Rechtsprechung

Keine Kündigung bei Beleidigung des Arbeitgebers

Eine Verbalbeleidigung des Arbeitgebers oder eines ihm nahe stehenden Angehörigen in einem Vier-Augen-Gespräch mit einem Arbeitskollegen rechtfertigt nicht ohne weiteres eine außerordentliche Kündigung des Arbeitnehmers.

Die Richter gaben damit der Klage einer Verkäuferin gegen eine Bäckerei statt.
Der Arbeitgeber muss insofern darlegen, welchen Inhalt die Beleidigung hatte und in welchem Zusammenhang sie gefallen ist. Der Inhalt einer unter Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts heimlich aufgenommenen Tonaufnahme ist im Kündigungsschutzprozess grundsätzlich nicht verwertbar. Die klagende Verkäuferin bezeichnete ihre Chefin im Kollegengespräch u.a. als "faules Biest". Vom Inhalt dieses Gesprächs erfuhr die Bäckerei-Inhaberin aber nur über eine mitlaufende Überwachungskamera, in die ohne Wissen der Angestellten ein Mikrofon eingebaut war.

Quelle:

Hess. LAG , Urteil vom 04.10.2001
Aktenzeichen: 2 Sa 879/01
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