Rechtsprechung

Versetzung eines Lehrers wegen Verhältnis mit Schülerin

Intime Beziehungen zu einer Schülerin begründen ein dienstliches Bedürfnis für die Versetzung des Lehrers von der betreffenden Schule.

Zwischen dem Gymnasiallehrer und einer damals 16-jährigen Schülerin an derselben Schule hatte sich ein besonderes Vertrauensverhältnis entwickelt, das in eine intime Beziehung mündete. Der Schulaufsichtsbehörde wurde der Vorfall erst drei Jahre später bekannt. Mit der heute 19-Jährigen, die inzwischen das Abitur bestanden hat, lebt der Lehrer zusammen. Gegen die nunmehr ausgesprochene Versetzung an eine weit entfernte Schule beantragte der Lehrer vorläufigen Rechtsschutz.

Der Eilantrag des Lehrers wurde in beiden Instanzen abgelehnt.

Der Lehrer hat das Vertrauen der Eltern zur Schule und zur Lehrerschaft nachhaltig gestört. Mit dem Erziehungsauftrag sind Intimitäten zwischen einem Lehrer und einer minderjährigen Schülerin gänzlich unvereinbar. Das Ansehen der Schule und der dort beschäftigten Lehrer sind erheblich beschädigt worden. Daraus folgt ein dringendes dienstliches Bedürfnis für die ausgesprochene Versetzung.

Außerordentlich schwerwiegende persönliche Gründe, die einer Versetzung eventuell entgegenstehen könnten, sind im Übrigen nicht dargelegt worden.

Quelle:

OVG Rheinland-Pfalz, Beschluss vom 25.10.2002
Aktenzeichen: 2 B 11567/02.OVG
PM des OVG Rheinland-Pfalz Nr. 42/2002 v. 31.10.2002

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