Rechtsprechung

Mehrfach Überstunden verweigert: Fristlose Kündigung rechtens

Verweigert ein Arbeitnehmer mehrfach die ihm angetragenen Überstunden, riskiert er die fristlose Kündigung.

Das Arbeitsgericht Frankfurt wies damit die Klage eines technischen Angestellten gegen eine Wohnungsbaugesellschaft zurück.

Der mit der Betreuung eines Bauprojektes beauftragte Arbeitnehmer war von seinem Vorgesetzten aufgefordert worden, außerhalb seiner regulären Arbeitszeit aus dem Gebäude eines anderen Unternehmens umfangreiches Plan- und Aktenmaterial zu holen. Unter Hinweis auf seine Schwerbehinderung und die Arbeitszeiten lehnte der Mann dies ab und ließ sich auch von einer Abmahnung mit Kündigungsandrohung nicht beeindrucken. Das Unternehmen kündigte daraufhin fristlos.

Laut Urteil hätte der Mann die ihm aufgetragene Tätigkeit wenigstens beginnen müssen. Hätte er die Akten infolge seiner Gehbehinderung nicht tragen können, wäre immer noch eine Arbeitsverweigerung möglich gewesen, argumentierte das Gericht.
Überstunden dürfen generell nur dann abgelehnt werden, wenn der Arbeitsvertrag diese Möglichkeit ausdrücklich vorsieht. Ansonsten ist eine fristlose Kündigung wegen "beharrlicher Arbeitsverweigerung" nach entsprechender Abmahnung auch bei langjährigen, auf Grund ihrer Schwerbehinderung besonders schützenswerten Arbeitnehmern zulässig.

Quelle:

ArbG Frankfurt/M., Urteil vom 23.02.2005
Aktenzeichen: 10 Ca 9795/04
dpa v. 23.02.2005

© arbeitsrecht.de - (Redaktion arbeitsrecht.de)

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