Rechtsprechung

Architektin arbeitete zu langsam - Kündigung rechtens

Braucht ein Mitarbeiter für seine Aufgaben mehr als doppelt so lange wie ein vergleichbarer Arbeitnehmer, riskiert er eine Kündigung, da keine "angemessene Ausschöpfung" seiner Fähigkeiten mehr gegeben ist.

Das ArbG Frankfurt wies damit die Klage einer Architekten gegen einen hessischen Landkreis zurück, der der Frau fristgerecht gekündigt hatte.

Die Architektin befasste sich in der Kreisverwaltung mit der Erstellung fachlicher Gutachten und der Überprüfung privater Bauvorhaben. Die Kündigung bezog sich auf ein Gutachten, das von derArbeitnehmerin trotz mehrerer Anmahnungen auch nach 96 Arbeitstagennicht fertig gestellt worden war. Nach Ansicht der Vorgesetzten hätten aber 40 Arbeitstage gereicht. Auch nach einer schriftlichen Arbeitsanweisung und einer Abmahnung legte die Frau das Gutachten nicht vor.

Laut Urteil kann ein Arbeitgeber bei einer derartig langen Bearbeitungsdauer arbeitsrechtliche Sanktionen ergreifen. Brauche ein Mitarbeiter für seine Aufgaben mehr als doppelt so lange wie ein vergleichbarer Arbeitnehmer, sei keine "angemessene Ausschöpfung" seiner Fähigkeiten mehr gegeben, heißt es in der Entscheidung.

Quelle:

ArbG Frankfurt/M., Urteil vom 29.11.2004
Aktenzeichen: 2 Ca 254/04
dpa v. 29.11.2004

© arbeitsrecht.de - (Redaktion arbeitsrecht.de)

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