Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Vertragswidriges Verhalten? - Bitte um Rat!

Einklappen
X
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Vertragswidriges Verhalten? - Bitte um Rat!

    Guten Morgen,

    ich befinde mich aktuell, seit wenigen Tagen im Krankenstand und erhalte vermehrt Emails von meinem Arbeitgeber. In diesen Emails werde ich sogar abgemahnt und man wirft mir vertragswidriges Verhalten vor, droht mit Schadensersatzansprüchen und Kündigung... ich bin ehrlich gesagt baff...

    Es geht um folgenden Sachverhalt:

    Ich habe Seminare vorbereitet. Eines dieser Seminare fällt nun in meine AU und mein Arbeitgeber schrieb mir, ich solle für die Vertretung sämtliche Unterlagen per Email zuschicken. Diese Email erhielt ich am zweiten Tag meiner AU und hatte auch nur bis zum Abend des selben Tages eine Frist gesetzt bekommen. Besagte Email, da ich krankheitsbedingt viel im Bett lag, las ich allerdings zu spät, erst nach der Fristsetzung.

    Eine weitere Mail, mit der Abmahnung und den oben angesprochenen Sachverhalt, war inzwischen auch eingegangen. Der Punkt ist nun aber, dass ich Seminar-Unterlagen nicht bei mir Zuhause aufbewahre, sondern alles auf dem Rechner in der Firma gespeichert ist. Das habe ich nun, wenngleich auch verspätet, mitgeteilt. Mein Arbeitgeber kann dort jederzeit auf meinen Rechner zugreifen. Ich habe also keine Unterlagen einbehalten und den Zugriff darauf verwehrt.

    Liegt dennoch vertragswidriges Verhalten meinerseits vor? Kann das wirklich so sein? Muss ich allen Ernstes mit einer Schadensersatzforderung rechnen, evtl. auch Kündigung wegen vertragswidrigem Verhalten?

    Ich bin sozialversicherungspflich tig angestellt.
    Bitte um Rat, wie ich mich zur Wehr setzen kann, denn ich habe mir nichts zu Schulden kommen lassen, bin einfach nur AU geworden!

    Danke und LG
    KK

  • #2
    Kurzer Nachtrag: Die Email mit der Abmahnung landete noch am selben Tag in meinem Postfach, wie die Email, mit der Aufforderung, die Unterlagen zuzusenden (Freitag und Seminar ist heute, am Montag). Wie schon geschrieben, diese Sachen bewahre ich nicht zu Hause auf, denn im Grunde genommen wäre genau das etwas Vertragswidriges, weil wir Arbeitnehmer das lt. Vertrag nicht dürfen. LG KK

    Kommentar


    • #3
      wieso ließt du überhaupt während deiner Krankheit Emails?
      Ignorieren und wenn du wieder gesund bist dich dann kümmern!

      Deinem Arbeitgeber keine Antwort geben, denn du bist krank (AU) und damit von jeglicher Arbeit befreit.

      Weiterer Tipp: neuen Arbeitgeber suchen, weil der schein ein wenig geisteskrank zu sein.

      Schadensersatzansprüche kann er nicht stellen.
      Und dann wenn du wieder gesund bist, ab zum Anwalt und den AG auffordern, alle gemachten Aussagen zurück zu nehmen.

      gruß
      meistermacher

      Kommentar


      • #4
        Hallo Meistermacher und danke für Deine Antwort. Du hast natürlich Recht, denn warum tue ich mir das während einer AU, bei der ich mich erst einmal auskurieren sollte, überhaupt an? Ich schätze, dass liegt am Pflichtgefühl, obwohl ich es besser wissen sollte.

        Gestern kamen noch weitere Emails an. Ich hatte auch geantwortet, um darauf aufmerksam zu machen, dass alles, was meine Kollegen zur Vertretung benötigen, auf meinem Arbeitsplatz auffindbar ist. Zugang zum PC ist für meinen AG und die Kollegen möglich. Ich wies auch darauf hin, dass meinerseits keine Pflichtverletzung vorliegt, ich weder vorsätzlich, noch fahrlässig gehandelt habe. Danach schrieb ich nichts mehr.

        Heute liegt dann die außerordentliche fristlose Kündigung, aus wichtigem Grund, vor. Mit dem Zusatz: "hilfsweise zum nächstmöglichen Zeitpunkt!" - wobei hier nicht direkt steht, ab wann ich denn nun gekündigt bin. Probezeit ist vorbei. Bin seit etwas über einem Jahr dort angestellt.

        Dazu werde ich aufgefordert, alle betrieblichen Unterlagen, Computerausdrucke, Arbeitsmittel und Firmenhandy, sowie die Schlüssel abzugeben, bis nächste Woche Montag. Ich verstehe nicht, warum man weiter davon ausgeht, dass ich irgendwelche arbeitsinternen Unterlagen daheim habe (oder verstehe ich hier irgendetwas falsch)?

        Nun folgt dann noch der Satz, dass ich mich umgehend bei meiner Agentur für Arbeit melden muss, als arbeitssuchend. Das will ich natürlich tun, zeitgleich aber auch gegen die Kündigung vorgehen, denn sie so zu akzeptieren, dass bedeutet mit Sicherheit eine Sperre. Wie gehe ich denn nun korrekt vor?

        Arbeitsgericht einschalten? Zuvor den Arbeitgeber noch einmal schriftlich anschreiben, dass die aktuelle Kündigung rechtlich nicht wirksam ist und ich auf eine ordentliche Kündigung bestehe? Anwalt einschalten? Ich bin nicht rechtsschutzversichert, gibt es Stellen, die finanziell unterstützen?

        Ich bin weiterhin baff und habe keine Erklärung, warum mit mir so verfahren wird, bin gerade auch massiv überfordert. Vor der AU, die gerade erst letzte Woche Donnerstag anfing, lief alles in geordneten Bahnen. Wie es so plötzlich zu dieser Wende kommt, vermag ich nicht zu begreifen.

        Hat noch jemand einen Rat für mich?

        LG

        Kommentar


        • #5
          Kleiner Nachtrag, da gerade vergessen: Wer bekommt denn jetzt die AU überhaupt? Gestern bekam ich die Verlängerung der AU, da ich logischerweise noch nicht auskuriert bin. Der AG hat sie per Email bekommen und kriegt das Original auch via Post. Doch wie geht es dann weiter? Falls eine weitere AU folgen sollte, geht die auch an den AG, da ich die Kündigung nicht anerkennen möchte oder muss die AU dann schon an die Arbeitsagentur? Evtl. an Beide, wobei eine Stelle nur ein Duplikat bekommt?

          Kommentar


          • #6
            Wie groß ist die Firma?
            Das Kündigungsschutzgesetz gilt erst für Mitarbeiter eines Betriebes ab einer gewissen Mitarbeiteranzahl. Dabei werden nur die ständig beschäftigten Mitarbeiter gezählt. Auszubildende zählen nicht. Mitarbeiter mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von mehr als 30 Stunden werden mit dem Faktor 1 berücksichtigt. Mitarbeiter mit einer Stundenzahl von mehr als 20 Stunden bis einschließlich 30 Stunden werden mit dem Faktor 0,75 berücksichtigt. Alle Mitarbeiter die bis zu einschließlich 20 Stunden arbeiten, werden mit dem Faktor 0,5 berücksichtigt. Grundsätzlich liegt der Schwellenwert für alle Mitarbeiter eines Betriebes bei 10 Mitarbeitern. Dies bedeutet, das Kündigungsschutzgesetz gilt grundsätzlich erst, wenn im Betrieb mehr als 10 Mitarbeiter beschäftigt sind.
            Da du ja, wie du selber schreibst aus der Probezeit raus bist und seit etwas über einem Jahr angestellt bist würde das Kündigungsschutzgesetz gelten, wenn die Mitarbeiteranzahl erreicht ist.

            Kündigung anerkennen oder nicht steht nicht zur Debatte !!!!!!

            Wenn dein AG dir eine schriftliche außerordentliche und gleichzeitig hilfsweise eine ordentliche Kündigung zugestellt hat dann hast du ab dem Zugang der Kündigung bei Dir 3 Wochen Zeit eine Kündigungsschutzklage beim zuständigen Arbeitsgericht einzureichen. Wenn du diese Frist NICHT einhälst ist die Kündigung rechtskräftig. Einen Fachanwalt für Arbeitsrecht hinzu zu ziehen wäre ebenfalls sinnvoll, auch wenn du in der 1. Instanz deine Kosten selber tragen musst. Du kannst dir auch Hilfe beim Rechtspfleger des Arbeitsgerichtes holen, der wird dir beim Formulieren der Kündigungschutzklage helfen.

            Gibt es einen Personalrat/Betriebsrat in deinem Unternehmen?
            Wenn ja, dann muss dieser angehört worden sein

            Gruß
            Galaxy
            Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren. Bertold Brecht

            Kommentar


            • #7
              Hallo Galaxy,

              ich danke Dir für die schnelle Rückmeldung. Es sind weit mehr als 10 Mitarbeiter in dem Unternehmen in Vollzeit beschäftigt. Ist ein sehr großes Unternehmen, leider ohne Personalrat/Betriebsrat, sonst wäre Dieser auch mein direkter Weg gewesen.

              Eine ordentliche Kündigung, fristgemäß und ohne Nachteile für mich, wäre absolut in Ordnung. Denn ganz ehrlich? Wenn ein AG plötzlich solche Seiten aufzieht und ich als AN mir nicht erklären kann, was los ist, dann ist es für mich sicherlich gesünder, wenn ich mich nach einem anderen Arbeitsplatz umsehe, jedenfalls, sobald ich nicht mehr AU bin. Das Vertrauen zu meinem AG ist eindeutig dahin. Ich habe so etwas noch nie erlebt und fühle mich in der Tat so, als bräuchte ich gerade eine aufbauende Gesprächstherapie. Man, man, man...

              Da ich drei Wochen Zeit habe, um die Kündigungsschutzklage einzureichen, bietet es sich da Deiner Meinung nach an, dem Arbeitgeber eine einwöchige Frist zu setzen, so dass er eine ordentliche Kündigung mit der normalen gesetzlichen Frist, entsprechend Bekanntgabe des letzten Arbeitstages, formuliert und an mich versendet? Und sollte das nicht geschehen, eine Kündigungsschutzklage erfolgt?

              Danke und LG
              KK



              Kommentar


              • #8
                Hallo KarferKatze,
                hier ist es sinnvoll einen Anwalt für Arbeitsrecht einzuschalten. Was die KÜ-Schutzklage angeht, die kann man erst einreichen wenn man gekündigt ist, also nach Zugang der Kündigung innerhalb von drei Wochen. Kündigung hat schriftlich zu erfolgen!!
                Gruß FS
                In einem guten Wort ist Wärme für drei Winter!

                Kommentar


                • #9
                  Hallo,

                  verliere keine Zeit mit Fristsetzung. Also ab zum Anwalt. Oder zum Arbeitsgericht. Da hilft der Rechtspfleger, wie galaxy ja auch schon geschrieben hat.

                  Gruß
                  Hubertus

                  Kommentar


                  • #10
                    Hast du denn wirklich die Kündigung schriftlich vorliegen? Die kam nicht auch per Mail?

                    Kommentar


                    • #11
                      Hallo,

                      ja, die Kündigung kam per Einschreiben Einwurf, liegt also schriftlich vor. Um einen Anwalt zu beauftragen, stelle ich da Antrag auf einen Beratungshilfeschein oder direkt die Prozesskostenbeihilfe? Da ich, lt. AG zu sofort fristlos gekündigt bin, bekomme ich am Ende diesen Monats nur den halben Lohn.

                      Im Moment sitze ich mit Fieber daheim, bekomme starke Medikamente, kann gerade sowieso nirgends hin und muss erstmal alles schriftlich machen. Gibt es aufgrund von AU aufschiebende Fristen für die Arbeitsschutzklage? Wenn nicht, muss ich schauen, ob ich jemanden finde, der mich zum Anwalt und Co. begleitet, denn allein befürchte ich, mit meinem Fieber aus den Latschen zu kippen. Hoffe das es mir schnell wieder besser geht.

                      Habe zudem erfahren, dass ich nicht die Einzige bin, die mir diesen merkwürdigen Methoden gekündigt wurde. Eine Kollegin hat sich gestern bei mir gemeldet und mitgeteilt, was gerade los ist in der Firma.

                      LG
                      KK

                      Kommentar


                      • #12
                        Nein es gibt keine aufschiebende Wirkung*, die 3 Wochenfrist ist fest und unbedingt einzuhalten. Alles andere wäre Kamikaze.


                        *Klar gibt es Ausnahmen, wenn man im Koma liegt o.ae. aber grundsätzlich ist diese Frist sehr sehr ernst zu nehmen, weil danach geht nix mehr und man ist raus.

                        Kommentar


                        • #13
                          Zitat von matthias Beitrag anzeigen
                          die 3 Wochenfrist ist fest und unbedingt einzuhalten.
                          Hallo,

                          ergänzend dazu: Innerhalb dieser Frist muss die Klage beim Arbeitsgericht vorliegen. Es reicht also nicht aus, am letzten Tag der Frist die Anwaltskanzlei aufzusuchen.

                          Notfalls wäre es eine Überlegung, die Klage zuhause selbst zu formulieren (Muster dazu findest du im Netz) und beim Arbeitsgericht einzureichen. Dann hättest du etwas mehr Zeit, um dich vor Aufsuchen der/des Anwält*in - aber noch rechtzeitig vor dem ersten kurzfristig anberaumten Termin bei Gericht - auszukurieren.

                          Gruß,
                          werner

                          Spare in der Zeit, dann hast du in der Not: Hast du keine Rechtsschutzversicherung und bist kein Gewerkschaftsmitglied? Dann kannst du jetzt mit den gesparten Beiträgen den Anwalt selbst bezahlen ...
                          Sicherheitshalber der Hinweis: Ich bin kein Jurist und gebe hier nur meine persönliche Meinung wieder, basierend auf einem mehr oder weniger großen Erfahrungsschatz.

                          Kommentar


                          • #14
                            Hallo,

                            und danke euch Beiden, für eure Antworten. Setze mich gerade schon damit auseinander, zur Not die Klage selbst einzureichen und dann, sobald ich wieder auf den Beinen bin, direkt einen Anwalt aufzusuchen. Habe zumindest schon Einen in Aussicht.

                            LG
                            KK

                            Kommentar


                            • #15
                              Hallo Kaeferkatze,

                              nun, du kannst zum Anwalt gehen. Die Kosten, die das verursacht wirst du mit dem erreichen einer Einvernehmlichen Auflösung unter Zahlung einer Abfindung auch tragen können.
                              Das mit dem Anwalt geht ggf. auch telefonisch und der kommt zu dir.
                              Wichtig, es muss ein Anwalt für Arbeitsrecht sein.

                              Für die Zukunft, denk mal über die Mitgliedschaft einer Gewerkschaft nach, für Arbeitslose liegt der Beitrag bei ca. 1,60€ je Monat, wenn du beschäftigt bist bei 1% vom brutto. Dafür hast du dann auch neben Ansprechpartner die dir beider Formulierung der Kündigungsschutzklage helfen auch nach der erforderlichen Wartezeit einen Anspruch auf Arbeits- und Sozialrechtschutz. Weiterhin kommen die Gewerkschaftskollegen auch kostenfrei zu dir nach hause und Unterstützen dich bei der Antragstellung.

                              In der Kündigungsschutzklage widersprichst du alle genannten gründe und machst deutlich, dass du trotz Krankheit deinem Arbeitgeber auf Emails geantwortet hast und in mitgeteilt hast wo er allen erforderlichen Unterlagen auf deinem Schreibtisch in Büro findet.
                              Du hast deinen Job immer richtig erledigt und legst daher Kündigungsschutzklage sowohl gegen die Fristlose wie auch gegen die Fristgerechte ein.
                              Dein Arbeitgeber hat dich weiter zu beschäftigten und du bist, sobald genesen auch wieder bereit deine Tätigkeit aufzunehmen.

                              Da ich nicht weiß ob du 2 separate und nur 1 Klage einreichen musst denke ich ist hier ein RA erforderlich.
                              Also nichts wie hin am Montag.

                              Achja, und immer weiter zum Arzt gehen und bis zur Verhandlung Au bleiben, weil dich diese Kündigung psychisch fertig gemacht hat.

                              Viel Erfolg

                              Kommentar

                              Unconfigured Ad Widget

                              Einklappen

                              Google

                              Einklappen
                              Lädt...
                              X