Rechtsprechung

Stechuhr-Manipulation auch ohne konkreten Schaden Kündigungsgrund

Eine Manipulation an einer Stechuhr ist auch ohne konkreten Schaden ein ausreichender Grund zur fristlosen Kündigung eines Arbeitnehmers.

Die Richter wiesen damit die Klage eines Sachbearbeiters gegen ein Börsenunternehmen zurück.
Recherchen der Firma hatten ergeben, dass der Mitarbeiter Arbeitszeiten in das Gerät eingegeben hatte, die nicht mit seinen tatsächlichen Zeiten übereinstimmten. Zu seiner Rechtfertigung erklärte der Mann, er habe das schon "seit längerem" so gemacht, weil er nicht nach Stunden, sondern nach Arbeitsergebnissen bezahlt werde. Ein Schaden sei deshalb gar nicht entstanden.

Nach dem Urteil müssen sich Firmen derartige Unkorrektheiten "nicht einen Tag länger" gefallen lassen. Nachdem der Arbeitnehmer freimütig bekannt habe, die Arbeitszeiten schon längere Zeit manipuliert zu haben, ist auch keine besondere Abmahnung mehr erforderlich gewesen. Manipulationen an Arbeitszeiterfassungsgeräten erfüllen den Straftatbestand der Urkundenfälschung und des Betruges, erklärte der Vorsitzende Richter. Im Arbeitsvertrag sind genaue Arbeitszeiten vorgegeben, die auch einzuhalten sind.

Quelle:

ArbG Frankfurt/M., Urteil vom 24.02.2005
Aktenzeichen: 18/2 Ca 4896/03
dpa v. 24.02.2005

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