Rechtsprechung

Leiharbeitnehmer muss sich nicht degradieren lassen

Ein qualifizierter Leiharbeitnehmer muss sich nicht ohne weiteres wegen "fehlender Nachfrage" degradieren lassen.

Das Zeitarbeitsunternehmen hatte den klagenden Leiharbeitnehmer mittels Änderungskündigung zum gewerblichen Arbeiter degradiert. Damit verdiente er rund 400 Euro weniger im Monat. Zur Begründung führte das beklagte Unternehmen an, die kaufmännischen Qualifikationen des Sachbearbeiters reichten nicht mehr für die gestiegenen Anforderungen der Kunden aus. Der Kläger verfüge insbesondere nicht über ausreichende Computer- und Fremdsprachenkenntnisse.

Das Gericht hat der Klage des Leiharbeitnehmers gegen die Herabsetzung stattgegeben. Das Zeitarbeitsunternehmen hätte dem Kläger zunächst eine Fortbildung anbieten müssen. Erst wenn sich herausstellt, dass der Arbeitnehmer unwillig oder fachlich überfordert ist, kann er degradiert werden.

Quelle:

ArbG Frankfurt/M., Urteil vom 20.08.2003
Aktenzeichen: 5 Ca 10235/02
dpa v. 20.08.2003

© arbeitsrecht.de - (Redaktion arbeitsrecht.de)

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