Rechtsprechung

Kein Schadenersatz wegen verspätetem Zeugnis

Ein zu spät erteiltes Arbeitszeugnis begründet nur ausnahmsweise einen Schadenersatzanspruch des Arbeitnehmers.

Die klagende Sachbearbeiterin hatte von ihrer früheren Arbeitgeberin, einer Bank, Schadenersatz in Höhe eines Jahresgehalts verlangt, weil sie das von ihr gewünschte Arbeitszeugnis erst mehrere Monate nach ihrem Ausscheiden erhalten hatte. Sie begründete ihre Klage damit, dass sie sich ohne das Zeugnis nicht erfolgreich bei anderen Firmen habe bewerben können. Während der Gerichtsverhandlung räumte die Klägerin allerdings ein, dass sie sich überhaupt nicht beworben hatte. 

Das Gericht hat die Klage abgewiesen. Die Klägerin hätte nachweisen müssen, dass sie allein wegen des fehlenden Zeugnisses keinen neuen Arbeitsplatz gefunden hat. Dafür hätte sie entsprechende Belege der Unternehmen vorlegen müssen, die sie abgelehnt haben. 

Nach einer Entscheidung des BAG ist Voraussetzung für einen solchen Schadenersatzanspruch des Arbeitnehmers, dass die verspätete Zeugniserteilung auch ursächlich für den behaupteten Schaden geworden ist.

Quelle:

Hess. LAG , Urteil vom 25.09.2003
Aktenzeichen: 2 Sa 159/03
Eigener Beitrag / dpa v. 25.09.2003

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