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Alt 05.01.2011, 20:42
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Standard Brauche Rat für Umgang mit Mitarbeiter

Hallo zusammen,

ich bräuchte dringend eine neutrale Person, die meine Denkmuster durcheinander wirbelt und mir einen Lösungsansatz für einen Konflikt mit einem Mitarbeiter bietet.

Folgendes Problem:

Ich führe ein Team, welches aus 4 Mitarbeitern (2x Vollzeit, 2x Teilzeit) besteht. Insgesamt betreuen wir drei Aufgabengebiete.

Aufgabengebiet 1 wird von mir abgedeckt.
Aufgabengebiet 2 (eine Vollzeit- und eine Teilzeitkraft (25 Stunden)) läuft super, obwohl die Vollzeitkraft zu ca. 30% durch Betriebsratstätigkeit "ausfällt". Der Mitarbeiter kompensiert dies aber zum Großteil durch freiwillige, unbezahlte Mehrarbeit (eine Art persönlicher Gefallen für mich aufgrund eines sehr guten persönlichen Verhältnisses).

Aufgabengebiet 3 wird ebenfalls durch eine Vollzeitkraft und eine Teilzeitkraft (2,5 Tage pro Woche) betreut.
Die Vollzeitkraft ist derzeit mein Sorgenkind.
Ich habe den Kollegen vor 2 Jahren nach der Ausbildung übernommen, weil eine Kollegin Ende 2010 in Rente ist und er sie ersetzen soll.
Im Mai 2010 hat er sich in den Betriebsrat wählen lassen und dort dann gleich noch in 3 Ausschüsse. D. h. er fällt ebenfalls zu mind. 30% aus. Wenn er da ist, macht er einen guten Job.
Jetzt möchte er entweder berufsbegleitend BWL studieren (würde mich einen weiteren halben Tag pro Woche kosten) oder eine Weiterbildung zum Bilabu machen (Abends oder am Wochenende). Die Kosten trägt er auf jeden Fall selbst, weil beide Abschlüsse für sein Aufgabengebiet keinen Nutzen haben. Somit ist auch absehbar, dass er sich mittelfristig einen anderen Job sucht. Er braucht meine Unterstützung, weil er sonst keine Chance hat für die Weiterbildungen zugelassen zu werden.

Gestern kam es zum großen Knall, weil der Kollege heute an einer Betriebsratssitzung teilnehmen wollte, wir morgen Jahresabschluss haben und ich mein Missfallen sehr deutlich ausgedrückt habe.
Der Kollege war heute da (immerhin!) und wir haben uns auch nochmals länger unterhalten, allerdings ohne auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen.

Ich denke (stark abstrahiert): undankbarer kleiner Scheißer
Er denkt (Empfangsstörungen meinerseits bitte berücksichtigen): Ich bin 24 Jahre alt und möchte Qualifikationen und Erfahrungen sammeln (im Betriebsrat ist er nicht aus Überzeugung, sondern aus dem vorgenannten Grund - er denkt sein Engagement im Betriebsrat macht sich gut im Lebenslauf). Ich werde ungerecht behandelt, weil ich im Betriebsrat bin.

Er versteht nicht, warum ich von ihm erwarte, dass er 2 der 3 Ausschüsse aufgibt (die restlichen Abwesenheitszeiten könnten wir wahrscheinlich stemmen), bevor ich ihm bei der Bewerbung für die Weiterbildung helfe.
Ich verstehe nicht, wie der Junge tickt und finde deshalb keinen Zugang zu ihm. Er ist bestimmt kein "Böser", sondern eher unbedarft und leicht beeinflussbar. Zur Betriebsratswahl wurde er von BR-Hardlinern überredet, die jetzt natürlich auch Ansprüche an ihn stellen.

So, langer Text - tiefe Ratlosigkeit.
Vielen Dank an alle, die bis hier gelesen haben und vielleicht einen Tipp für mich haben, wie man den Konflikt aufbrechen kann.
Arbeitsrechtlich sehe ich keine Möglichkeiten. Neueinstellungen gibt es keine.
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