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Arbeitgeber verweigert Lohnzahlung - geringfügige Beschäftigung

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  • Arbeitgeber verweigert Lohnzahlung - geringfügige Beschäftigung

    Liebe Forenmitglieder,

    ich bin leider etwas ratlos und weiß nicht, wie ich in meiner Situation am besten verfahren soll. Vielleicht hat hier jemand einen guten Rat für mich...

    Folgender Sachverhalt:
    Ich bin seit März 2016 als geringfügig Beschäftigte bei einer "Kette" eingestellt. Mein Freund ist dort Clubmanager und brauchte dringend eine weitere Aushilfe. Also bin ich eingesprungen. Nun ist das Verhältnis zwischen meinem Freund und der Holding gerade (gelinde gesagt) sehr angespannt (auf die Gründe möchte ich hier aus Datenschutzgründen nicht genauer eingehen, allerdings wurde nichts Unrechtes getan, lediglich ein Angebot ausgeschlagen).
    Anfang April konnte ich keinen Zahlungseingang feststellen, obwohl meine Arbeitsstunden vom Clubmanager in der Monatsabrechnung eingetragen wurden, also fragte ich beim Prokuristen der Holding nach. Die Reaktion hat mich schockiert: Man würde mir nicht glauben, dass ich überhaupt gearbeitet hätte und mir wurde vorgeworfen, dass ich einfach nur Stunden abrechnen würde (Betrug). Man weigere sich deshalb, mir mein Gehalt auszuzahlen.
    Ich habe sogar 67 Stunden gearbeitet, weil Not am Mann war, davon allerdings nur 52 berechnet, da ich ja eine Lohngrenze von 450€ habe.
    Mir wird also Betrug vorgeworfen als Grund für die Zahlungsverweigerung (handelt es sich hierbei sogar um üble Nachrede?).

    Das Problem: Es gibt zwei Systeme zur Stundeneingabe. Eine Software und die Tagesberichte in Papierform. Mir wurde zu Jobantritt gesagt, im ersten Monat müsse ich mich noch nicht in die Software eintragen (ich hatte zu Beginn auch keinen eigenen Benutzernamen + Passwort dafür). Also habe ich mich auf die Arbeitszeitangabe im Tagesberichte in Papierform und die Stundeneingabe im Dienstplan (Excel) beschränkt. Die Tagesberichte sind übrigens unterschrieben von der Person, die an diesem Tag die Schlussschicht hat.
    Nun wurde mir jedoch gesagt, dass die Angaben aus der Software sich nicht mit der Angabe der geleisteten Arbeitsstunden decken würden (wie denn auch ohne Zugriff auf die Software?) und aufgrund dessen mir kein Gehalt gezahlt wird.
    Kurze Anmerkung dazu: Es gibt weitere Aushilfen, die sich nie in die Software eintragen und trotzdem ihr Gehalt bekommen.
    Also geh ich davon aus, dass meine negative Sonderbehandlung durch die Holding auf die Spannungen zwischen meinem Freund und der Holding zurückzuführen ist.
    Ich kann mit den Tagesberichten nachweisen, dass ich gearbeitet habe, ich habe sogar mit Kunden gearbeitet, die im Notfall meine Anwesenheit bestätigen könnten, weiterhin habe ich nachweislich Verträge gemacht und Kontakte generiert. Allerdings interessiert das die Holding nicht und mir wurde deutlich gesagt, dass ich keine Chance hätte, Gehalt für März zu bekommen und dass ich mich diesbezüglich bei meinem Clubmanager (meinem Freund) bedanken könne (da er mich nicht in die Software eingetragen hat).

    • Wie kann ich vorgehen?


    Ich habe bereits per Mail gebeten, mir schriftlich zu geben, dass mir die Gehaltszahlung verweigert wird, darauf gab es keine Antwort mehr.


    Ich würde jetzt als nächsten Schritt einen Brief verfassen, in dem ich eine Frist für die Überweisung meines Gehaltes setze.

    • Halten Sie diesen Schritt für angebracht?


    Ich habe mich im Zuge dessen natürlich im Internet schlau gemacht und den Begriff "Verzugszinsen" aufgeschnappt.

    • Kann ich davon als Minijobber Gebrauch machen?


    Hinzuzufügen ist, dass ich als Studentin auf das Gehalt angewiesen bin (ich habe sonst konstant bei anderen Betrieben gejobbt, um mir das Studium zu finanzieren) und ich durch die Zahlungsverweigerung natürlich finanzielle Probleme habe, da ich fest mit dem Gehalt gerechnet habe.

    • Wie könnte ich vorgehen, wenn ein Brief wirkungslos bleibt?


    Einen Anwalt kann ich mir derzeit nicht leisten - ich weiß nicht in wieweit ich einen Rechszuschuss als Studentin bekomme? Weiterhin wären die Anwaltskosten wohl gegenüber der Summe des Gehaltes unverhältnismäßig. Andererseits habe ich auch als Minijobber Rechte und ich möchte mir nicht gefallen lassen, wie ich von dem Betrieb abgefertigt werde und was mir nachgesagt wird.


    Dann eine weitere Frage die mit dem obigen Sachverhalt nicht direkt etwas zu tun hat:
    Zu allem Überfluss kann ich in diesem finanziellen Engpass momentan auch nicht arbeiten, da ich seit 1,5 Wochen unter dauerhaft starken Kopfschmerzen und Schwindel leide, seit Montag bin ich deshalb auch (eigentlich für die Uni) krankgeschrieben, Überweisung inkl. Termin bei der Radiologie vorhanden.

    • Stünde mir als geringfügig Beschäftigte eine Entgeldfortzahlung zu?


    Das Problem hierbei ist, dass ich keine festen Arbeitszeiten habe, da ich nach Bedarf arbeite.
    Ich trau mich ehrlich gesagt nicht zu fragen, da mir ja generell das Gehalt verweigert wird und dass ich dann erst recht nichts bekomme...


    Vielen Dank im Voraus und liebe Grüße,
    L.M.G.

  • #2
    AW: Arbeitgeber verweigert Lohnzahlung - geringfügige Beschäftigung

    Zitat von L.M.G Beitrag anzeigen
    Ich habe sogar 67 Stunden gearbeitet, weil Not am Mann war, davon allerdings nur 52 berechnet, da ich ja eine Lohngrenze von 450€ habe.
    Da denkst Du falsch herum. 67 Stunden müssen zu einem Gehalt von mindestens 569,50 Euro führen - das ist deine Gehaltsgrenze, und zwar eiine untere, nicht eine obere. Falls ein höherer Stundenlohn als der gesetzliche Mindestlohn gilt, kann es auch mehr sein, in seltenen Ausnahmefällen (z.B. Zeitungsausträger) weniger.

    Wenn das zur Sozialversicherungspflich t führt ist es eben so. Dies zu vermeiden indem man weniger abrechnet, wäre strafbare Schwarzarbeit. In bestimmten Ausnahmefällen kann es trotzdem sv-frei sein, hier nicht erkennbar.

    Das erst mal nur als ersten Hinweis, denn wenn man hier von einer falschen Grundannahme ausgeht, gehen auch die anderen Fragen in die falsche Richtung.

    Einen Anwalt kann ich mir derzeit nicht leisten - ich weiß nicht in wieweit ich einen Rechszuschuss als Studentin bekomme?
    An vielen Hochschulen gibt es eine kostenlose Rechtsberatung für die Studenten. Meist macht das ein Anwalt im Auftrag vom Studentenwerk oder vom AStA. Frage bei diesen Stellen oder ähnlichen Beratungsstellen an der Uni nach, ob es das gibt.


    E.D.

    Kommentar


    • #3
      AW: Arbeitgeber verweigert Lohnzahlung - geringfügige Beschäftigung

      Zitat von E.D. Beitrag anzeigen
      Da denkst Du falsch herum. 67 Stunden müssen zu einem Gehalt von mindestens 569,50 Euro führen - das ist deine Gehaltsgrenze, und zwar eiine untere, nicht eine obere. Falls ein höherer Stundenlohn als der gesetzliche Mindestlohn gilt, kann es auch mehr sein, in seltenen Ausnahmefällen (z.B. Zeitungsausträger) weniger.

      Wenn das zur Sozialversicherungspflich t führt ist es eben so. Dies zu vermeiden indem man weniger abrechnet, wäre strafbare Schwarzarbeit. In bestimmten Ausnahmefällen kann es trotzdem sv-frei sein, hier nicht erkennbar.

      E.D.

      Vielen Dank für die schnelle Antwort!

      Wahrscheinlich habe ich mich unverständlich ausgedrückt.. Bei der Nicht-Berechnung der Stunden ging es mir nicht darum, irgendwelche Pflichten oder Steuern zu umgehen, ich könnte ein besseres Gehalt eigentlich mehr als gebrauchen.
      Es steht für mich als Aushlfe allerdings nur ein Kontingent von 450€/ Monat zur Verfügung - mehr könne man sich nicht leisten.
      Nun gab es ein paar Notfälle (z.B. Mitarbeiter musste ins Krankenhaus oder ein anderer Mitarbeiter wurde in der Nacht auf Sonntag ansteckend krank, ...), bei denen ich dann meinem Freund zu Liebe eingesprungen bin, weil sich kein Ersatz finden konnte - wo mir aber bewusst war, dass ich da schon mein Kontingent ausgeschöpft habe, also habe ich praktisch in meiner Freizeit unentgeltlich gearbeitet.
      (Aus diesem Grund bin ich auch so extrem enttäuscht und wütend, da ich so gutmütig bin und dann so abgefertigt werde...)

      Vielleicht erklärt das die Situation besser?
      (Leider waren meine Zeichen im oberen Beitrag begrenzt )

      Viele Grüße,
      L.M.G

      Kommentar


      • #4
        AW: Arbeitgeber verweigert Lohnzahlung - geringfügige Beschäftigung

        Schriftlichen Vertrag gibt es?
        Wer hat den unterschrieben?
        Der ist dein Vertragspartner, der soll das Geld bei schaffen.

        Ansonsten wenn nur mündlich letztlich genauso, wenn dein Freund fragt ob du für ihn arbeitest, ist er dein Vertragspartner und hat dir dein Geld zu besorgen.
        Halte dich an ihn.

        Wie er das intern klärt ist seine Sache.

        Kommentar


        • #5
          AW: Arbeitgeber verweigert Lohnzahlung - geringfügige Beschäftigung

          Zitat von matthias Beitrag anzeigen
          Schriftlichen Vertrag gibt es?
          Wer hat den unterschrieben?
          Ja es gibt einen Vertrag und ich habe ihn unterschrieben, sowie mein Freund als Stellvertreter des lokalen Betriebs.

          Zitat von matthias Beitrag anzeigen
          Der ist dein Vertragspartner, der soll das Geld bei schaffen.

          Ansonsten wenn nur mündlich letztlich genauso, wenn dein Freund fragt ob du für ihn arbeitest, ist er dein Vertragspartner und hat dir dein Geld zu besorgen.
          Halte dich an ihn.

          Wie er das intern klärt ist seine Sache.

          Ja, er mein Freund ist der Clubmanager.
          Leider beißt er da auch auf Granit. Reaktion auf seine Forderung bei der Holding war, dass er sich das abschminken könne.
          Am Ende des Monats läuft es so, dass mein Freund die Stunden der Mitarbeiter bei der Holding einreicht und die Holding dann die Mitarbeiter bezahlt.
          Ich werde also theoretisch von der Holding bezahlt, er hat keinen Zugriff auf die Finanzen...

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          • #6
            AW: Arbeitgeber verweigert Lohnzahlung - geringfügige Beschäftigung

            Von deinem Freund hast du aber eine schriftliche Aufstellung der Stunden?

            Wenn er Geschäftsführer mit Prokura ist, muss sich der Konzern natürlich sein Handeln anrechnen lassen.

            Da bleibt wohl nur eine Lohnklage:

            HENSCHE Arbeitsrecht: Lohnklage

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            • #7
              AW: Arbeitgeber verweigert Lohnzahlung - geringfügige Beschäftigung

              Zitat von matthias Beitrag anzeigen
              Von deinem Freund hast du aber eine schriftliche Aufstellung der Stunden?

              Wenn er Geschäftsführer mit Prokura ist, muss sich der Konzern natürlich sein Handeln anrechnen lassen.
              Ja, ich habe die Stundenabrechnung, sowie alle Tagesberichte, auf denen zu sehen ist, dass ich gearbeitet habe, dazu noch den Dienstplan, wo ich drin stehe und die Auswertung der Software.

              Zitat von matthias Beitrag anzeigen

              Da bleibt wohl nur eine Lohnklage:

              HENSCHE Arbeitsrecht: Lohnklage
              Vielen Dank, da werde ich werde ich mich auch noch einmal durcharbeiten!
              Aber ich befürchte auch, dass es auf eine Klage hinaus läuft...

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              • #8
                AW: Arbeitgeber verweigert Lohnzahlung - geringfügige Beschäftigung

                Zitat von L.M.G Beitrag anzeigen
                Vielleicht erklärt das die Situation besser?
                (Leider waren meine Zeichen im oberen Beitrag begrenzt )
                Ist klar. Das nennt sich schlicht Schwarzarbeit.

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                • #9
                  AW: Arbeitgeber verweigert Lohnzahlung - geringfügige Beschäftigung

                  Es muss sich nicht um Schwarzarbeit handeln, denn die Grenze von 450,00 Euro kann 3 Mal jährlich überschritten werden, ohne das sich der Status verändert. Es muss sich um ein gelegentliches und unvorherbares Überschreiten der Grenze handeln
                  Gruß
                  freundlich

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