Rechtsprechung

Fristlose Kündigung wegen eigenmächtiger Entnahme von "Abschlagszahlungen"

Ohne Erlaubnis der Vorgesetzten aus der Firmenkasse entnommene "Abschlagszahlungen" rechtfertigen stets die fristlose Kündigung des Arbeitnehmers. Das gilt nach einer Entscheidung des Arbeitsgerichts Frankfurt/M. selbst dann, wenn diese Praxis erst längere Zeit im Betrieb geduldet wurde.

Das Gericht wies mit dieser Begründung die Klage eines Taxifahrers gegen ein Transportunternehmen ab und erklärte dessen fristlose Kündigung für rechtmäßig.

Die Vorgesetzten hatten es über einen längeren Zeitraum geduldet, wenn sich der Fahrer nach dem Dienst einen Teil der Tageseinnahmen als "Lohnabschlag" gegen Quittung aus der Kasse genommen hatte. Später verboten sie jedoch diese Praxis und hielten sich an die arbeitsvertragliche Vereinbarung, wonach der gesamte Lohn erst am Ende des Monats gezahlt wurde. Der Taxifahrer ignorierte indes diese Anweisung und nahm sich stattdessen weiterhin "Abschläge" aus der Kasse. Als auch eine Abmahnung nichts nützte, wurde ihm fristlos gekündigt. Laut Urteil müssen Vorgesetzte eine solche "Selbstbedienung" grundsätzlich nicht dulden.

Quelle:

ArbG Frankfurt/M., Urteil vom 16.02.2005
Aktenzeichen: 9 Ca 5413/04
dpa v. 17.02.2005

© arbeitsrecht.de - (Redaktion arbeitsrecht.de)

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