Rechtsprechung

Urlaubsberechnung bei Arbeitszeitänderung

Wird ein Arbeitsverhältnis von Vollzeit in Teilzeit geändert, wird noch nicht gewährter Urlaub anteilig gekürzt.

Die Klägerin war bis zum 31.12.1995 in Vollzeit beschäftigt. Vertraglich festgelegt war eine Arbeitszeit von 5 Tagen. Mit Wirkung vom 01.01.1996 änderte sich das Arbeitsverhältnis in eine Teilzeitbeschäftigung mit weniger als 5 Arbeitstagen. Aus 1995 hatte die Klägerin noch einen Resturlaubsanspruch von 10 Tagen. Der Arbeitgeber gewährte der Klägerin aber nicht diese 10 Tage, sondern berechnete den Anspruch auf der Grundlage der neuen Arbeitszeit neu und gewährte nur noch 5 Urlaubstage. 

Dieses Vorgehen wurde von den Gerichten als rechtmäßig beurteilt.
Sowohl nach dem BAT als auch nach dem Bundesurlaubsgesetz (BurlG) erfolgt die Berechnung des Urlaubs nach den Wochenarbeitstagen. Hiernach bezieht sich die Anzahl der Urlaubstage regelmäßig auf fünf oder sechs Arbeitstage in der Woche. Wenn sich die Verteilung der Arbeitszeit ändert, ändert sich im gleichen Verhältnis die Anzahl der Urlaubstage. Dieses gilt auch für aus dem Vorjahr übertragenen Resturlaub.

Quelle:

BAG, Urteil vom 28.04.1998
Aktenzeichen: 9 AZR 314/97
PM des BAG Nr. 28/98 v. 28.04.1998

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