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  • Kündigung via whatsapp

    Hallo,
    meine Tochter hat soeben über Whatsapp die Kündigung zum 28.02.2018 erhalten. Sie ist momentan wegen einer OP krankgeschrieben. Der Betrieb hat weniger als 10 Mitarbeiter.
    Ich denke:
    Die elektronische Form ist für die Kündigung nach § 623 BGB ausdrücklich ausgeschlossen. Eine per sms oder Whatsapp ausgesprochene Kündigung ist daher  § 125 Satz 1 BGB nichtig.
    Wann und wie sollte sie reagieren, bzw. Einspruch erheben? Hier gilt die 3-Wochen-Frist doch nicht, oder?
    Danke für die Antworten.

  • #2
    Aus meiner Sicht nicht zulässig, da die eigenhändige Unterschrift fehlt!! Gruß FS
    In einem guten Wort ist Wärme für drei Winter!

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    • #3
      Zuerst mal das Wichtigste: "Die drei Wochen Frist gilt (meistens) immer. Es gibt nur sehr wenige gerichtliche Ausnahmen, die aber alle Einzelentscheidungen waren.
      Ob die arbeitgeberseitige Kündingung der Schriftformerfordernis entspricht oder ob der Chef diese auf einem Bierdeckel (ohne Unterschrift einer zeichnungsberechtigten Person) dem Mitarbeiter übergibt, ändert nichts an der Frist für die Kündigungsschutzklage.
      Also Kündigungsschutzklage schriftlich und formlos beim Arbeitsgericht einreichen, damit die Frist nicht verstreicht. Da langt ein Einzeiler mit den bekannten Daten und Du brauchst in dem jetzigen Stadium noch keinen Rechtsbeistand.

      Deine Tochter ist in einem Kleinbetrieb und damit fällt die soziale Komponente des Kündigungsschutzgesetztes weg und der Arbeitgeber braucht auch keinen Kündigungsgrund.

      Allerdings ist die vorliegende Kündigung, aufgrund des Formfehlers (per WhatsUp) ungültig. Sie geht aber automatisch nach der Fristverstreichung in eine nicht mehr anfechtbare quasi "gültige" ordentliche Kündigung über.
      Ob weitere Formfehler(falsche Kündigungsfrist etc.) enthalten sind, kann ich auf Grund der nicht bekannten Faktenlage nicht beurteilen.

      Ihr müßt Euch aber klar sein, was ihr ereichen wollt. Denn klar ist, das der Arbeitsplatz deiner Tocher mittelfristig nicht zu halten ist. Der Arbeitgeber wird die nächste beste Gelegenheit zur Kündigung (diesmal richtig) nutzen. Diese darf dann nur nicht sittenwidrig bzw. eine Maßregelung (wg. Kündigungsschutzklage) sein. Sonst wäre sie wieder ungültig.
      Denkbar ist den Arbeitgeber im Gütetermin auflaufen zu lassen und so noch Vorteile herauszuholen: z.B. gutes Zeugnis, einvernehmlichen Auflösungsvertrag, evtl. kleine Abfindung und sich dies durch das Gerichtsprotokoll bestätigen zu lassen.
      Natürlich ist es auch ein Zeitgewinn, denn aus einem z.Zt. festen Arbeitsverhältnis bewirbt es sich leichter als aus der bestehenden Arbeitslosigkeit.

      Der größte Fehler wäre es, den Arbeitgeber auf seinen Formfehler aufmerksam zu machen. Dann hat deine Tochter übermorgen eine zulässige Kündigung in ihrem Briefkasten. Natürlich mit Zeugen eingeworfen........

      Lies hier:
      https://www.hensche.de/Rechtsanwalt_...hutzklage.html

      viel Glück und Kopf hoch

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      • #4
        Hallo,

        in Ergänzung zu Eulenspiegel (dem ich insoweit völlig zustimme): Aus taktischen Gründen würde ich mir überlegen, die Kündigungsschutzklage erst relativ spät am Ende der Drei-Wochen-Frist einzureichen. Bis dahin wird der Arbeitgeber im unklaren gelassen. Er kommt dann möglicherweise nicht auf die Idee, der WhatsApp-Kündigung gleich noch eine schriftliche Kündigung hinterherzuschicken.

        Allerdings muss deine Tochter darauf achten, dass sie die Frist nicht durch irgend einen dummen Zufall versäumt. Schon ein Tag später ist bereits zu spät. Also doch nicht erst am letzten Tag der Frist losmarschieren, sondern irgendwann zu Beginn der dritten Woche.

        Falls deine Tochter Gewerkschaftsmitglied ist oder eine Rechtsschutzversicherung hat (möglicherweise dank einer Familienversicherung über dich), sollte sie fachanwaltlichen Beistand beiziehen. Das ist zwar nicht zwingend nötig, erleichtert die Sache aber dennoch.

        Gruß,
        werner
        Spare in der Zeit, dann hast du in der Not: Hast du keine Rechtsschutzversicherung und bist kein Gewerkschaftsmitglied? Dann kannst du jetzt mit den gesparten Beiträgen den Anwalt selbst bezahlen ...

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        • #5
          Zitat von schnutekasimir Beitrag anzeigen
          Wann und wie sollte sie reagieren, bzw. Einspruch erheben?
          Auf KEINEN Fall Einspruch erheben. Erstens ist der sinnlos (nur eine Klage hilft), und zweitens hat der AG vermutlich noch ca. 32 Stunden Zeit um es nachzuholen.

          Vielleicht ist er aber auch gar nicht so dumm und der Brief ist schon unterwegs.

          E.D.


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          • #6
            Zurück zu Deiner Frage: Die 3 Wochen Frist für die Kündigungsschutzklage gilt in diesem Fall nicht, da die 3 Wochen Frist den Zugang einer schriftlichen Kündigung voraussetzt, woran es in deinem Fall fehlt.
            Für das sonstige taktische Vorgehen würde ich mich an einen auf Arbeitsrecht spezialisierten Anwalt wenden!
            https://www.gabler-hendel.de/arbeitsrecht/

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            • #7
              Zitat von Honeytears Beitrag anzeigen
              Zurück zu Deiner Frage: Die 3 Wochen Frist für die Kündigungsschutzklage gilt in diesem Fall nicht, da die 3 Wochen Frist den Zugang einer schriftlichen Kündigung voraussetzt, woran es in deinem Fall fehlt.
              Für das sonstige taktische Vorgehen würde ich mich an einen auf Arbeitsrecht spezialisierten Anwalt wenden!
              https://www.gabler-hendel.de/arbeitsrecht/
              Wo steht das, das die Frist nicht gilt?

              Kommentar


              • #8
                § 4 Kündigungsschutzgesetz.

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                • #9
                  Danke!

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                  • #10
                    Zitat von Honeytears Beitrag anzeigen
                    § 4 Kündigungsschutzgesetz.
                    Dort steht, dass die Klage innerhalb der genannten Frist "nach Zugang der schriftlichen Kündigung" zu erheben ist. Dass eine WhatsApp-Kündigung nicht als schriftliche Kündigung gilt, darüber sind wir uns vermutlich alle einig. Wir wissen aber nicht, ob vielleicht zusätzlich eine schriftliche Kündigung auf den Weg gebracht bzw. - genauer gesagt - in irgend einer Form zugestellt wurde. Und schließlich muss es ja im Arbeitsverhältnis auch irgendwann irgendwie weitergehen. Deine Tochter wird nicht ewig krankgeschrieben sein. Dann stellt sich die Frage, ob sie einfach wieder zur Arbeit geht und so tut, als sei nichts gewesen - oder ob sie zuvor noch versucht, den tatsächlichen Status zu klären.

                    Seit der WhatsApp-Kündigung ist nun einige Zeit vergangen. Ist denn inzwischen irgend etwas von Bedeutung passiert?


                    Spare in der Zeit, dann hast du in der Not: Hast du keine Rechtsschutzversicherung und bist kein Gewerkschaftsmitglied? Dann kannst du jetzt mit den gesparten Beiträgen den Anwalt selbst bezahlen ...

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