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Zuweisung anderes Aufgabengebiet ohne vorherige Information

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  • Zuweisung anderes Aufgabengebiet ohne vorherige Information

    Hallo zusammen,

    ich habe mal eine Frage an die Profis hier. Und zwar geht es um einen AN Y der ohne Vorankündigung nächsten Monat das Aufgabengebiet wechseln soll. Es ist zwar gleiche Abteilung und an der Vergütung wird sich nichts ändern, aber es geht dem AN Y einmal um das Prinzip, dass es einfach entschieden wurde ohne wenigstens vorher darüber gesprochen zu haben zum anderen ist das neue Aufgabengebiet zwar ähnlich, aber ein Rückschritt (weniger komplexe Aufgaben, mehr Standardtätigkeiten als bei vorheriger Stelle).
    Hintergrund: Ein Kollege hat gekündigt, woraufhin die Stelle neu besetzt werden sollte, Stelle setzt französische Sprachkenntnisse voraus. Intern gab es eine Bewerbung auf die Stelle, aber Person X hat keine Französischkenntnisse. Nun soll Y (kann u.a. Französisch) das eigene Aufgabengebiet an X abgeben und die offene Stelle besetzen. Im Arbeitsvertrag ist natürlich das Direktionsrecht des AG geregelt bezüglich Versetzung auf andere Stelle, aber da Y hier einen Rückschritt machen würde, möchte Y nicht auf die andere Stelle wechseln. Y ärgert sich ziemlich, da er gerade weil er für beide Stellen qualifiziert wäre nun in den Augen des AG einfach versetzt werden kann, aber für die eigene Karriere Rückschritte macht.

    Kann man sich bei so etwas wehren? AG zeigt keinerlei Einsicht.

  • #2
    AW: Zuweisung anderes Aufgabengebiet ohne vorherige Information

    Betriebsrat vorhanden?
    Moin, Moin,
    BIG

    "Wege entstehen dadurch, dass man sie geht."
    Franz Kafka

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    • #3
      AW: Zuweisung anderes Aufgabengebiet ohne vorherige Information

      Ja, aber leider nicht wirklich zu etwas zu gebrauchen. Y bekam den Hinweis er solle es eben mit seinem Chef klären, wenn er ein Problem mit dem neuen Aufgabengebiet hat.
      Auch Y's Befürchtung, dass das neue Aufgabengebiet ihn nicht auslasten würde (kennt es aus Urlaubsvertretung) und ggf. der Chef auch irgendwann einsieht, dass man die Stelle vielleicht gar nicht braucht und Y dann rausschmeissen könnte, interessiert BR nicht :-(

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      • #4
        AW: Zuweisung anderes Aufgabengebiet ohne vorherige Information

        Hallo,

        man muss schon ein bisschen aufpassen.

        Grundsätzlich ist im Arbeitsvertrag gergelt welche Aufgabenbegiete der AN zu tun hat. Die Tätigkeiten die der AG dann konkret zuweist, das ist die Sache des Arbeitgebers.
        Der AG hat das Direktionsrecht.

        Es mag Heute natürlich nicht mehr unbeindgt als zeitgemäß erscheinen, dass einfach per ORder de Mufti regiert wird, nur der AN hat keinerlei Anrecht darauf, dass das Direktionsrecht mit ihm diskutiert wird, er hat dabei auch kein Mitentscheidungsrecht.
        Solange der AG im Rahmen des Arbeitsvertrages bleibt, kann er weitgehend das zuweisen was er denkt. Das kann auch mal eine vermeintlich niederwertige Tätigkeit sein.
        Was er nicht machen kann ist einseitig das Gehalt zu kürzen, was hier ja aber auch nicht beabsichtigt ist.

        :-(

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        • #5
          AW: Zuweisung anderes Aufgabengebiet ohne vorherige Information

          Zitat von Lima1985 Beitrag anzeigen
          Ja, aber leider nicht wirklich zu etwas zu gebrauchen. Y bekam den Hinweis er solle es eben mit seinem Chef klären, wenn er ein Problem mit dem neuen Aufgabengebiet hat.
          Auch Y's Befürchtung, dass das neue Aufgabengebiet ihn nicht auslasten würde (kennt es aus Urlaubsvertretung) und ggf. der Chef auch irgendwann einsieht, dass man die Stelle vielleicht gar nicht braucht und Y dann rausschmeissen könnte, interessiert BR nicht :-(
          Hallo, Lima 1985
          meiner Meinung nach braucht der AG hier die Zustimmung des BR nach § 99 BetrVG. Rede noch nochmal mit dem BR und erkläre ihm die Sachlage, vieleicht gibt es eine Lösung wo beide Seiten mit leben kömnnen.
          Gruß FS
          In einem guten Wort ist Wärme für drei Winter!

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          • #6
            AW: Zuweisung anderes Aufgabengebiet ohne vorherige Information

            interessant wäre auch die versetzungsklausel im arbeitsvertrag,
            die kann nämlich auch unwirksam sein

            Damit eine Versetzungsklausel wirksam ist, muss diese insbesondere klar und verständlich formuliert sein und darf den Arbeitnehmer nicht unangemessen benachteiligen. Eine Versetzungsklausel, die dem Arbeitgeber erlaubt, dem Arbeitnehmer eine andere Tätigkeit zuzuweisen, ist etwa dann unwirksam, wenn sie sich nicht ausdrücklich auf die Zuweisung gleichwertiger Tätigkeiten beschränkt.
            Die Versetzung des Arbeitnehmers: Wann ist sie wirksam? Welche Rechte hat der Arbeitnehmer? | Arbeitsrecht


            zudem ist die haltung des BR nicht nachvollziehbar
            außer er sieht keine zustimmungsverweigerungsg ründe,
            die im 99 BetrVG aufgelistet sind :

            (2) Der Betriebsrat kann die Zustimmung verweigern, wenn

            1.
            die personelle Maßnahme gegen ein Gesetz, eine Verordnung, eine Unfallverhütungsvorschrif t oder gegen eine Bestimmung in einem Tarifvertrag oder in einer Betriebsvereinbarung oder gegen eine gerichtliche Entscheidung oder eine behördliche Anordnung verstoßen würde,
            2.
            die personelle Maßnahme gegen eine Richtlinie nach § 95 verstoßen würde,
            3.
            die durch Tatsachen begründete Besorgnis besteht, dass infolge der personellen Maßnahme im Betrieb beschäftigte Arbeitnehmer gekündigt werden oder sonstige Nachteile erleiden, ohne dass dies aus betrieblichen oder persönlichen Gründen gerechtfertigt ist; als Nachteil gilt bei unbefristeter Einstellung auch die Nichtberücksichtigung eines gleich geeigneten befristet Beschäftigten,
            4.
            der betroffene Arbeitnehmer durch die personelle Maßnahme benachteiligt wird, ohne dass dies aus betrieblichen oder in der Person des Arbeitnehmers liegenden Gründen gerechtfertigt ist,
            5.
            eine nach § 93 erforderliche Ausschreibung im Betrieb unterblieben ist oder
            6.
            die durch Tatsachen begründete Besorgnis besteht, dass der für die personelle Maßnahme in Aussicht genommene Bewerber oder Arbeitnehmer den Betriebsfrieden durch gesetzwidriges Verhalten oder durch grobe Verletzung der in § 75 Abs. 1 enthaltenen Grundsätze, insbesondere durch rassistische oder fremdenfeindliche Betätigung, stören werde.

            "Büro ist wie Achterbahn fahren, ein ständiges Auf und Ab. Wenn man das dann auch noch täglich 8 Stunden machen muß, dann kotzt man halt irgendwann" STROMBERG

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            • #7
              AW: Zuweisung anderes Aufgabengebiet ohne vorherige Information

              Hallo!

              Zitat von Lima1985 Beitrag anzeigen
              Ja, aber leider nicht wirklich zu etwas zu gebrauchen.
              Sorry,aber langsam kann ich sowas nicht mehr lesen !!!
              Sozialgesetze wurden weltweit erstmals in Deutschland von der Arbeitnehmerschaft - gegen Bismarck - erkämpft und im dritten Jahrtausend ist eben dieselbe unfähig,ihr angemessene Vertreter zu wählen ???

              2014 - also nächstes Jahr - sind regulär BR-Wahlen:

              Eure Chance,auch für Y!

              Kandidieren oder Maul halten:Solange ich mich nicht selbst engagiere,fehlt mir jedwede Berechtigung zum Meckern!

              Grüsse,sueton
              Wenn man nicht weiß , wo man ist , kann man sich auch nicht verirren ! ( russ. Sprichwort )

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              • #8
                AW: Zuweisung anderes Aufgabengebiet ohne vorherige Information

                Zitat von sueton Beitrag anzeigen
                Hallo!



                Sorry,aber langsam kann ich sowas nicht mehr lesen !!!
                Sozialgesetze wurden weltweit erstmals in Deutschland von der Arbeitnehmerschaft - gegen Bismarck - erkämpft und im dritten Jahrtausend ist eben dieselbe unfähig,ihr angemessene Vertreter zu wählen ???

                2014 - also nächstes Jahr - sind regulär BR-Wahlen:

                Eure Chance,auch für Y!

                Kandidieren oder Maul halten:Solange ich mich nicht selbst engagiere,fehlt mir jedwede Berechtigung zum Meckern!

                Grüsse,sueton


                Leider ist das genau in einem der größten Unternehmen Deutschlands in dem ich tätig bin genau so!!!!! Und das schlimmste der BR gibt das offen zu!!!!
                denn so lebts sich leichter und immerhin überlebt man in einem korrupten Haufen so am längsten!!!
                Traurig aber in unserem Fall leider wahr.

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                • #9
                  AW: Zuweisung anderes Aufgabengebiet ohne vorherige Information

                  Zitat von matthias Beitrag anzeigen
                  Hallo,

                  man muss schon ein bisschen aufpassen.

                  Grundsätzlich ist im Arbeitsvertrag gergelt welche Aufgabenbegiete der AN zu tun hat. Die Tätigkeiten die der AG dann konkret zuweist, das ist die Sache des Arbeitgebers.
                  Der AG hat das Direktionsrecht.

                  Es mag Heute natürlich nicht mehr unbeindgt als zeitgemäß erscheinen, dass einfach per ORder de Mufti regiert wird, nur der AN hat keinerlei Anrecht darauf, dass das Direktionsrecht mit ihm diskutiert wird, er hat dabei auch kein Mitentscheidungsrecht.
                  Solange der AG im Rahmen des Arbeitsvertrages bleibt, kann er weitgehend das zuweisen was er denkt. Das kann auch mal eine vermeintlich niederwertige Tätigkeit sein.
                  Was er nicht machen kann ist einseitig das Gehalt zu kürzen, was hier ja aber auch nicht beabsichtigt ist.

                  :-(

                  und wenn auf Grund solch einer Versetzung in eine niedrigere Tätigkeit eine längst tarifrechtliche Höhergruppierung ausbleiben würde, die sogar schriftlich auf ein Datum fixiert war, nicht umgesetzt wurde und nun als Grund für die Versetzung heran gezogen wir? wie verhält es sich da????

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                  • #10
                    AW: Zuweisung anderes Aufgabengebiet ohne vorherige Information

                    Zitat von matthias Beitrag anzeigen
                    Das kann auch mal eine vermeintlich niederwertige Tätigkeit sein.
                    BAG, Urteil vom 9. 5. 2006 - 9 AZR 424/05


                    Eine vorformulierte Klausel, nach welcher ein Arbeitgeber eine andere als die vertraglich vereinbarte Tätigkeit einem Arbeitnehmer "falls erforderlich" und nach "Abstimmung der beiderseitigen Interessen" einseitig zuweisen kann, ist jedenfalls dann als unangemessene Benachteiligung iSv. § 307 BGB anzusehen, wenn nicht gewährleistet ist, dass die Zuweisung eine mindestens gleichwertige Tätigkeit zum Gegenstand haben muss.

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