Rechtsprechung

Fristlose Kündigung auch bei verbaler sexueller Belästigung

Eine fristlose Kündigung kann auch bei verbaler sexueller Belästigung einer Kollegin wirksam sein kann. Insbesondere ist dies der Fall, wenn die Belästigung auch noch gegenüber einer Auszubildenden erfolgt und beleidigenden Charakter hat.

Auch wenn der betroffene Arbeitnehmer seit vielen Jahren im Betrieb gearbeitet hat und sich bisher nichts zu Schulden kommen ließ, ist eine auf verbale sexuelle Belästigung gestützte fristlose Kündigung wirksam, so das LAG Rheinland-Pfalz. 

Der Arbeitnehmer hatte über SMS-Nachrichten Annäherungsversuche bei einer Auszubildenden unternommen. Er ließ ihr eine SMS mit eindeutig sexuellem Inhalt zukommen. Als der Arbeitgeber von dem Vorfall erfuhr, kündigte er dem Arbeitnehmer fristlos. 

Das LAG hat entschieden, dass eine Weiterbeschäftigung des Klägers auch mit Blick auf die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers gegenüber weiblichen Beschäftigten nicht zumutbar ist.

Quelle:

LAG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 07.12.2001
Aktenzeichen: 9 Sa 853/01
Berlin-online, 18.05.2002

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