Rechtsprechung

Arbeitnehmer muss Firma nicht Art seiner Krankheit mitteilen

Ein krank geschriebener Arbeitnehmer muss seiner Firma auch dann nicht die Art der Erkrankung mitteilen, wenn der Arbeitgeber hierdurch "lediglich verlässliche Informationen über das voraussichtlich Ende der Krankheit" erhalten will.

Das Unternehmen hatte den seit mehreren Monaten krank geschriebenen Arbeitnehmer aufgefordert, die Art seiner Krankheit mitzuteilen und seinen Arzt und Therapeuten von der Schweigepflicht zu befreien. Als der Mitarbeiter nicht reagierte, wurde er abgemahnt.

Die Richter gaben der Klage des Arbeiters gegen das Automobilunternehmen statt und wiesen die Firma an, eine gegen den Mitarbeiter ausgesprochene Abmahnung zurückzunehmen.

Kranke Arbeitnehmer haben nur die Pflicht, der Firma ihre Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer unverzüglich mit einem ärztlichen Attest mitzuteilen. Darüber hinaus gehende Angaben müssen sie jedoch nicht machen. Auch das Argument des Unternehmens, man habe lediglich "verlässliche Informationen über das voraussichtlich Ende der Krankheit" erhalten wollen, begründet keinen derartigen Anspruch, so die Richter. 

Quelle:

Hess. LAG, Urteil vom 07.10.2003
Aktenzeichen: 1312 Sa 1479/02
dpa v. 31.03.04

© arbeitsrecht.de - (Redaktion arbeitsrecht.de)

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