Rechtsprechung

Arbeitnehmer darf bei ausbleibendem Lohn nicht fristlos kündigen

Ein Arbeitnehmer darf bei ausbleibendem Lohn nicht ohne weiteres fristlos kündigen, da bei arbeitsvertraglichen Pflichtverstößen zunächst eine Abmahnungspflicht gilt.

Die Richter des ArbG Frankfurt wiesen damit die Schadensersatzklage eines Juristen gegen eine Immobilienverwaltung zurück. Der Arbeitnehmer hatte wegen des angeblich von der Firma verschuldeten Arbeitsplatzverlusts zwei Monatsgehälter als Schadensersatz einklagen wollen.

Infolge wirtschaftlicher Schwierigkeiten war die Firma den ausstehenden Monatslohn vier Wochen lang schuldig geblieben. Anstatt die Zahlung bei den Vorgesetzten anzumahnen, kündigte der Arbeitnehmer fristlos.

Laut Urteil hätte er aber zumindest eine Abmahnung aussprechen müssen. Bei arbeitsvertraglichen Pflichtverstößen gelte die Abmahnungspflicht sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer. Für nicht abgemahnte Verletzungen könne daher auch kein Schadensersatz geltend gemacht werden, erklärten die Richter. 

Quelle:

ArbG Frankfurt/M., Urteil vom 25.08.2004
Aktenzeichen: 9 Ca 2241/03
dpa v. 23.08.2004

© arbeitsrecht.de - (Redaktion arbeitsrecht.de)

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