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Mindestlohn und kein Ende

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  • Mindestlohn und kein Ende

    Eine 67jährige Mitarbeiterin, die bis Dezember auf 450,00 € beschäftigt war, und diese 450,00 € auch tatsächlich ausgezahlt bekommen hat, musste aufgrund des Mindestlohngesetzes Stunden abgeben, weshalb sie jetzt nur 400,00 € verdient. Aber jetzt kommt sie in den Betrieb und will noch 5 Stunden länger arbeiten, damit sie wieder auf 450,00 € kommt. Da sie aber eigentlich schon Altersrentnerin ist, und der Chef eine Auszubildende eingestellt hat, um sie langfristig zu ersetzen, ist die Arbeit von ihr nicht erwünscht, aber sie steht trotzdem auf der Matte und bietet ihre Arbeitskraft an. Sollte man sie einfach nach Hause schicken, oder ihr das Geld nicht auszahlen??? Leider wurde nur ein mündlicher Vertrag geschlossen.

  • #2
    AW: Mindestlohn und kein Ende

    Zitat von carllson Beitrag anzeigen
    Eine 67jährige Mitarbeiterin, die bis Dezember auf 450,00 € beschäftigt war, und diese 450,00 € auch tatsächlich ausgezahlt bekommen hat, musste aufgrund des Mindestlohngesetzes Stunden abgeben, weshalb sie jetzt nur 400,00 € verdient. Aber jetzt kommt sie in den Betrieb und will noch 5 Stunden länger arbeiten, damit sie wieder auf 450,00 € kommt. Da sie aber eigentlich schon Altersrentnerin ist, ..., ist die Arbeit von ihr nicht erwünscht, aber sie steht trotzdem auf der Matte und bietet ihre Arbeitskraft an. Sollte man sie einfach nach Hause schicken, oder ihr das Geld nicht auszahlen???
    Hallo,

    da bist du ja schon ganz dick drin in der Altersdiskriminierung. Die Rentnerin winkt mit dem AGG, verklagt dich auf Schadenersatz und gewinnt ...

    Leider wurde nur ein mündlicher Vertrag geschlossen.
    War der Ursprungsvertrag (mit den 450 Euro) auch nur mündlich? Oder lediglich die aktuelle Änderungsvereinbarung?

    Kannst du beweisen, dass das "Stunden abgeben" einvernehmlich (also vertraglich) vereinbart wurde?

    Anderenfalls spricht zumindest der erste Anschein dafür, dass du die Rentnerin einfach nicht mehr vertragsgemäß eingesetzt hast.

    Insgesamt würde ich sagen: Schlechte Karten für den Arbeitgeber.

    Gruß,
    werner
    Spare in der Zeit, dann hast du in der Not: Hast du keine Rechtsschutzversicherung und bist kein Gewerkschaftsmitglied? Dann kannst du jetzt mit den gesparten Beiträgen den Anwalt selbst bezahlen ...
    Sicherheitshalber der Hinweis: Ich bin kein Jurist und gebe hier nur meine persönliche Meinung wieder, basierend auf einem mehr oder weniger großen Erfahrungsschatz.

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    • #3
      AW: Mindestlohn und kein Ende

      Der Arbeitsvertrag vorher war auch nur mündlich, und da sie seit 35 in der Firma arbeitet, wurde er mit der Zeit mündlich verbessert.
      Und mit Altersdiskriminierung hat das nichts zu tun, sondern mit langfristiger Planung der Resourcen, denn wenn ihr Mann (72 Jahre) plötzlich erkrankt, stehen wir auf einmal ohne Ersatz da, weil es ihr auf einmal einfällt, sofort zu Hause zu bleiben...
      Aber wie kann man es jetzt ändern? Sofort einen Vertrag aufsetzen, und wenn sie den nicht unterschreibt?
      Außerdem ist es nicht diskriminierend, wenn eine junge Kollegin nicht arbeiten darf, weil eine ältere Rentnerin gerne arbeiten möchte?
      Zuletzt geändert von carllson; 01.04.2015, 17:05.

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      • #4
        AW: Mindestlohn und kein Ende

        Zitat von carllson Beitrag anzeigen
        Und mit Altersdiskriminierung hat das nichts zu tun, sondern mit langfristiger Planung der Resourcen,
        Da lieferst du gleich die nächsten Argumente für die Diskriminierungsklage. Selbst eine Um-die-70-jährige kann langfristig planen. Wenn die sich noch rüstig genug fühlt, um weitere 20 Jahre zu arbeiten, ist das langfristig genug.

        wenn ihr Mann (72 Jahre) plötzlich erkrankt, stehen wir auf einmal ohne Ersatz da, weil es ihr auf einmal einfällt, sofort zu Hause zu bleiben...
        Das nächste Diskriminierungsargument, jetzt sogar mit Sippenhaft. Warum muss ein 72-jähriger plötzlicher erkranken als die Mitarbeiterin selbst oder sogar die junge Azubi?

        Die Rentnerin müsste ihrerseits natürlich selbst die Kündigungsfristen einhalten, falls ihr nicht einvernehmlich darauf verzichtet.

        Was machst du, wenn die Azubi plötzlich schwanger wird? Dann stehst du ebenfalls ohne Ersatz da.

        Aber wie kann man es jetzt ändern? Sofort einen Vertrag aufsetzen,
        Das wäre einen Versuch im Guten wert.

        und wenn sie den nicht unterschreibt?
        Dann hast du Pech. Vielleicht kannst du ihr ein endgültiges Ausscheiden gegen Zahlung einer angemessenen Abfindung (im kleinen vierstelligen Bereich) anbieten?

        Außerdem ist es nicht diskriminierend, wenn eine junge Kollegin nicht arbeiten darf, weil eine ältere Rentnerin gerne arbeiten möchte?
        Nein, ist es nicht. Das Problem hättest du bereits vor Einstellung der Azubi bedenken und lösen müssen. Jetzt ist es zu spät und du kannst es nicht auf dem Rücken der Mitarbeiterinnen austragen. Du hast einen Fehler gemacht und musst nun dafür in irgend einer Weise in die Tasche (die eigene, nicht die der Mitarbeiterin) greifen (z.B. Abfindungsangebot oder Weiterbeschäftigung zu den bisherigen Konditionen).
        Spare in der Zeit, dann hast du in der Not: Hast du keine Rechtsschutzversicherung und bist kein Gewerkschaftsmitglied? Dann kannst du jetzt mit den gesparten Beiträgen den Anwalt selbst bezahlen ...
        Sicherheitshalber der Hinweis: Ich bin kein Jurist und gebe hier nur meine persönliche Meinung wieder, basierend auf einem mehr oder weniger großen Erfahrungsschatz.

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        • #5
          AW: Mindestlohn und kein Ende

          Zu den bisherigen Konditionen geht nicht, siehe Mindestlohn. 5 Stunden mehr, wollen wir nicht, weil eigentlich sollte die Auszubildende nachrücken. Warum muss immer der Arbeitgeber Fehler ausbügeln? Sie hätte doch auch mit 65 in Rente gehen können?
          Andere rennen den Ämtern die Bude ein, damit sie mit 63 Jahren in Rente gehen können. Kann man das vorher wissen?
          Außerdem geht es um 5 Stunden * 9,00 €, die sie zuhause bleiben soll. Mehr nicht! Die Auszubildende ist im 2. Lehrjahr und nächstes Jahr fertig, und wir könnten dann mal langsam anfangen zu kündigen.

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          • #6
            AW: Mindestlohn und kein Ende

            Zitat von carllson Beitrag anzeigen
            Zu den bisherigen Konditionen geht nicht, siehe Mindestlohn. 5 Stunden mehr, wollen wir nicht, weil eigentlich sollte die Auszubildende nachrücken. Warum muss immer der Arbeitgeber Fehler ausbügeln? Sie hätte doch auch mit 65 in Rente gehen können?
            Andere rennen den Ämtern die Bude ein, damit sie mit 63 Jahren in Rente gehen können. Kann man das vorher wissen?
            Außerdem geht es um 5 Stunden * 9,00 €, die sie zuhause bleiben soll. Mehr nicht! Die Auszubildende ist im 2. Lehrjahr und nächstes Jahr fertig, und wir könnten dann mal langsam anfangen zu kündigen.
            Wer hat denn die Weiterbeschäftigung über das 65. Lebensjahr bisher dankend angenommen? Es war doch wohl der Arbeitgeber und nicht Frau Nahles! Immer sind die anderen Schuld!
            Schon mal drüber nachgedacht, dass bei manchen die Rente eben nicht reicht und die Erwerbstätigkeit existenzsichernd sein könnte?
            Redenden Menschen kann übrigens geholfen werden!
            Klärt die Angelegenheit einvernehmlich!

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            • #7
              AW: Mindestlohn und kein Ende

              In diesem Fall ist das Problem nicht existenzbedrohend, sondern eher ein Luxusproblem und ein mentales Problem (gebraucht werden). Wäre es existenzbedrohend, würden wir anders geplant haben...
              Auch hat die Auszubildende eher ein Existenzproblem, und das eingesparte Geld würde als Gehaltserhöhung ihr eher helfen, als der Rentnerin, die für dieses Geld eher das x.te Geschenk für ihre Enkel kaufen würde.
              Und wir haben über die Jahre der Älteren viele Zugeständnisse gemacht, die wir jetzt über das Mindestlohngesetz wieder geraderücken können und last but not least soll die Auszubildende die Lohnbuchhaltung lernen, wie es sich gehört...

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              • #8
                AW: Mindestlohn und kein Ende

                Zitat von carllson Beitrag anzeigen
                ... viele Zugeständnisse gemacht, die wir jetzt über das Mindestlohngesetz wieder geraderücken können ...
                Ich glaube, da hast du die Intention des Mindestlohngesetzes missverstanden.

                Ich bin grundsätzlich gerne bereit, die Arbeitgeberrechte zu schützen und die Arbeitnehmerpflichten anzumahnen (an alle Arbeitnehmervertreter im Arbeitsrechts-Forum: Ich habe das nicht versehentlich falsch herum formuliert), erwarte aber von den verantwortlichen Kollegen, dass sie ihre Arbeit richtig machen.

                Ebenso, wie ein AG eine vertragsgemäße Leistung von seinen AN verlangen kann, muss ein AN darauf vertrauen können, dass sich sein AG an Recht und Vertrag hält. Wenn das nicht klappt, gibt es Ärger - das Forum ist voller Beispiele davon.

                Du hast es irgendwann in grauer Vorzeit versäumt, einen schriftlichen Vertrag mit deiner Mitarbeiterin abzuschließen, in dem z.B. das Ausscheiden mit Renteneintritt vereinbart wurde. Du hast es nicht für nötig gehalten, die Anwendung eines Tarifvertrags mit entsprechenden Klauseln zu vereinbaren. Du hast die Weiterarbeit der Mitarbeiterin trotz Rentenbezug dankend akzeptiert.

                Und jetzt passt das plötzlich nicht mehr in deine Pläne und ein Gesetz, das damit eigentlich gar nichts zu tun hat, soll als Vorwand für die Lösung zu Lasten der Mitarbeiterin herhalten? So geht das nicht!

                Rede mit deiner Mitarbeiterin, suche eine gütliche Lösung (ohne Druck), erkläre ihr die Situation, biete ihr ein schleichendes Ende der Tätigkeit an oder eine vertragsgemäße Weiterbeschäftigung bis zu einem Termin, den ihr gemeinsam vereinbart - zeige ihr, dass sie für euch wichtig ist, aber es dennoch eine (gemeinsame) Regelung für die Zukunft geben muss.
                Spare in der Zeit, dann hast du in der Not: Hast du keine Rechtsschutzversicherung und bist kein Gewerkschaftsmitglied? Dann kannst du jetzt mit den gesparten Beiträgen den Anwalt selbst bezahlen ...
                Sicherheitshalber der Hinweis: Ich bin kein Jurist und gebe hier nur meine persönliche Meinung wieder, basierend auf einem mehr oder weniger großen Erfahrungsschatz.

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                • #9
                  AW: Mindestlohn und kein Ende

                  Zitat von carllson Beitrag anzeigen
                  Eine 67jährige Mitarbeiterin, die bis Dezember auf 450,00 € beschäftigt war, und diese 450,00 € auch tatsächlich ausgezahlt bekommen hat, musste aufgrund des Mindestlohngesetzes Stunden abgeben, weshalb sie jetzt nur 400,00 € verdient.
                  Was genau heißt "musste abgeben"? Im MiLoG steht nirgends, dass sich eine Arbeitszeit verändert. Gab es eine Änderungskündigung (schriftlich? wann genau?) oder hat sie einem Änderungsvertrag zugestimmt?

                  Wenn nicht, gilt die bisherige Stundenzahl weiter, aber nun ggf. multipliziert mit 8,50 Euro, falls der Stundenlohn vorher niedriger war. Mag sein, dass sie dadurch sv-pflichtig wird (aber wegen des Alters nicht in allen Zweigen).

                  E.D.

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                  • #10
                    AW: Mindestlohn und kein Ende

                    Ist ja auch nicht der Sinn und Zweck des ganzen
                    Wenn jeder an sich selbst denkt, ist an alle gedacht!

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                    • #11
                      AW: Mindestlohn und kein Ende

                      Hallo

                      Was soll das denn ?

                      Gruß Joro

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                      • #12
                        AW: Mindestlohn und kein Ende

                        Zitat von werner h. Beitrag anzeigen
                        Hallo,


                        Insgesamt würde ich sagen: Schlechte Karten für den Arbeitgeber.

                        Gruß,
                        werner
                        Wie so oft. Dafür setzt sich auch leider in der Politik keiner ein!

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                        • #13
                          AW: Mindestlohn und kein Ende

                          Zitat von wagner25 Beitrag anzeigen
                          Wie so oft. Dafür setzt sich auch leider in der Politik keiner ein!
                          Das sehe ich anders. Es gibt gut aufgestellte Arbeitgeberverbände und Vereinigungen für Selbständige ebenso wie Mittelstandsvereinigungen in den Parteien. Außerdem ist die eine oder andere politische Partei tendenziell doch eher arbeitgeberfreundlich. Ich glaube also, dass wir uns um den starken Arm der Arbeitgeber noch keine ernsthaften Sorgen machen müssen.
                          Spare in der Zeit, dann hast du in der Not: Hast du keine Rechtsschutzversicherung und bist kein Gewerkschaftsmitglied? Dann kannst du jetzt mit den gesparten Beiträgen den Anwalt selbst bezahlen ...
                          Sicherheitshalber der Hinweis: Ich bin kein Jurist und gebe hier nur meine persönliche Meinung wieder, basierend auf einem mehr oder weniger großen Erfahrungsschatz.

                          Kommentar


                          • #14
                            AW: Mindestlohn und kein Ende

                            Ein anderes Beispiel, was mich auch stark ärgert, durch den Mindestlohn können vor Allem Mittelständige Unternehmen keine Praktikanten mehr dauerhaft bezahlen. Ich kriege nur Praktika in länge von 3 Monaten angeboten. Begründung: Mehr können wir nicht zahlen.

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                            • #15
                              AW: Mindestlohn und kein Ende

                              Zitat von wagner25 Beitrag anzeigen
                              Ein anderes Beispiel, was mich auch stark ärgert, durch den Mindestlohn können vor Allem Mittelständige Unternehmen keine Praktikanten mehr dauerhaft bezahlen. Ich kriege nur Praktika in länge von 3 Monaten angeboten. Begründung: Mehr können wir nicht zahlen.
                              Und was mich stark ärgert ist wenn Vollzeitbeschäftigte aufstocken gehen und sich den Lebensunterhalt von der Allgemeinheit finanzieren lassen müssen, weil Arbeitgeber sich lieber selbst die Taschen voll machen und die Not der Leute ausnutzen! Generation Praktikum ist genauso eine mißliiche Ausuferung, weil eben auch hier Arbeitgeber schnell erkannt haben, was sie da für billige Sklaven halten können. Es lebe der Mindestlohn, der hoffentlich auch bald angemessen angehoben wird!

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