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Thromboseprophylaxe

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  • Thromboseprophylaxe

    Hallo! Folgender Fall hat sich in unserem Unternehmen zugetragen:

    A hat eine angeborene Blut-Gerinnungsstörung. Durch lange Autofahrten oder Flugreisen, hat A ein evidentes Risiko, dass seine Blut-Gerinnungsstörung eine Thrombose verursacht, die zur Lungenembolie oder Schlaganfall mit Todesfolge führen kann. Bei privaten Reisen führt A eine medikamentöse Prophylaxe durch, die das Risiko einer Thrombose signifikant reduziert.

    A ist seit 2,5 Jahren in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis mit seinem aktuellen Arbeitgeber (AG). Reisebereitschaft war Voraussetzung für die Einstellung. A hat den AG nicht auf seine Erkrankung hingewiesen. Nun wurde A zu seiner ersten Dienstreise mit langer Reisezeit im PKW geschickt. A führt die ihm bekannte Prophylaxe durch. Dazu konsultiert er seinen Hausarzt der die Indikation dieser Behandlung feststellt und A ein Privatrezept ausstellt. A reicht nach der Dienstreise die Kosten für die Medikation beim AG ein. Dieser verweigert A die Kostenerstattung und verweist darauf, dass dies A „Privatvergnügen“ sei und ggf. noch die Krankenkasse für eine Kostenerstattung in Betracht kommt. Die Fürsorgepflicht des AG würde nach Meinung des AG hier nicht greifen. Des Weiteren wirft er A Täuschung im Vorstellungsgespräch vor, da er nicht erwähnt hat, dass er ggf. aufgrund dieser angeborenen Blut-Gerinnungsstörung nicht vollumfänglich für alle Aufgaben in seinem Arbeitsbereich eingestzt werden kann, obwohl er wusste, das Reisetätigkeiten (PKW und Flugzeug) Teil seines Arbeitsbereichs sind und Grundvoraussetzung für die Beschäftigung waren.
    Allerdings kann A ohne medizinische Bedenken seine Reisetätigkeiten mit entsprechender Prophylaxe durchführen.

    Muss der AG A die entstandenen Kosten erstatten? Fürsorgepflicht des AG?
    Hat A arbeitsrechtliche Konsequenzen des AG zu befürchten? Täuschung?


    Ich bin gespannt auf Eure Meinungen, Dnake!

  • #2
    Hallo Joschi,
    das der AG hier für die Kosten übernehmen soll, seh ich hier nicht. Desweiteren würde ich den AG sehr wohl über die Gerinnungsprobleme informieren, alleine schon aus eigener Sicherheit, denn passieren kann überall etwas und dann ist es u.U. gut wenn man weiss was zu tun ist, hinzu kommt ja auch noch das du einen sog. Antikoagulanten Ausweis bei der führen solltest (musst). Bei größeren Blutungen ist das SEHR wichtig. Troßallem sehe ich erstmal kein Problem solange du gut eingestellt bist.
    Gruß FS
    In einem guten Wort ist Wärme für drei Winter!

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    • #3
      Hallo,

      all zu oft scheint es ja keine Dienstreise zu geben. Wie hoch sind denn die Kosten für das Privatrezept?

      Täuschung sehe ich hier nicht, da der Mitarbeiter ja reisen kann. Ich frage mich allerdings, warum normale Blutgerinnungsmittel, die die Krankenkasse übernimmt nicht ausreichen. Es gibt ja auch noch weitere Maßnahmen, wie Stützstrümpfe oder längere Fahrtpausen.

      Gruß
      Hubertus

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      • #4
        Warum hat er sich denn kein Kassenrezept ausstellen lassen? Dafür übliche Medikamente sind oft verschreibungspflichtig, und die anderen können unter die Möglichkeit der Kostenübernahme als Therapiestandard bei chronischen Erkrankungen fallen. Man frage die Krankenkasse, den Arzt oder Apotheker.

        E.D.

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        • #5
          Ich pflichte hier hier Hubertus bei, ich z.B. nehme Marcumar und trage einen Thrombosestrumpf am rechten Bein, nach zwei Tiefenvenenthrombosen!
          Gruß FS
          In einem guten Wort ist Wärme für drei Winter!

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          • #6
            Hallo!

            Ich habe den Kollegen, der hier als A bezeichnet wird gerade in der Kaffeekueche angesprochen.

            Es wurde ihm Heparin verordnet. Dies sei die gaengige Prophylaxe. Er benoetigt dies auch bei langen Reisen mit PKW, Flugzeug ueber 3 Std. Wir reisen bei uns viel mit dem Zug, daher gab es diese spezielle Situation erst so spaet nach Antritt des Jobs. Beim Arzt wurde er gefragt, ob es eine dienstliche oder private Reise sei. Nachdem er mit dienstlich geantwortet hatte, uebergab ihm sein Arzt besagtes Privatrezept. Dies solle ihm dann als Verordnung dienen und zur Vorlage beim AG.
            Also hat A wohl nach Rat des Arztes gehandelt bezueglich der Abrechnung. Kosten sind wohl im Bereich von 10 Eur. gewesen.

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            • #7
              Zitat von Joschi Beitrag anzeigen
              ... Reisebereitschaft war Voraussetzung für die Einstellung. A hat den AG nicht auf seine Erkrankung hingewiesen.
              Hallo,

              hättest du deinen AG zuvor darauf hingewiesen, hättest du die Stelle möglicherweise nicht bekommen. Daher kann ich das Verschweigen durchaus nachvollziehen. Da du davon ausgegangen bist, dass du Dienstreisen mit vorheriger Prophylaxe ohne weiteres durchführen kannst, hast du die Erkrankung meiner Meinung nach auch nicht mitteilen müssen.

              A führt die ihm bekannte Prophylaxe durch. Dazu konsultiert er seinen Hausarzt der die Indikation dieser Behandlung feststellt und A ein Privatrezept ausstellt.
              Da hat der Hausarzt dem Grunde nach richtig gedacht: Der Anlass der Prophylaxe liegt im Verantwortungsbereich des Arbeitgebers, dient der Ausübung des dienstlichen Auftrag und wäre demnach zu Lasten des Arbeitgebers abzurechnen. Das kann nicht auf Kosten der Allgemeinheit (Krankenversicherung) gehen. Das ist wie mit der Bildschirmbrille für den PC-Arbeitsplatz. Diese ist - im Gegensatz zur "Lesebrille" - ebenfalls vom AG zu bezahlen.

              A reicht nach der Dienstreise die Kosten für die Medikation beim AG ein.
              Wenn bis dahin alles korrekt lief, beginnt hier das Problem: Die nachträgliche Forderung auf Kostenerstattung ohne Vorwarnung ist der verkehrte Weg. Zumindest hättest du zuvor fragen müssen "Ich kann die Dienstreise zwar machen, aber benötige dazu eine Prophylaxe. Zahlst du die, Chef?". Dann hätte dein AG sagen können "O.k." oder vielleicht auch "Dann machst du die Dienstreise eben nicht, wir organisieren das anders".

              Dieser verweigert A die Kostenerstattung
              Das kann ich in diesem Fall verstehen.

              und verweist darauf, dass dies A „Privatvergnügen“ sei
              "Privatvergnügen" würde ich so nicht sagen. Um das Beispiel der Bildschirmbrille aufzugreifen: Streng genommen müsste die AG-finanzierte Bildschirmbrille am Arbeitsplatz verbleiben, während für den heimischen Bedarf eine privat finanzierte Brille anzuschaffen ist. Demgegenüber benutzt der*die Brillenträger*in bei "normaler" Kurzsichtigkeit die Privatbrille natürlich auch am Arbeitsplatz.

              und ggf. noch die Krankenkasse für eine Kostenerstattung in Betracht kommt.
              Wie bereits gesagt: Für betrieblich veranlasste Aufwendungen ist die Krankenkasse nicht zuständig.

              Die Fürsorgepflicht des AG würde nach Meinung des AG hier nicht greifen.
              Ebenfalls wie bereits gesagt: Zumindest nicht nachträglich ohne vorherigen Hinweis. Wären die Umstände dem AG zuvor bekannt gewesen, dann wohl eher schon.

              Des Weiteren wirft er A Täuschung im Vorstellungsgespräch vor, da er nicht erwähnt hat, dass er ggf. aufgrund dieser angeborenen Blut-Gerinnungsstörung nicht vollumfänglich für alle Aufgaben in seinem Arbeitsbereich eingestzt werden kann,
              Im Vorstellungsgespräch bist du gutgläubig davon ausgegangen, dass es dank Prophylaxe keine Einschränkungen gibt. Die Frage, wer die Kosten dafür tragen muss, hatte sich dir bis dahin noch nicht gestellt. Das wäre meiner Ansicht nach nicht als Täuschung zu werten.

              Muss der AG A die entstandenen Kosten erstatten?
              In diesem speziellen Fall wohl eher nicht.

              Fürsorgepflicht des AG?
              Für die Zukunft vermutlich schon.

              Hat A arbeitsrechtliche Konsequenzen des AG zu befürchten? Täuschung?
              Eher nicht.

              Gruß,
              werner
              Spare in der Zeit, dann hast du in der Not: Hast du keine Rechtsschutzversicherung und bist kein Gewerkschaftsmitglied? Dann kannst du jetzt mit den gesparten Beiträgen den Anwalt selbst bezahlen ...
              Sicherheitshalber der Hinweis: Ich bin kein Jurist und gebe hier nur meine persönliche Meinung wieder, basierend auf einem mehr oder weniger großen Erfahrungsschatz.

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