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Urlaubsplanung - Rechte des AG

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  • Urlaubsplanung - Rechte des AG

    Ich bin seit 5 Monaten gesamtverantwortlich für Personal sowie die Urlaubsplanung. Eckdaten: Einzelhandel, 10 MA, davon 2 TZ, Variabler Lohn nach Std.
    Nun kristallisiert sich heraus, dass von Juni bis Mitte September quasi die komplette Mannschaft ca 80% des Jahresurlaubs nimmt, und ich Mühe habe, den Betrieb aufrecht zu erhalten, ohne unmenschliche Überstd. zu verursachen.
    Von Oktober bis April ist dann natürlich so gut wie jeder Mitarbeiter an Bord und sie beschweren sich, dass sie zu wenig Std arbeiten. Die Planung 2015 wurde noch von meiner Vorgängerin durchgewunken, doch nun möchte ich für das kommende Jahr anweisen, dass MA íhren Jahresurlaub ausgewogener aufzuteilen haben. Was darf ich, was darf ich nicht ?? Kann ich per Quotenregelung bestimmen, dass der unattraktivere Zeitraum Oktober-Mai für mindestens 1/3 des Jahresanspruchs zu nutzen ist ??
    Ich lese so viel Schwammiges und Unkonkretes zum Thema ...

  • #2
    AW: Urlaubsplanung - Rechte des AG

    Zitat von FairBoss Beitrag anzeigen
    Ich bin seit 5 Monaten gesamtverantwortlich für Personal sowie die Urlaubsplanung. Eckdaten: Einzelhandel, 10 MA, davon 2 TZ, Variabler Lohn nach Std.
    Nun kristallisiert sich heraus, dass von Juni bis Mitte September quasi die komplette Mannschaft ca 80% des Jahresurlaubs nimmt, und ich Mühe habe, den Betrieb aufrecht zu erhalten, ohne unmenschliche Überstd. zu verursachen.
    Von Oktober bis April ist dann natürlich so gut wie jeder Mitarbeiter an Bord und sie beschweren sich, dass sie zu wenig Std arbeiten. Die Planung 2015 wurde noch von meiner Vorgängerin durchgewunken, doch nun möchte ich für das kommende Jahr anweisen, dass MA íhren Jahresurlaub ausgewogener aufzuteilen haben. Was darf ich, was darf ich nicht ?? Kann ich per Quotenregelung bestimmen, dass der unattraktivere Zeitraum Oktober-Mai für mindestens 1/3 des Jahresanspruchs zu nutzen ist ??
    Ich lese so viel Schwammiges und Unkonkretes zum Thema ...
    Hallo FairBoss,
    du solltest schon bei der zeitlichen Festlegung des Urlaubs, die einzelnen Urlaubswünsche deiner MA berücksichtigen,(schwerbe hinderte darunter?)Auch ein Blick ins Bundesurlaubgesetz hilft.Ich würde versuchen, so eine Art "Sozialauswahl" zu treffen und versuchen innerhalb der nächsten Jahre eine gewisse Gleichbehandlung rein zu bekommen.
    Gruß FS
    In einem guten Wort ist Wärme für drei Winter!

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    • #3
      AW: Urlaubsplanung - Rechte des AG

      Klar, ich berücksichtige gerne alle Wünsche - aber dann muss ich den Laden im Sommer schließen und im Herbst/Winter MA entlassen, weil es zu viele sind, wenn alle gleichzeitig da sind.
      Was DARF ich bestimmen ? Kleine Kinder, Schwerbehinderung oder dergleichen sind in unserem Fall kein wesentlicher Faktor.
      Bsp.: Ich kenne es so, dass ich Úrlaubsantrag stelle und erst Urlaub buche, wenn mein Vorgesetzter nickt.
      In dieser Firma erhalte ich einen Zettel, auf dem sinngemäß steht: Ach ´ja übrigens, habe Mitte August Flugreise gebucht und bin dann mal noch ne Woche weg. Kümmert Euch um Vertretung.
      Also nochmal konkret - In wieweit darf der AG die Planung beeinflussen, steuern, ablehnen ?

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      • #4
        AW: Urlaubsplanung - Rechte des AG

        Zitat von FairBoss Beitrag anzeigen
        Klar, ich berücksichtige gerne alle Wünsche - aber dann muss ich den Laden im Sommer schließen und im Herbst/Winter MA entlassen, weil es zu viele sind, wenn alle gleichzeitig da sind.
        Was DARF ich bestimmen ? Kleine Kinder, Schwerbehinderung oder dergleichen sind in unserem Fall kein wesentlicher Faktor.
        Bsp.: Ich kenne es so, dass ich Úrlaubsantrag stelle und erst Urlaub buche, wenn mein Vorgesetzter nickt.
        In dieser Firma erhalte ich einen Zettel, auf dem sinngemäß steht: Ach ´ja übrigens, habe Mitte August Flugreise gebucht und bin dann mal noch ne Woche weg. Kümmert Euch um Vertretung.
        Also nochmal konkret - In wieweit darf der AG die Planung beeinflussen, steuern, ablehnen ?
        Ein Recht des AG zur beliebigen Urlaubserterilung im Urlaubsjahr oder zur Einteilung des Urlaubs nach billigem Ermessen besteht nicht. Vielmehr ist der AG als Schuldner des Urlaubsanspruchs verpflichtet, den Urlaub für den vom AN angegebenen Zeitraum zu gewähren, wenn keine dringenden betrieblichen Belange entgegenstehen.Also so einfach" ich bin dannmal weg" geht natürlich nicht.
        Gruß FS
        In einem guten Wort ist Wärme für drei Winter!

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        • #5
          AW: Urlaubsplanung - Rechte des AG

          Scheint, als gebe das Gesetz nur schwammige Aussagen zum Thema her. Billiges Ermessen, ist es ja nicht, wenn ich versuche, den Betrieb aufrecht zu erhalten. Danke trotzdem.

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          • #6
            AW: Urlaubsplanung - Rechte des AG

            Zitat von FairBoss Beitrag anzeigen
            Eckdaten: Einzelhandel, 10 MA, davon 2 TZ,
            Hallo,

            bei dieser Betriebsgröße gibt es vermutlich keinen Betriebsrat? Somit kannst du alles im Rahmen des Direktionsrechts unter Beachtung der Bestimmungen des Bundesurlaubsgesetzes regeln. Die zentrale Regelung findest du in § 7 BUrlG: Berücksichtigung der Urlaubswünsche des AN und der dringenden betrieblichen Belange.

            dass von Juni bis Mitte September quasi die komplette Mannschaft ca 80% des Jahresurlaubs nimmt, und ich Mühe habe, den Betrieb aufrecht zu erhalten, ohne unmenschliche Überstd. zu verursachen.
            Von Oktober bis April ist dann natürlich so gut wie jeder Mitarbeiter an Bord und sie beschweren sich, dass sie zu wenig Std arbeiten.
            Die Aufrechterhaltung des geordneten Betriebsablaufs ist der (dringende) betriebliche Grund, der eine geordnete Urlaubsplanung rechtfertigt.

            doch nun möchte ich für das kommende Jahr anweisen, dass MA íhren Jahresurlaub ausgewogener aufzuteilen haben.
            Das aktuelle Jahr möchtest du also nicht antasten? Das ist gut. Dann kannst du jetzt ohne hitzige Diskussionen im Vorfeld die Rahmenbedingungen für das Jahr 2016 festklopfen.

            Konkreter Vorschlag:

            Du gibst bekannt, dass für das Jahr 2016 und künftig jedes Jahr neu eine Urlaubsplanung zu erstellen ist. Bis zum ..... (z.B. 15. Januar) eines jeden Jahres haben alle AN ihre Urlaubswünsche in eine Liste einzutragen (Alternative: z.B. 5/6 des Urlaubsanspruchs einzutragen - der Rest ist flexibel).

            Gleichzeitig gibst du bekannt, in welchen Zeiten wie viele AN gleichzeitig Urlaub nehmen können.

            Ab dem 16. Januar bis spätestens 30. Januar (z.B.) wird durch dich geprüft, ob die Wünsche und die betrieblichen Belange zusammenpassen. Tun sie das nicht, ist bis (z.B.) 15. Februar eine Einigung zu erzielen, anderenfalls erfolgt eine Auswahl nach sozialen Gesichtspunkten - und in Folgejahren unter Berücksichtigung derer, die im Vorjahr den Kürzeren gezogen haben.

            Nach dem 15. Februar ist die Urlaubsplanung verbindlich. Das bedeutet, dass AN den Urlaub (auf dem neu einzuführenden Formular?) beantragen können und genehmigt bekommen. Das bedeutet gleichzeitig eine Planungssicherheit für AN und AG. Planabweichungen sind nur einvernehmlich möglich.

            Urlaube für das 1. Quartal des neuen Jahres (z.B. Winterurlaub, Ostern) können in begrenztem Umfang evtl. schon im letzten Quartal des Vorjahres geplant und genehmigt werden.

            Gruß,
            werner
            Spare in der Zeit, dann hast du in der Not: Hast du keine Rechtsschutzversicherung und bist kein Gewerkschaftsmitglied? Dann kannst du jetzt mit den gesparten Beiträgen den Anwalt selbst bezahlen ...
            Sicherheitshalber der Hinweis: Ich bin kein Jurist und gebe hier nur meine persönliche Meinung wieder, basierend auf einem mehr oder weniger großen Erfahrungsschatz.

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            • #7
              AW: Urlaubsplanung - Rechte des AG

              ergänzend:
              evt gibt es einen Zeitraum, in dem der Laden geschlossen werden kann, z.B. zwischen Weihnachten und Neujahr. Dann gibt es dafür eine Betriebsschließung mit Anrechnung von Urlaub.

              Wieso du allerdings ein Problem hast verstehe ich nicht!
              3einhalb Monate um von 10 personen zu 80 % den Jahresurlaub aufzubrauchen ist doch prima. das sind 16 Wochen. Ich denke die Einführung von Flexiblen Arbeitszeitkonten macht hier ein wenig mehr Sinn.
              Du wirst nicht durchsetzen können, dass jeden Monat einer Urlaub nimmt dass alles passt mit deiner Planung und im Juli / August keiner, weil dann der Laden brummt.

              Hilfreich wäre evt. wenn wegen Urlaubsvertretung MA kommen müssen, diese Zeit in ein Flexkonto zu speichern, um wenn alle vor Ort sind dann hieraus einzelne Tage frei machen zu können.

              bei 10 MA und 4 Wochen Urlaubsanspruch der zu 80% aufgebraucht wird reden wir von 32 Urlaubswochen die in 16 Wochen genommen werden 2 Personen pro Woche
              bei 10 Beschäftigten, das sind 20 % und kein dringender betrieblicher Grund für eine Ablehung wenn dieser sich gleichmäßig verteilt, also immer 2 durch Urlaub weg sind.

              Gruß
              Meistermacher

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              • #8
                AW: Urlaubsplanung - Rechte des AG

                werner h und meistermacher:
                Danke für eure wirklich hilfreichen Antworten. Si beleuchten mein Problem von 2 sehr unterschiedlichen Seiten, aber gerade das hilft mir sehr weiter. Es ist einfach schwierig - ohne Kenntnis aller Eckdaten, betrieblicher Besonderheiten und persönlicher Befindlichkeiten einzelner MA - die Problematik nahe zu bringen und deshalb umso mehr : DANKE !!

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                • #9
                  AW: Urlaubsplanung - Rechte des AG

                  Kläre die Urlaubsplanung mindestens ein halbes Jahr im voraus mit den MA ab.
                  Erkläre, dass nicht alle auf einmal Urlaub machen können und die MA dies untereinander besprechen sollen um einen gemeinamen Konsens zu finden.

                  Somit überträgst du etwas Verantwortung an die MA weiter.

                  Ich habe das so gestaltet.
                  Es hängt ein Plan aus in dem mein Team ihre Urlaubswünsche und ÜS-Ausgleich eintragen.

                  Sollten sich die Tage überschneiden und zu viele fehlen, brauche ich mich nur mit 2-3 MA zu unterhalten, dass sie einen anderen Termin wählen.

                  Aber am Ende, wenn es zu keiner Einigung kommt bestimme ich die Planung, dass dann in einem anderen Plan ausgehängt wird.

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