Rechtsprechung

Broker hielt sich nicht an Kundenwünsche: Fristlose Kündigung

Ein Broker, der gegen die Wünsche seiner Kunden ihr Geld in riskanten Optionen anlegte, kann ohne vorausgehende Abmahnung fristlos gekündigt werden.

Die Richter des ArbG Frankfurt wiesen damit die Klage des Arbeitnehmers gegen eine Kapitalanlagefirma zurück und sprachen dem Unternehmen auf dessen Widerklage 73 000 Euro Schadensersatz zu.

Gegen den Wunsch der Kunden hatte der Arbeitnehmer für ein Ehepaar rund 194 000 Euro in riskanten Optionen angelegt, von denen zuletzt nur noch ein Guthaben von sechs Dollar übrig blieb. Rund 70 000 Euro eines weiteren Kunden verfielen auf die gleiche Weise. Auch dieser Mann hatte ausdrücklich eine "sichere Anlage" gewünscht. Laut Urteil bedarf es bei derart schwerwiegendem Fehlverhalten keiner vorausgehenden Abmahnung. Der Broker hätte bei der Verwaltung des Geldes eine besondere Sorgfalt walten lassen müssen

Quelle:

ArbG Frankfurt/M., Urteil vom 08.04.2003
Aktenzeichen: 7 Ca 5522/01
dpa v. 08.04.2003

© arbeitsrecht.de - (Redaktion arbeitsrecht.de)

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