Rechtsprechung

Einfaches Zeugnis muss keine Leistungsbewertungen enthalten

Wer in einem Arbeitszeugnis eine Bewertung seiner Leistungen erwartet, darf nicht lediglich ein sog. einfaches Zeugnis verlangen. Der Arbeitgeber ist bei einem einfachen Zeugnis seiner Pflicht nachgekommen und der Zeugnisanspruch des Mitarbeiters mithin erloschen, wenn in dem Dokument die Art und die Dauer der Beschäftigung enthalten ist. Eine Ausnahme gilt allenfalls, wenn der Mitarbeiter noch im Nachhinein ein berechtigtes Interesse an einem qualifizierten Zeugnis darlegen kann.

Der Kläger hatte von seinem Arbeitgeber ausdrücklich ein sog. einfaches Zeugnis verlangt. Dem kam der Arbeitgeber nach, in dem er dem Kläger ein Zeugnis ausstellte, das dessen Dienstleistungen und die Dauer des Arbeitsverhältnisses aufführte; Bewertungen der Tätigkeit hingegen fehlten. Etwa zwei Monate später verlangte der Kläger ein qualifiziertes Zeugnis und erhob nach der Weigerung des Arbeitgebers, ihm ein solches auszustellen, Klage vor dem ArbG.

Das LAG wies die Klage des Arbeitnehmers - mangels Rechtsgrundlage - ab.

Der Kläger hat ausdrücklich ein einfaches Zeugnis verlangt, diesem Verlangen ist der Arbeitgeber ordnungsgemäß nachgekommen; der Zeugnisanspruch des Klägers mithin erloschen. Besondere Umstände, die ausnahmsweise zusätzlich ein qualifiziertes Zeugnis erforderten, hatte der Kläger nicht dargelegt.

Quelle:

LAG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 02.01.2003
Aktenzeichen: 10 Sa 405/02
Saarland-online.de

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