Rechtsprechung

Schadensersatz bei fristloser Eigenkündigung eines Auszubildenden

Ein Arbeitgeber hat Anspruch auf Schadensersatz gegenüber einem Auszubildenden, der seine Ausbildung ohne wichtigen Grund fristlos abbricht.

Der Entscheidung lag der Fall einer Auszubildenden zu Grunde, die in ihrer Freizeit in einem Verein Basketball spielte, den Verein wechselte und hieraufhin in den Ort ihres neuen Vereins zog. Sie kündigte das Ausbildungsverhältnis fristlos und wollte an dem neuen Ort ihre Ausbildung fortsetzen. Nach § 15 BBiG (Berufsbildungsgesetz) kann ein Ausbildungsverhältnis fristlos nur aus wichtigem Grund und fristgemäß nur bei Abbruch der Ausbildung gekündigt werden. Der Ausbilder verlangte hier Schadensersatz in Höhe der Mehrkosten für eine eingestellte Arbeitnehmerin im Vergleich zu einer Auszubildenden.

Das BAG hat der Klage des Arbeitgebers stattgegeben.

Es hat festgestellt, dass eine Schadensersatzverpflichtung in dem Fall gegeben ist, wenn der Ausbilder den ihm entstandenen Schaden konkret belegen kann. Dies ist zwar nicht in Höhe einer ausgebildeten Ersatzkraft begründet, wohl aber z.B. in Höhe derjenigen Auslagen, die für ein Schreibbüro verauslagt wurden, das dann ein Schreiben gefertigt hat, da eigentlich von der Auszubildenden hätte gefertigt werden sollen.

Quelle:

BAG, Urteil vom 17.08.2000
Aktenzeichen: 8 AZR 578/99
BAG-online

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