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Abmahnung wegen "Annahme von Rabatten"

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  • Abmahnung wegen "Annahme von Rabatten"

    Hallo liebe Gesetzes-Community!
    Einen Fall wie meinen habe ich nicht in der Suche oder ähnliches gefunden und daher habe ich mich dazu entschlossen, ein neues Thema zu eröffnen! Sollte dies wider der Forenregeln sein, bitte ich um Nachsicht

    Nun zu meinen Fragen:
    Ich arbeite seit ca. 1,5 Jahren bei einer hiesigen Fast-Food-Kette, die erst kürzlich wegen diverser Hygienemängel in der Kritik stand, auf 450 Euro Basis. Nun ist es bei uns so üblich, dass wir uns, wenn ein Mitarbeiter außerhalb seiner Arbeitszeit etwas essen kommt, diverse Rabatte geben, die eigentlich auch teilweise nicht erlaubt sind. Ein Beispiel wäre die Bestellung einer 0,2l Cola, und der Kassierer gibt eine 0,5l Cola raus. Genau dieser Fall war neulich bei uns. Ein Kollege wollte sich nur schnell einen Shake holen, und schwupptiwupp, kam der Chef nach vorne (der es durch die Kamera gesehen hatte), prüfte die Bestellung und stellte mit den Kamerabildern fest, dass uns der Kollege an der Kasse zu viel rausgegeben hatte. Natürlich liegt hier klar Betrug vor. Doch bei der Weihnachtsfeier vor 1 Woche, gab es dann die Überraschung. Vor VERSAMMELTER MANNSCHAFT (Belegschaft von etwa 25 Mitarbeitern), bekamen wir alle 3 eine Abmahnung. Alle 3. (Ich habe nicht einmal etwas bestellt) "Gewährung/Annahme von Rabatten" war der Grund. Nun die Fragen:
    1. Kann ich für die bloße Annahme der Rabatte abgemahnt werden bzw. kann durch Kamerabilder bewiesen werden wer schuldig ist? Ich war sozusagen nur zur falschen Zeit am falschen Ort! Letztendlich liegt der doch Fehler beim Kassierer, den ich hiermit auf keinen Fall in die Pfanne hauen möchte!
    2. Unterliegen solche Dinge dem Datenschutz? Der Chef hat nicht mehr gesagt, als das es unschöne Dinge gab, und hat uns, so dass es alle sahen, die Briefe gegeben.
    3. Wenn ich das recht verstanden habe, hat sich der Arbeitgeber durch diese Abmahnung die Möglichkeit der sofortigen Kündigung eröffnet oder? Gilt das auch für mich? Und kann ich meinen Arbeitgeber bei offensichtlichen Verstößen gegen Arbeitsrechte auch abmahnen?

    Vielen lieben Dank für Antworten!
    Ich wünsche allen gesegnete Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

  • #2
    AW: Abmahnung wegen "Annahme von Rabatten"

    Zitat von FiesePerson Beitrag anzeigen
    Hallo liebe Gesetzes-Community!
    Einen Fall wie meinen habe ich nicht in der Suche oder ähnliches gefunden und daher habe ich mich dazu entschlossen, ein neues Thema zu eröffnen! Sollte dies wider der Forenregeln sein, bitte ich um Nachsicht

    Nun zu meinen Fragen:
    Ich arbeite seit ca. 1,5 Jahren bei einer hiesigen Fast-Food-Kette, die erst kürzlich wegen diverser Hygienemängel in der Kritik stand, auf 450 Euro Basis. Nun ist es bei uns so üblich, dass wir uns, wenn ein Mitarbeiter außerhalb seiner Arbeitszeit etwas essen kommt, diverse Rabatte geben, die eigentlich auch teilweise nicht erlaubt sind. Ein Beispiel wäre die Bestellung einer 0,2l Cola, und der Kassierer gibt eine 0,5l Cola raus. Genau dieser Fall war neulich bei uns. Ein Kollege wollte sich nur schnell einen Shake holen, und schwupptiwupp, kam der Chef nach vorne (der es durch die Kamera gesehen hatte), prüfte die Bestellung und stellte mit den Kamerabildern fest, dass uns der Kollege an der Kasse zu viel rausgegeben hatte. Natürlich liegt hier klar Betrug vor. Doch bei der Weihnachtsfeier vor 1 Woche, gab es dann die Überraschung. Vor VERSAMMELTER MANNSCHAFT (Belegschaft von etwa 25 Mitarbeitern), bekamen wir alle 3 eine Abmahnung. Alle 3. (Ich habe nicht einmal etwas bestellt) "Gewährung/Annahme von Rabatten" war der Grund. Nun die Fragen:
    1. Kann ich für die bloße Annahme der Rabatte abgemahnt werden bzw. kann durch Kamerabilder bewiesen werden wer schuldig ist? Ich war sozusagen nur zur falschen Zeit am falschen Ort! Letztendlich liegt der doch Fehler beim Kassierer, den ich hiermit auf keinen Fall in die Pfanne hauen möchte!
    2. Unterliegen solche Dinge dem Datenschutz? Der Chef hat nicht mehr gesagt, als das es unschöne Dinge gab, und hat uns, so dass es alle sahen, die Briefe gegeben.
    3. Wenn ich das recht verstanden habe, hat sich der Arbeitgeber durch diese Abmahnung die Möglichkeit der sofortigen Kündigung eröffnet oder? Gilt das auch für mich? Und kann ich meinen Arbeitgeber bei offensichtlichen Verstößen gegen Arbeitsrechte auch abmahnen?

    Vielen lieben Dank für Antworten!
    Ich wünsche allen gesegnete Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!
    Hallo FiesePerson,
    für mich stellt für welchen Zweck die Kamera instaliert wurde. Es könnte ein Eingriff ins Persönlichkeitsrecht vorliegen. Gibt es einen Betriebsrat?
    Gruß FS
    In einem guten Wort ist Wärme für drei Winter!

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    • #3
      AW: Abmahnung wegen "Annahme von Rabatten"

      Die Kamera hängt im Kassenbereich, also wahrscheinlich zur Überwachung im Umgang mit Geld. Einen Betriebsrat gibt es nicht.

      Kommentar


      • #4
        AW: Abmahnung wegen "Annahme von Rabatten"

        Zitat von FiesePerson Beitrag anzeigen
        ... Nun ist es bei uns so üblich, dass wir uns, wenn ein Mitarbeiter außerhalb seiner Arbeitszeit etwas essen kommt, diverse Rabatte geben, die eigentlich auch teilweise nicht erlaubt sind. Ein Beispiel wäre die Bestellung einer 0,2l Cola, und der Kassierer gibt eine 0,5l Cola raus. Genau dieser Fall war neulich bei uns. Ein Kollege wollte sich nur schnell einen Shake holen, und schwupptiwupp, kam der Chef nach vorne (der es durch die Kamera gesehen hatte), prüfte die Bestellung und stellte mit den Kamerabildern fest, dass uns der Kollege an der Kasse zu viel rausgegeben hatte. Natürlich liegt hier klar Betrug vor. Doch bei der Weihnachtsfeier vor 1 Woche, gab es dann die Überraschung. Vor VERSAMMELTER MANNSCHAFT (Belegschaft von etwa 25 Mitarbeitern), bekamen wir alle 3 eine Abmahnung. Alle 3. (Ich habe nicht einmal etwas bestellt) "Gewährung/Annahme von Rabatten" war der Grund. Nun die Fragen:
        1. Kann ich für die bloße Annahme der Rabatte abgemahnt werden bzw. kann durch Kamerabilder bewiesen werden wer schuldig ist? Ich war sozusagen nur zur falschen Zeit am falschen Ort! Letztendlich liegt der doch Fehler beim Kassierer, den ich hiermit auf keinen Fall in die Pfanne hauen möchte!
        Hallo,

        ganz klar ist mir nicht geworden, ob du nun der bestellende Kollege (in diesem Fall als Kunde) oder nur zufällig anwesend warst. Du warst aber offensichtlich nicht der Kassierer, der den unzulässigen Rabatt gewährt hat?

        Meiner Meinung nach kann die Annahme des Rabatts ebenfalls abgemahnt werden, obwohl du in diesem Moment Privatperson warst. Denn nur durch deine Eigenschaft als Angehöriger des Unternehmens wurde dir der Rabatt überhaupt gewährt. Und es war dir bekannt, dass dir dieser Rabatt nicht zusteht, dass der Kassierer dir diesen nicht gewähren darf.

        Statt dem Wort "Rabatt" könnte man auch das Wort "Diebstahl" verwenden.

        2. Unterliegen solche Dinge dem Datenschutz? Der Chef hat nicht mehr gesagt, als das es unschöne Dinge gab, und hat uns, so dass es alle sahen, die Briefe gegeben.
        Der Pranger ist in Deutschland eigentlich abgeschafft. Doch solange der Chef nicht gesagt hat "Herr Maier und Frau Müller und Wesen Schulze bekommen hier eine Abmahnung", hat er wohl kein schützenswertes Datum preisgegeben. Gibt es in eurem Unternehmen einen internen Datenschützer? Manche der Ketten sollen sogar einen Betriebsrat haben, dessen Aufgabe es ist, auch über die Einhaltung des Arbeitnehmerdatenschutzes zu wachen. Dort könntest du nachfragen. Ansonsten gäbe es noch den Beauftragten für den Datenschutz deines Bundeslandes, dem du die Situation schildern kannst.

        3. Wenn ich das recht verstanden habe, hat sich der Arbeitgeber durch diese Abmahnung die Möglichkeit der sofortigen Kündigung eröffnet oder?
        Nein, eben gerade nicht. Der AG hat sich zur Abmahnung entschlossen und damit sein Recht verwirkt, aus diesem Anlass noch eine weitere arbeitsrechtliche Maßnahme (z.B. Kündigung) vorzunehmen.

        Im Wiederholungsfall wäre es aber möglich, dass es gleich zur Kündigung kommt. Diese könnte dann vielleicht sogar fristlos sein, da du ja gezeigt hättest, dass du trotz vorheriger Abmahnung dein Verhalten nicht ändern willst und eine weitere Zusammenarbeit deshalb unzumutbar (für den AG) wäre.

        Gilt das auch für mich?
        Ja.

        Und kann ich meinen Arbeitgeber bei offensichtlichen Verstößen gegen Arbeitsrechte auch abmahnen?
        Theoretisch ja. Und wenn er sein Verhalten nicht ändert, kannst du das Arbeitsverhältnis auch kündigen. Allerdings darfst du auch kündigen, ohne zuvor abzumahnen. Das ist ein wesentlicher Unterschied zwischen der arbeitnehmerseitigen und der arbeitgeberseitigen Kündigung.

        Gruß,
        werner
        Spare in der Zeit, dann hast du in der Not: Hast du keine Rechtsschutzversicherung und bist kein Gewerkschaftsmitglied? Dann kannst du jetzt mit den gesparten Beiträgen den Anwalt selbst bezahlen ...
        Sicherheitshalber der Hinweis: Ich bin kein Jurist und gebe hier nur meine persönliche Meinung wieder, basierend auf einem mehr oder weniger großen Erfahrungsschatz.

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        • #5
          AW: Abmahnung wegen "Annahme von Rabatten"

          Zitat von FiesePerson Beitrag anzeigen
          Hallo liebe Gesetzes-Community!
          Einen Fall wie meinen habe ich nicht in der Suche oder ähnliches gefunden und daher habe ich mich dazu entschlossen, ein neues Thema zu eröffnen! Sollte dies wider der Forenregeln sein, bitte ich um Nachsicht

          Nun zu meinen Fragen:
          Ich arbeite seit ca. 1,5 Jahren bei einer hiesigen Fast-Food-Kette, die erst kürzlich wegen diverser Hygienemängel in der Kritik stand, auf 450 Euro Basis. Nun ist es bei uns so üblich, dass wir uns, wenn ein Mitarbeiter außerhalb seiner Arbeitszeit etwas essen kommt, diverse Rabatte geben, die eigentlich auch teilweise nicht erlaubt sind. Ein Beispiel wäre die Bestellung einer 0,2l Cola, und der Kassierer gibt eine 0,5l Cola raus. Genau dieser Fall war neulich bei uns. Ein Kollege wollte sich nur schnell einen Shake holen, und schwupptiwupp, kam der Chef nach vorne (der es durch die Kamera gesehen hatte), prüfte die Bestellung und stellte mit den Kamerabildern fest, dass uns der Kollege an der Kasse zu viel rausgegeben hatte. Natürlich liegt hier klar Betrug vor. Doch bei der Weihnachtsfeier vor 1 Woche, gab es dann die Überraschung. Vor VERSAMMELTER MANNSCHAFT (Belegschaft von etwa 25 Mitarbeitern), bekamen wir alle 3 eine Abmahnung. Alle 3. (Ich habe nicht einmal etwas bestellt) "Gewährung/Annahme von Rabatten" war der Grund. Nun die Fragen:
          1. Kann ich für die bloße Annahme der Rabatte abgemahnt werden bzw. kann durch Kamerabilder bewiesen werden wer schuldig ist? Ich war sozusagen nur zur falschen Zeit am falschen Ort! Letztendlich liegt der doch Fehler beim Kassierer, den ich hiermit auf keinen Fall in die Pfanne hauen möchte!
          2. Unterliegen solche Dinge dem Datenschutz? Der Chef hat nicht mehr gesagt, als das es unschöne Dinge gab, und hat uns, so dass es alle sahen, die Briefe gegeben.
          3. Wenn ich das recht verstanden habe, hat sich der Arbeitgeber durch diese Abmahnung die Möglichkeit der sofortigen Kündigung eröffnet oder? Gilt das auch für mich? Und kann ich meinen Arbeitgeber bei offensichtlichen Verstößen gegen Arbeitsrechte auch abmahnen?

          Vielen lieben Dank für Antworten!
          Ich wünsche allen gesegnete Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!
          ich würde erst dann was unternehmen, wenn eine Kündigung kommt, dann die AbM.gerichtlich überprüfen lassen. Abmahnen kann ein AG eigentlich immer, ob er damit durchkommt ist eine andere Frage.Es kommt immer auf den Einzelfallan.
          In einem guten Wort ist Wärme für drei Winter!

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          • #6
            AW: Abmahnung wegen "Annahme von Rabatten"

            Den beiden die den Diebstahl bzw. Betrug begangen hatten (der Kassierer und der Begünstigte) hätte grundsätzlich sofort fristlos gekündigt werden können. Es sei denn sie sind schon sehr lange beschäftigt, dann ist nach Ansicht des Bundesarbeitsgerichts der erste Diebstahl quasi erlaubt - aber da geht es um Zeiträume, die für eine Beschäftigung bei Imbissketten eher unüblich sind.

            Beim bloßen Zuschauer wird es darauf ankommen, ob zu seinen arbeitsvertraglichen Pflichten auch gehört, auf Diebstähle zu reagieren. Das muss nicht unbedingt ausdrücklich im Arbeitsvertrag stehen, es kann sich auch aus der Art der Tätigkeit ergeben (bei einer Verkäuferin im Einzelhandel wird man es wohl annehmen können). Ebenso kann eine Rolle spielen, ob es sich in seiner Dienstzeit abspielte oder ob er nur als Kunde anwesend war.

            Mit der Abmahnung hat der Arbeitgeber für diesen Fall auf eine Kündigung verzichtet, sie aber für den nächsten Fall vorbereitet (auch wenn es vielleicht nicht unbedingt Bedingung wäre).

            Dass jemand wegen 300 ml Cola seinen Arbeitsplatz (und zusätzlich ein Strafverfahren sowie eine Sperrzeit beim Arbeitslosengeld riskiert), ist schwer verständlich.

            Die Regel aus 5. Moses 25, 4 hat keine verbindliche Geltung im Arbeitsrecht.

            E.D.

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