Rechtsprechung

Beginn des Kündigungsschutzes unabhängig von der Länge der Probezeit

Der Beginn des Kündigungsschutzes nach dem Kündigungsschutzgesetz richtet sich nicht nach der Länge einer vereinbarten Probezeit.

Im vorliegenden Fall hatten die Parteien eine Probezeit von drei Monaten vereinbart. Der Arbeitnehmer war der Auffassung, dass sich hierdurch auch die Wirkung des Kündigungsschutzgesetzes durch Parteiwillen schon nach drei Monaten entfaltet hätte. 

Dieser Ansicht ist das Arbeitsgericht Frankfurt/M. nicht gefolgt. Ein früherer Beginn des Kündigungsschutzes kann zwar vereinbart werden, doch muss dies durch eine ausdrückliche vertragliche Vereinbarung geschehen.

Allein die Vereinbarung einer kürzeren Probezeit als sechs Monate reicht für die Annahme, der Arbeitgeber habe damit konkludent auch einem vorzeitigen Kündigungsschutz zugestimmt, nicht aus.

Quelle:

ArbG Frankfurt/M., Urteil vom 21.03.2001
Aktenzeichen: 6 Ca 6950/00
DGB-online

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