Rechtsprechung

Vorübergehende Versetzung eines Mitarbeiters an anderen Arbeitsort

Auch eine nur vorübergehende örtliche Versetzung eines Arbeitnehmers ist ohne Ausspruch einer Änderungskündigung unzulässig.

Der Arbeitnehmer sollte die schweizer Niederlassung des in Deutschland ansässigen Unternehmens aufbauen. Fünf Monate nach seiner Einstellung wurde er von der Geschäftsleitung jedoch nach Frankfurt beordert. Die angespannte Personalsituation mache diese Versetzung vorübergehend erforderlich. Der Kundenberater berief sich vor Gericht jedoch mit Erfolg auf die im Arbeitsvertrag fehlende Versetzungsklausel.

Laut Urteil sind auch vorübergehende Versetzungen ohne eine solche Klausel nicht mehr vom Direktionsrecht des Arbeitgebers gedeckt. Besonders bei Versetzungen in ein anderes Land muss eine sachlich zu rechtfertigende Änderungskündigung ausgesprochen werden, sofern nicht der Arbeitsvertrag eindeutige Regelungen enthält, so das ArbG in seiner Begründung.

Quelle:

ArbG Frankfurt/M.,, Urteil vom 10.10.2001
Aktenzeichen: 9 Ca 5105/01
dpa v. 17.10.2001

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