Rechtsprechung

Wegfall von Arbeitsplatz nicht zwangsläufig Kündigungsgrund

Der Wegfall eines Arbeitsplatzes allein rechtfertigt noch keine betriebsbedingte Kündigung.

Die Klägerin, eine Diplomkauffrau, war als "Assistentin der Geschäftsführung" bei einer Immobilienbank beschäftigt. Im Rahmen einer betrieblichen Umstrukturierung war sie entlassen worden. Ihr Arbeitsplatz sei weggefallen, so die Begründung der Arbeitgeberin. In der Gerichtsverhandlung räumte die Bank jedoch ein, vor Ausspruch der Kündigung keine andere Beschäftigung für die Klägerin geprüft zu haben. Das Gericht hat deswegen der Klage stattgegeben und die Kündigung für unwirksam erklärt.

Vor Ausspruch einer wirksamen betriebsbedingten Kündigung ist es zwingend erforderlich, andere Möglichkeiten der Weiterbeschäftigung für den Arbeitnehmer zu prüfen. Vorliegend hätte die Klägerin beispielsweise als Fondsmanagerin in der Vermögensverwaltung beschäftigt werden können.

Quelle:

ArbG Frankfurt/M., Urteil vom 24.09.2003
Aktenzeichen: 7 Ca 2398/02
dpa v. 29.09.2003

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