Rat vom Experten

Mediation

Inhalt:

  • Was ist Mediation?
  • Welche Wurzeln liegen der Mediation zu Grunde?
  • Was sind die Prinzipien der Mediation?
  • Wie ist der Ablauf eines Mediationsverfahrens?
  • Welche rechtlichen Wirkungen hat eine sogenannte Abschlussvereinbarung?
  • Für welche Konflikte und Rechtsgebiete ist die Mediation geeignet?
  • Wieviel kostet ein Mediationsverfahren?
  • Übernimmt meine Rechtsschutzversicherung die Kosten der Mediation?
  • Wie finde ich einen geeigneten Mediator?


I. Was ist Mediation?

Bei "Mediation" handelt es sich um eine professionelle Konfliktmanagement-Methode. Im Einzelnen versteht man darunter die selbstverantwortliche Regelung eines Konfliktes durch alle Beteiligten (der Medianten) mit Hilfe eines vermittelnden unabhängigen Dritten (des Mediators). [mehr]

II. Welche Wurzeln liegen der Mediation zu Grunde?

Die Wurzeln der Mediation reichen bis in die Antike zurück. Bereits Platon und Aristoteles beschäftigten sich mit dem Thema der Konfliktlösung. Aus dieser Zeit stammt auch der Begriff Mediation und bedeutet "vermittelnd" oder "neutral". [mehr]

III. Was sind die Prinzipien der Mediation?

Der Mediation liegen bestimmte Prinzipien zu Grunde, deren Einhaltung für den Erfolg der Mediation grundlegende und wesentliche Bedeutung haben. Bei der Mediation handelt es sich um ein freiwilliges Verfahren (Freiwilligkeit). Der Mediator ist unparteiisch und fühlt sich den Interessen aller Konfliktparteien gleichermaßen verpflichtet (Allparteilichkeit). Die Parteien erarbeiten entsprechend ihrer Interessen gemeinsam tragfähige Lösungen (Eigenverantwortlichkeit). Der Verfahrensinhalt kann je nach Bedarf erweitert werden (Flexibilität). Die Konfliktparteien sollten ergebnisoffen in das Verfahren gehen (Ergebnisoffenheit). Es müssen alle für den Konflikt relevanten Informationen im Rahmen des Verfahrens offen gelegt werden (Informiertheit). Schließlich sind alle in der Mediation besprochenen Themen sowohl von dem Mediator, als auch von den Konfliktparteien vertraulich zu behandeln (Vertraulichkeit). [mehr]

IV. Wie ist der Ablauf eines Mediationsverfahrens?

Bei der Mediation handelt es sich um ein strukturiertes Verfahren, dass sich üblicherweise in 6 Phasen aufteilt. Bei der ersten Phase handelt es sich um die Vorbereitung, die, Aufklärung der Parteien über die Mediation und ihren Ablauf und den Abschluss des Mediationsvertrages der Parteien untereinander und mit dem Mediator. Die zweite Phase umfasst die Themensammlung. Hieran schließt sich die dritte, mithin wichtigste Phase, die Interessenklärung an. In der vierten Phase geht es um eine kreative Ideensuche. Diese Ideen erfahren in der fünften Phase eine Bewertung und Auswahl. Mit der sechsten Phase, dem Abschluss einer sogenannten Abschlussvereinbarung, wird die Mediation abgeschlossen. [mehr]

V. Welche rechtlichen Wirkungen hat eine sogenannte Abschlussvereinbarung?

In der Abschlussvereinbarung können die Medianten verbindlich Rechte und Pflichten regeln, sie müssen es aber nicht. Es kann auch sein, dass die Mediationen nur Absichtserklärungen vereinbaren. Die Mediaten können in ihrer Abschlussvereinbarung aber konkrete Rechte und Pflichten regeln und sogar vereinbaren, was passiert, wenn eine Partei bestimmte Regeln nicht einhält. In diesen Fällen kann einer der Medianten den Rechtsweg beschreiten und die Einhaltung rechtlich einfordern. Die Medianten können ihrer Abschlussvereinbarung auch die Wirkung eines Urteils oder eines Anwaltsvergleichs geben. Dann ist sogar eine Vollstreckung aus der Vereinbarung unmittelbar möglich. [mehr]

VI. Für welche Konflikte und Rechtsgebiete ist die Mediation geeignet?

Die Mediation ist dem Grunde nach für alle Konflikte, Streitigkeiten und Rechtsgebiete geeignet. Es werden ebenso Nachbarstreitigkeiten, Konflikte in Schulen und Verwaltungen, Auseinandersetzungen zwischen Gesellschaftern mediiert, wie auch Konflikte zwischen verfeindeten Staaten, die in kriegerischen Auseinandersetzungen liegen, oder zwischen einzelnen Volksstämmen. Die Mediation eignet sich nicht nur für Streitigkeiten und Konflikte, die aufgrund ihrer emotionalorientierten Ausgestaltung für alle Seiten schonend angegangen werden sollten, um ein zukünftiges „kooperatives Miteinander“ nicht gänzlich auszuschließen. Sie eignet sich insbesondere dort, wo die Konfliktparteien in der Zukunft gemeinsam mit einander arbeiten oder leben wollen. [mehr]

VII. Wieviel kostet ein Mediationsverfahren?

Im Regelfall wird die Vergütung des Mediators vorher besprochen und in dem Mediationsvertrag festgelegt. Der Mediator, ganz gleich ob sein Hauptberuf Psychologe, Steuerberater, Rechtsanwalt, Soziologe oder ein anderer ist, legt seine Vergütung frei fest und vereinbart sie mit den Medianten. Es existiert keine staatliche oder behördliche Vergütungsregelung, die die Vergütungshöhe festlegt. [mehr]

VIII. Übernimmt meine Rechtsschutzversicherung die Kosten der Mediation?

Die Kosten der Mediation werden bereits von vielen deutschen Rechtsschutzversicherern übernommen. Allerdings empfiehlt es sich in jedem Fall, rechtzeitig vorher eine entsprechende Deckungszusage einzuholen und Risikoausschlüsse bei Ihrer Rechtsschutzversicherung zu erfragen. [mehr]

IX. Wie finde ich einen geeigneten Mediator?

Einen geeigneten Mediator finden Sie über die verschiedenen Bundesverbände und die jeweiligen Rechtsanwaltskammern. [mehr]


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Wie ist der Ablauf eines Mediationsverfahrens?

04.08.2011 | Bei der Mediation handelt es sich um ein strukturiertes Verfahren, dass sich üblicherweise in 6 Phasen aufteilt.  [mehr]

Welche rechtlichen Wirkungen hat eine sogenannte Abschlussvereinbarung?

04.08.2011 | In der so genannten Abschlussvereinbarung formulieren die Medianten Regelungen, die sie während der Mediation erarbeitet und vereinbart haben.  [mehr]

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