Rechtsprechung

Mobbing als Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts

Beauftragt der Arbeitgeber einen Arbeitnehmer mit Arbeiten, die unter seinen Qulifikationen und den Tätigkeiten seiner Gehaltsgruppe liegen, um zu Fehlern zu provozieren oder ihn zu einer Eigenkündigung zu zwingen, so stellt dies eine Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts dar.

Das LAG hat damit der Klage eines Arbeitnehmers stattgegeben, in der der Kläger gegen eine ihn diskriminierende Behandlung von Seiten des Arbeitgebers vorging. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Arbeitgeber den Arbeitnehmer mit Arbeiten beauftragte, die unter seinen Qulifikationen und den Tätigkeiten seiner Gehaltsgruppe lagen. Dies geschah, um den Arbeitnehmer zu Fehlern zu provozieren, oder ihn zu einer Eigenkündigung zu zwingen. Als Folge dieser Behandlung traten bei dem Kläger gesundheitliche Probleme auf.

Das Verhalten des Arbeitgebers wurde vom Gericht als Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts des Arbeitnehmers bewertet, die der Arbeitgeber zu unterlassen hat. Hiergegen spricht auch nicht die Tatsache, dass dem Arbeitnehmer sein volles Gehalt gezahlt wurde, obwohl er mit geringer besoldeten Tätigkeiten betraut worden ist.

Gegen das Urteil wurde keine Revision zugelassen, es ist damit rechtskräftig und kann ein wichtiger Schritt für Mobbingopfer sein, um ihre Interessen gerichtlich durchzusetzen.

Quelle:

Thüringer LAG , Urteil vom 10.04.2001
Aktenzeichen: 5 Sa 403/00
Thüringer LAG-online

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