Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Moralisch bedenkliche Kunden

Einklappen
X
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Moralisch bedenkliche Kunden

    Hallo zusammen,

    Es gibt in meiner Firma ein kleines Problem mit moralisch bedenklichen Kunden.

    Ich habe mal den Fall durchgelesen der sich mit einer Auszubildenden beschäftigt hat, die eine Fasnacht nicht vorbereiten wollte, weil sie sich aus religiösen Gründen dagegen war.
    Sie hatte, so klang es, knapp verloren, weil sie von Anfang an wusste, dass sie sowas machen muss wenn sie dort unterschreibt, und weil Sie nicht von Anfang an gesagt hat, dass sie sowas nicht machen will.

    Ich habe nun das Problem in meiner Firma, dass wir extrem viele verschiedene Kunden haben.
    Und die Kunden die ich bisher bedient habe, waren alle moralisch unbedenklich. Nun soll ich aber ein Projekt, dass schon von uns bearbeitet wurde (von einem Ex-Kollegen), weiter bearbeiten.
    Dieser Kunde stellt allerdings Waffen her. Raketen und sonstiges.
    Nun habe ich ein Problem damit, mit meiner Arbeit dazu beizutragen, dass Menschen sterben.

    Mir ist durchaus bewusst, dass, wenn ich das nicht mache, es jemand anders es macht. Oder, dass wenn sogar meine Firma das nicht macht, es eine Andere Firma macht. Das es unterm strich auf jeden Fall passiert.

    Jetzt ist die Frage. Muss ich meine Hände in das Blut von sterbenden Menschen tunken?
    Klar werde ich selbst, oder vielleicht nicht mal meine Projekt direkt einen menschen töten. Aber die Firma, die durch mich damit unterstützt wird tut das. Und das schmeckt sehr unangenehm.

    viele Grüße
    und save the World
    Blacki

  • #2
    Zitat von Blackhawk50000 Beitrag anzeigen
    Hallo zusammen,

    Es gibt in meiner Firma ein kleines Problem mit moralisch bedenklichen Kunden.

    Ich habe mal den Fall durchgelesen der sich mit einer Auszubildenden beschäftigt hat, die eine Fasnacht nicht vorbereiten wollte, weil sie sich aus religiösen Gründen dagegen war.
    Sie hatte, so klang es, knapp verloren, weil sie von Anfang an wusste, dass sie sowas machen muss wenn sie dort unterschreibt, und weil Sie nicht von Anfang an gesagt hat, dass sie sowas nicht machen will.

    Ich habe nun das Problem in meiner Firma, dass wir extrem viele verschiedene Kunden haben.
    Und die Kunden die ich bisher bedient habe, waren alle moralisch unbedenklich. Nun soll ich aber ein Projekt, dass schon von uns bearbeitet wurde (von einem Ex-Kollegen), weiter bearbeiten.
    Dieser Kunde stellt allerdings Waffen her. Raketen und sonstiges.
    Nun habe ich ein Problem damit, mit meiner Arbeit dazu beizutragen, dass Menschen sterben.

    Mir ist durchaus bewusst, dass, wenn ich das nicht mache, es jemand anders es macht. Oder, dass wenn sogar meine Firma das nicht macht, es eine Andere Firma macht. Das es unterm strich auf jeden Fall passiert.

    Jetzt ist die Frage. Muss ich meine Hände in das Blut von sterbenden Menschen tunken?
    Klar werde ich selbst, oder vielleicht nicht mal meine Projekt direkt einen menschen töten. Aber die Firma, die durch mich damit unterstützt wird tut das. Und das schmeckt sehr unangenehm.

    viele Grüße
    und save the World
    Blacki

    Hey,
    sorry. Du hast kein Problem damit bei einer Firma beschäftigt zu sein, die Kunden hat, die Waffen herstellen.
    Jetzt hast du ein Problem, weil du persönlich ein entsprechendes Projekt bearbeiten sollst.

    Nochmals sorry, aber für mich bist du total unglaubwürdig. Entweder ganz oder garnicht.

    Such dir einen anderen Arbeitgeber.

    Solltest du dich weigern das Projekt zu übernehmen droht dir einiges wegen Arbeitsverweigerung.
    VG
    Gast_SBV

    Kommentar


    • #3
      Ich wusste Anfangs nicht, dass wir solche Kunden haben. Und manche der Kunden schreiben dass auch so nicht auf ihre Webseiten.
      (sorry, hatte ich nicht so erwähnt)

      Kommentar


      • #4
        Zitat von Blackhawk50000 Beitrag anzeigen
        Ich wusste Anfangs nicht, dass wir solche Kunden haben. Und manche der Kunden schreiben dass auch so nicht auf ihre Webseiten.
        (sorry, hatte ich nicht so erwähnt)
        Deswegen hast du dir mal den entsprechendn Nickname gegeben?

        In meinen Augen trollst du hier.

        Ansonsten würde ich mich an die Gewerkschaft wenden. Dort würde ich in Arbeitsgruppen zur Konversion mitarbeiten.

        Oder ich würd mir nen anderen AG suchen.

        So lange die Dinge die dort gearbeitet werden legal sind, wirst du dich kaum weigern können es zu machen.

        Kommentar


        • #5
          Zitat von Blackhawk50000 Beitrag anzeigen
          ... Dieser Kunde stellt allerdings Waffen her. Raketen und sonstiges.
          Nun habe ich ein Problem damit, mit meiner Arbeit dazu beizutragen, dass Menschen sterben.
          Hallo,

          die Suchmaschine wirft bei Eingabe der Stichwörter Arbeitsverweigerung Gewissensgründe gleich unzählige Treffer aus. Einer der ersten enthält gleich eine in meinen Augen sehr gute Darstellung des Themas:
          https://www.ddniedersachsen.de/asset...nsgruenden.pdf
          Da braucht man eigentlich nichts mehr dazu zu sagen ...

          Insbesondere das dortige "Beipiel 8" finde ich sehr anschaulich.

          Mir ist durchaus bewusst, dass, wenn ich das nicht mache, es jemand anders es macht. Oder, dass wenn sogar meine Firma das nicht macht, es eine Andere Firma macht. Das es unterm strich auf jeden Fall passiert.
          Das ist die Argumentation derjenigen, die als Kriegsgewinnler den Profit über die Moral stellen. Je mehr Leute oder Firmen "nein" sagen, desto mehr Schwierigkeiten bekommt der Rüstungsproduzent. Und wenn Arzneimittelkonzerne keine Zutaten für Giftspritzen mehr liefern, können in den USA keine Todesstrafen vollzogen werden.

          Jetzt ist die Frage. Muss ich meine Hände in das Blut von sterbenden Menschen tunken?
          Klar werde ich selbst, oder vielleicht nicht mal meine Projekt direkt einen menschen töten. Aber die Firma, die durch mich damit unterstützt wird tut das.
          Es kommt nun auf die Details der dir zugedachten Tätigkeit an. Bist du damit direkt an der Rüstungsproduktion beteiligt? Oder arbeitest du an einem zivilen Produkt?

          Da soll es z.B. im Süden Deutschlands einen Automobilbauer geben, der - direkt und indirekt - an der Herstellung von waffenfähigen Universalmotorgeräten und an Panzerabwehrminen und auch an Produkten für Luftstreitkräfte beteiligt ist. Trotzdem würde ich nicht jede*n, der*die unter diesem Stern arbeitet, als potentielle*n Mörder*in bezeichnen wollen.

          Gruß,
          werner

          Spare in der Zeit, dann hast du in der Not: Hast du keine Rechtsschutzversicherung und bist kein Gewerkschaftsmitglied? Dann kannst du jetzt mit den gesparten Beiträgen den Anwalt selbst bezahlen ...
          Sicherheitshalber der Hinweis: Ich bin kein Jurist und gebe hier nur meine persönliche Meinung wieder, basierend auf einem mehr oder weniger großen Erfahrungsschatz.

          Kommentar


          • #6
            Zitat von werner h. Beitrag anzeigen
            Es kommt nun auf die Details der dir zugedachten Tätigkeit an. Bist du damit direkt an der Rüstungsproduktion beteiligt? Oder arbeitest du an einem zivilen Produkt?

            Da soll es z.B. im Süden Deutschlands einen Automobilbauer geben, der - direkt und indirekt - an der Herstellung von waffenfähigen Universalmotorgeräten und an Panzerabwehrminen und auch an Produkten für Luftstreitkräfte beteiligt ist. Trotzdem würde ich nicht jede*n, der*die unter diesem Stern arbeitet, als potentielle*n Mörder*in bezeichnen wollen.

            Gruß,
            werner

            Hi Werner.. danke für die erste gute konstruktive Antwort =)

            Also der Punkt ist, dass ich durch meine Arbeit den Bau der Waffen durch Digitalisierung der Logistik beschleunigen und erleichtern würde.
            Und wie sich herausstellt hat diese Firma keine zivilen Produkte sondern ausschließlich Militärische.
            Jede Firma soll wohl bei Schrobenausen sitzen und nach etwas Google-Suche auch Produkte unter Anderem nach Saudi-Arabien verkaufen.


            Ein weiterer Punkt ist, dass viele, wie auch der Automobielbauer nicht offensichtlich an Waffen beteiligt sind, sondern dass man teilweise tief graben muss.
            Und jeden Kunden zu durchleuchten bevor ich einen Job annehme ist irgendwie ... extrem viel.


            viele Grüße
            Blacki


            PS: @ matthias WTF man... was hat das eine mit dem anderen zu tun....

            Kommentar


            • #7
              Zitat von Blackhawk50000 Beitrag anzeigen
              Also der Punkt ist, dass ich durch meine Arbeit den Bau der Waffen durch Digitalisierung der Logistik beschleunigen und erleichtern würde.
              Und wie sich herausstellt hat diese Firma keine zivilen Produkte sondern ausschließlich Militärische.
              Jede Firma soll wohl bei Schrobenausen sitzen
              O.k., so intensiv kann man gar nicht die Augen verschließen, dass man das nicht sieht. Da trifft aus meiner Sicht das zuvor genannte Beispiel 8. absolut zu.

              Wie ist dein Arbeitgeber denn so drauf? Kannst du ihm deine Gewissensgründe nachvollziehbar darlegen und auf Verständnis hoffen? Oder zwingt er dich voraussichtlich dennoch in den Auftrag? Gibt es andere Projekte, in denen du sinnvollerweise mitarbeiten könntest? Können andere aus deiner Firma den Auftrag übernehmen?

              Wie groß ist dein Unternehmen? Kleinbetrieb bis zu zehn Mitarbeitenden? Oder größer, also mit Kündigungsschutz nach KSchG? Ist ein Betriebsrat vorhanden?

              Wie gut sind deine Chancen auf dem Arbeitsmarkt, falls es zum Konflikt kommt?

              Spare in der Zeit, dann hast du in der Not: Hast du keine Rechtsschutzversicherung und bist kein Gewerkschaftsmitglied? Dann kannst du jetzt mit den gesparten Beiträgen den Anwalt selbst bezahlen ...
              Sicherheitshalber der Hinweis: Ich bin kein Jurist und gebe hier nur meine persönliche Meinung wieder, basierend auf einem mehr oder weniger großen Erfahrungsschatz.

              Kommentar


              • #8
                Grüß dich.

                danke für deine Antwort. Beispiel 8 passt wirklich fast wie die faust aufs Auge.

                Zitat von werner h. Beitrag anzeigen
                Wie ist dein Arbeitgeber denn so drauf?
                Mein AG hat gefühlt nur das Geld im Kopf.

                Zitat von werner h. Beitrag anzeigen
                Kannst du ihm deine Gewissensgründe nachvollziehbar darlegen und auf Verständnis hoffen?
                Ich kann es versuchen, weiß aber noch nicht, was dabei rum kommt.

                Zitat von werner h. Beitrag anzeigen
                Oder zwingt er dich voraussichtlich dennoch in den Auftrag?
                Ja wird er vermutlich.

                Zitat von werner h. Beitrag anzeigen
                Gibt es andere Projekte, in denen du sinnvollerweise mitarbeiten könntest?
                Ja es gibt genau andere Projekte, sehr sehr viele sogar.

                Zitat von werner h. Beitrag anzeigen
                Können andere aus deiner Firma den Auftrag übernehmen?
                Ja, es gibt auch andere Kollegen, die das übernehmen können.


                Das unternehmen ist in der größeren Hälfte deiner Fragestellung, besitzt aber leider keinen Betriebsrat.

                Leider kenne ich mich in Sachen KSchG absolut nicht aus. Was genau hat es in meinem Fall damit auf sich?

                Und um meine Chancen mache ich mir absolut keine Sorgen =)

                Kommentar


                • #9
                  Zitat von Blackhawk50000 Beitrag anzeigen
                  ... Ja wird er vermutlich.
                  Ja es gibt genau andere Projekte, sehr sehr viele sogar.
                  Ja, es gibt auch andere Kollegen, die das übernehmen können.
                  Dein AG könnte dich demnach in einem anderen Projekt einsetzen und den Auftrag dennoch ausführen. Das wäre im Falle einer Kündigungsschutzklage vor dem Arbeitsgericht zu deinen Gunsten auszulegen.

                  Im Ergebnis würde das zwar zur Erkenntnis führen "Wenn ich es nicht mache, tun es andere" - aber das System an sich können wir durch einzelne Gewissensnöte nicht grundlegend ändern. Das Recht, aus Gewissensgründen Tätigkeiten zu verweigern, ist ein Individualrecht. Dadurch können wir nicht direkt verhindern, dass sich andere mit Hurra-Geschrei ins Gemetzel stürzen.

                  Das unternehmen (...) besitzt aber leider keinen Betriebsrat.
                  Was nicht ist, kann ja noch werden. Allerdings müsstest du den Kampf bis dahin alleine ausfechten, ohne Unterstützung eines Gremiums.

                  Leider kenne ich mich in Sachen KSchG absolut nicht aus. Was genau hat es in meinem Fall damit auf sich?
                  Im Kleinbetrieb ist es für den AG sehr viel leichter zu kündigen. Aber das spielt hier ja keine Rolle.
                  Spare in der Zeit, dann hast du in der Not: Hast du keine Rechtsschutzversicherung und bist kein Gewerkschaftsmitglied? Dann kannst du jetzt mit den gesparten Beiträgen den Anwalt selbst bezahlen ...
                  Sicherheitshalber der Hinweis: Ich bin kein Jurist und gebe hier nur meine persönliche Meinung wieder, basierend auf einem mehr oder weniger großen Erfahrungsschatz.

                  Kommentar

                  Unconfigured Ad Widget

                  Einklappen

                  Google

                  Einklappen
                  Lädt...
                  X