmerzensgeld wegen Mobbings.

Die klagende Verkäuferin hatte von ihrem Arbeitgeber Schmerzensgeld in Höhe von 5.000 Euro verlangt, weil sie nach ihrer Ansicht von einer Filialleiterin schikaniert werde. Konkret konnte die Klägerin aber nur einen Fall schildern, wonach die Filialleiterin bei einer Kollegin über sie gelästert habe.
Die Schmerzensgeldklage der Arbeitnehmerin blieb vor dem LAG erfolglos.

Das Gericht begründete seine Entscheidung damit, dass solche Streitigkeiten dem Arbeitgeber haftungsrechtlich nicht zuzurechnen sind. Mobbing setzt vielmehr ein systematisches Anfeinden, Schikanieren und Diskriminieren voraus. Das Vorbringen der Klägerin genügte hierzu den Richtern nicht.

Insbesondere bei kurzfristigen Konfliktsituationen mit Kollegen oder Vorgesetzten fehlt es am systematischen Vorgehen. Zwischenmenschliche Auseinandersetzungen oder Meinungsverschiedenheiten stellen gewöhnlich jedoch keine derart gravierende Verletzung des Persönlichkeitsrechts dar, dass ein Schmerzensgeld gerechtfertigt ist, stellt das LAG in seinem am Freitag (18.03.2005) veröffentlichten Urteil klar.

Quelle:

LAG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 26.01.2005
Aktenzeichen: 9 Sa 597/04
dpa v. 18.03.2005

© arbeitsrecht.de - (Redaktion arbeitsrecht.de)

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