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Weisungsrecht, Arbeitsplatzbeschreibung, BAK

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  • Weisungsrecht, Arbeitsplatzbeschreibung, BAK

    Guten Tag Zusammen,
    habe im Forum gesucht und leider nichts zu meinem Problem gefunden. Deshalb ein Beitrag von mir.

    Angenommen eine Bak (Beschreibung des Aufgabenkreises) wie im Bereich des TV-L üblich, die vom Stelleninhaber und vom Arbeitgeber unterzeichnet sind hat folgendem Inhalt.
    1.) Reparieren, ausbessern und umarbeiten der individuell gestalteten Flächen von Wänden, Wandbespannung, Teilen aus Holz, Metall, Stoff und Kunststoff unter Gebrauch einzelner Maltechniken und Abtöntechniken. 50%
    2.) Maler,- und Lackierarbeiten in Räumen und an Ausstattungen, Ausrüstung, zum Beispiel Stahl und Holzbauteile die benötigt werden. 46%
    3.) Räum und Entsorgungsarbeiten 4%
    Darf der Arbeitgeber nicht beschriebene Tätigkeiten vom Stelleninhaber verlangen und wenn ja in welchem Umfang. (Weisungsrecht).
    In welcher Spanne darf der Arbeitgeber diese, von ihm selbst festgelegten und vom Stelleninhaber durch Unterschrift akzeptierten Prozentanteile und beschriebenen Tätigkeiten in der Praxis ohne Absprache und Einverständnis variieren.
    Gilt eine Bak im rechtlichen Sinn als Arbeitsplatzbeschreibung und ist bindend für beide Seiten. Zumal, wen es das einzige Dokument ist in dem die Tätigkeit beschrieben ist.
    Gilt eine Bak nur als Basis zur Eingruppierung der Gehaltsstufe und nicht als bindende Beschreibung der tatsächlichen Tätigkeiten. Argument der Gegenseite.

    Wie kann der Arbeitnehmer reagieren und welche Rechte hat er
    Wenn der Arbeitgeber in der täglichen Praxis vom Arbeitnehmer verlangt vermehrt Räum und Entsorgungsarbeiten auszuführen. 30% und mehr.
    Wenn der Arbeitgeber in der täglichen Praxis vom Arbeitnehmer verlangt völlig berufsfremde Tätigkeiten auszuführen. Gärtner, Straßenbau…
    Wenn der Arbeitgeber in der täglichen Praxis vom Arbeitnehmer verlangt Hilfsarbeiten auszuführen die nicht in der Bak beschrieben sind.
    Wenn der Arbeitnehmer zwar die körperlichen Belastungen der in Bak beschriebenen Tätigkeiten erfüllen kann, aber nicht die zusätzlichen körperlichen Belastungen. (Tagesleistung von vorher 0,8 t nachher 2,0 t)
    Wenn sich durch verlangte Tätigkeiten andere Anforderungen an Arbeitskleidung, Gesundheitsbelastungen, Arbeitssicherheit, Qualifikation ergeben.
    Ist es nicht so, dass der Stelleninhaber mit seiner Unterschrift eine beschriebene Tätigkeit übernimmt und sich grundsätzlich auf diese Absprache berufen kann, genau wie der Arbeitgeber. Lehnt zum Beispiel der Arbeitnehmer eine Tätigkeit ab die er in der Bak beschrieben und bewertet ist, beruft sich der Arbeitgeber auf diese Absprache und verlangt Erfüllung.
    Vielleicht hat ja jemand einschlägige Erfahrungen mit Urteilen und Verfahrensweisen in der Praxis zu diesem Thema. Danke für`s lesen und beantworten.

  • #2
    AW: Weisungsrecht, Arbeitsplatzbeschreibung, BAK

    Bak ist wohl das was man üblicherweise Stellenbeschreibung nennt.

    Eine Stellenbeschreibung ist nicht Teil des Arbeitsvertrages.

    Daraus kann man keine Forderungen ableiten.

    Der AG kann die Arbeit zuteilen, die im Arbeitsvertag steht. Da dort auch meist keine Zeitanteile stehen, kann der AG durchaus auch zu 100% die langweiligst und einfachste Arbeit verlangen.
    Wobei er sich ja ins eigene Fleisch schneidet.
    Wenn er jemand bezahlt der eigentlich höherwertige Tätigkeiten machen sollte, ihn dann aber mit einfachsten Tätigkeiten beschäftigt, zahlt er ihm ja eigentlich zu viel. Aber wie gesagt verboten ist das nicht.

    Tätigkeiten die nicht vom Arbeitsvertrag abgedeckt sind, muss man nicht machen (mal von kurzen Ausnahmen, wenn Not am Mann ist abgesehen), nicht als Daueraufgabe.

    Ein Schlosser z.b. muss nicht als Gärtner arbeiten.

    Berufen kann man sich um es nochmal zu sagen auf den Arbeitsvertrag, nicht auf die BaK.

    Kommentar


    • #3
      AW: Weisungsrecht, Arbeitsplatzbeschreibung, BAK

      Danke für die schnelle Antwort,

      nun nehmen wir an... im Arbeitsvertrag steht

      " Herr X wird als vollbeschäftigter Arbeiter auf unbestimmte Zeit eingestellt."

      und bei der Einstellung wird zusätzlich eine BAK vorgelegt und unterschrieben in der "Maler und zugleich Dekorateur" als Berufs-Bezeichnung steht, muss Herr X dann Transportarbeiten oder Reinigungsarbeiten übernehmen, Getränkeautomaten bestücken, Mülleimer leeren, etc.da es im Arbeitsvertrag Arbeiter heißt.

      Kommentar


      • #4
        AW: Weisungsrecht, Arbeitsplatzbeschreibung, BAK

        Hallo,

        das Problem wird sein, dass dein AG für diese Tätigkeiten jemanden braucht. Wenn du dich jetzt weigerst, dann kann es passieren, dass er dir kündigt. Ebenso kannst du dir natürlich jederzeit etwas anderes suchen. Habt ihr schon mal geredet?

        Gruß
        Hubertus

        Kommentar


        • #5
          AW: Weisungsrecht, Arbeitsplatzbeschreibung, BAK

          Zitat von Frosch300 Beitrag anzeigen
          Danke für die schnelle Antwort,

          nun nehmen wir an... im Arbeitsvertrag steht

          " Herr X wird als vollbeschäftigter Arbeiter auf unbestimmte Zeit eingestellt."

          und bei der Einstellung wird zusätzlich eine BAK vorgelegt und unterschrieben in der "Maler und zugleich Dekorateur" als Berufs-Bezeichnung steht, muss Herr X dann Transportarbeiten oder Reinigungsarbeiten übernehmen, Getränkeautomaten bestücken, Mülleimer leeren, etc.da es im Arbeitsvertrag Arbeiter heißt.
          Man müsste sich die Papiere mal ganz genau anschauen. So ohne Einsicht kann man das natürlich nicht entscheiden.

          Was genau hat man denn am Schluss unterschrieben? Zur Kentnis genommen? Steht in dieser BaK irgendwo was von, dies wird Teil des Arbeitsvertrages oder steht im Arbeitsvertrag, Teil dieses Vertrages ist eine vereinbarte BaK?

          Zitat von Frosch300 Beitrag anzeigen
          muss Herr X dann Transportarbeiten oder Reinigungsarbeiten übernehmen, Getränkeautomaten bestücken, Mülleimer leeren, etc.da es im Arbeitsvertrag Arbeiter heißt.
          aber ich würde eher zu Ja tendieren

          Kommentar


          • #6
            AW: Weisungsrecht, Arbeitsplatzbeschreibung, BAK

            Hallo

            heißt also: wenn im Vertrag steht "Arbeiter" nichts weiteres, keine Verweise auf Nebenabreden oder andere Schriftstücke ist die Art der auszuübenden Tätigkeit vom Arbeitgeber zu bestimmen?

            Man bewirbt sich doch auf eine Ausschreibung. Hier ist die Tätigkeit beschrieben auf Grundlage der Bak. Mit diesem Wissen wägt man ab, bin ich qualifiziert, bin ich körperlich geeignet, etc.. Den Vertrag geht man mit Kenntnis der Ausschreibung ein. In der Folge verlangt der Arbeitgeber im Laufe von zwei, drei Jahren anstatt der ausgeschrieben Tätigkeiten immer mehr ausschreibungsfremde Tätigkeiten. Auf drängen des Arbeitnehmers wird eine neue Bak erstellt. Beide Seiten akzeptieren Nun.. schwer zu erraten... zwei, drei Jahre später ändert sich das Tätigkeitsfeld wieder. Von Überwiegend vereinbarten qualifizierten Aufgaben zu nicht vereinbarten Hilfs.- und Transportarbeiten.

            Der Arbeitnehmer muss doch rechtliche Möglichkeiten haben sich, wenn auch als nicht im Arbeitsvertrag niedergelegte, auf Tätigkeitsbeschreibung berufen zu können die von beiden Seiten akzeptiert ist.

            Danke für das Lesen und Beantworten

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            • #7
              AW: Weisungsrecht, Arbeitsplatzbeschreibung, BAK

              Zitat von Frosch300 Beitrag anzeigen
              Hallo

              heißt also: wenn im Vertrag steht "Arbeiter" nichts weiteres, keine Verweise auf Nebenabreden oder andere Schriftstücke ist die Art der auszuübenden Tätigkeit vom Arbeitgeber zu bestimmen?
              Ja das ist vertraglich vereinbart. Das gilt.

              Wenn man es spezieller haben will, muss man es im Vertrag vereinbaren oder man muss im Vertrag vereinbaren: "Insbesondere gilt die vereinbarte BaK."

              Das wird aber kaum ein AG machen, weil er sich damit viel zu arg einengt.

              Im übrigen ist es auch für den Arbeitnehmer doof, fällt diese spezielle Stelle nämlich weg, kann er einfach gekündigt werden, weil er mit niemand im Betrieb eine vergleichbare Tätigkeit ausführt also keine Sozialauswahl nötig ist.

              Steht da nur Arbeiter, muss bei einer betirebsbedingten Kündigung immer zwischen allen Arbeiter verglichen werden, wer gehen muss. Weil die Arbeitsplätze (vertraglich gesehen) ja austauschbar sind.

              Es hat also alles seine Vor- und Nachteile.

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              • #8
                AW: Weisungsrecht, Arbeitsplatzbeschreibung, BAK

                Hallo,
                es gibt ja Gehaltsnachweise! Hier unter anderem einen Punkt: Tätigkeitsschlüssel

                Kennnummer 34102 9 2 11

                Berufe in der Gebäudetechnik-fachlich ausgerichtete Tätigkeiten.

                Kann man hier ableiten, das der Arbeitnehmer eine fachliche Tätigkeit ausübt und nicht nur Hlifsarbeiten.

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