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  • Aufhebungsvertrag

    Angenomen ein Arbeitnehmer hätte vor ein paar Tagen ein Einzelgespräch mit seinem Chef gehabt. Das Unternehmen ist ein großes internationales Unternehmen und der Arbeitnehmer ist seit fünfeinhalb Jahren in diesem Unternehmen beschäftigt. In dem Gespräch wird dem Arbeitnehmer angekündigt, dass sich das Produkt verändert, komplexer wird. Die aktuelle Leistung des Arbeitnehmers ist gut, aber nicht so gut wie sie sein könnte. Es besteht die Sorge, dass der Arbeitnehmer den neuen Anforderungen nicht gewachsen ist. Als Alternative wird dem Arbeitnehmer ein Auflösungsvertag angeboten. Zunächst nur als Angebot, eine Altvernative. Oder aber man erwartet die Zusicherung des Arbeitnehmers, sich diesen neuen Herausforderungen zu stellen. Leider wird konkret nicht erwähnt, wie diese neuen Herausforderungen vom Arbeitnehmer zu bewerkstelligen wären. Desweiteren wird der Arbeitnehmer auf seine Fehlzeiten hingewiesen. Das Gespräch endet mit der Bitte über das Gesagte nachzudenken und nächste Woche eine Entscheidung zu treffen.

    Der Arbeitnehmer denkt über den Auflösungsvertrag nach und möchte natürlich nicht, das ihm irgendwelche Nachteile entstehen. Er besitzt einen Diplom-Abschluss, der Lebenslauf ist chaotisch und schreckt potentielle Arbeitgeber sicherlich ab. Außerdem ist zu erkennen, dass es sich in der Vergangenheit um einen sogenannten Jobhopper gehandelt hat. Es wird also schwierig für den Arbeitnehmer werden, eine neue Anstellungen zu finden. Desweiteren ist dem Chef bekannt, dass der Arbeitnehmer an Depressionen leidet.

    In seiner Lohnsteuerabrechnung 2016 hat der Arbeitnehmer angegeben, dass er in seinem privaten Wohnraum gelegentlich ein Zimmer untervermietet. Und dies wird auch 2017 der Fall sein. Außerdem hat er nach dem Tod seines Vaters eine kleinere Summe geerbt und möchte ungern wegen dieser Einkünfte bzw. Vermögensgegenstände einbußen hinnehmen. Hat das Auswirkungen auf das Alg I?

    Was kann der Arbeitnehmer verhandeln, damit er einigermaßen gut aus dieser Angelegenheit rauskommt?
    Zuletzt geändert von NichtDieBohne; 03.12.2017, 09:21.

  • #2
    Hallo,

    1.
    gibt es einen Betriebsrat?
    Der AN sollte sich umgehend an den Betriebsrat wenden und um Hilfe bitten. Außerdem sollte er ein Betriebsratsmitglied als Beistand zum nächsten Gespräch mitnehmen (sonst könnte er sich evtl. dermaßen unter Druck gesetzt fühlen, dass er etwas Unbedachtes sagt, oder sogar unter dem Druck etwas für ihn Nachteiliges unterschreibt. Ggf. sollte er in der Verhandlung vor allem das Betriebsratsmitglied reden lassen).

    2.
    Hat der AN einen Antrag auf Feststellung eines GdB (Grad der Behinderung) gestellt?
    Falls nicht, sollte er dies umgehend tun.
    Falls er nämlich gekündigt wird, und dieser Antrag ist schon 3 Wochen anhängig, genießt er besonderen Kündigungsschutz.
    Der Antrag kann erst einmal formlos schriftlich gestellt werden. Am Besten entweder per Einschreiben schicken oder persönlich beim Versorgungsamt abgeben, gegen Unterschrift auf einer Kopie des Antrags, dass das Amt den Antrag erhalten hat.

    Bei Depression, und falls noch weitere gesundheitliche Probleme vorliegen, kommt ggf. ein GdB von 30 zustande.
    Mit dem Bescheid kann er dann bei der Arbeitsagentur einen Antrag auf Gleichstellulng stellen. Das ist - sobald der Bescheid vorliegt - wichtig für den Erhalt des Kündigungsschutzes.
    Sollte das Versorgungsamt ablehnen, kann der AN in Widerspruch gehen.
    Viele Behörden lehnen gerne mal einen Erstantrag ab - das spart den Behörden Geld.
    Von daher sollte man sich von einer Ablehnung auf gar keinen Fall entmutigen lassen!

    3.
    Vermögenswerte und Vermietung haben keinen Einfluss auf ALG 1. Erst bei ALG 2 wird das relevant.
    Allerdings gibt es bei der Antragstellung auf ALG 1 auch diverse Tücken. Ggf. hier noch einmal nachfragen, oder in meinem Lieblingsforum, das evtl. wegen der Erkrankung des AN auch interessant sein könnte: www. krank-ohne-rente.de

    4.
    Bzgl. Verhandeln:
    a) Er könnte fragen, ob es schon eine Arbeitsplatzbeschreibung für den neuen Arbeitsplatz gibt und bitten, dass man ihm diese aushändigt.
    b) Er könnte seine Bereitschaft zur Fortbildung signalisieren - notfalls auch eine Fortbildung auf eigene Kosten, wenn diese dem Arbeitsplatzerhalt dient
    c) Natürlich sollte er seine Bereitschaft signalisieren, diese neue Herausforderung gerne anzunehmen und sein Bestes zu geben.
    d) Da ich aufgrund der Situationsbeschreibung davon ausgehe, dass die Firma den AN sowieso loswerden will - koste es, was es wolle - sollte er bezüglich einer Abfindung sehr hoch pokern.

    Zu d) eine Frage: Wie lange ist der AN schon in der Firma?
    Dies kann Auswirkungen auf die Höhe der Abfindung haben.

    e) Eine weitere Frage: Wurde dem AN konkret gesagt, welche Leistungen nicht ausrreichend sind? Wurden Beispiele genannt?
    Er sollte in der Verhandlung unbedingt nach Beispielen fragen.

    f) Sollte es letztendlich tatsächlich zu einem Aufhebungsvertrag kommen, sollte auf jeden Fall drin stehen, dass dieser Aufhebungsvertrag aus betrieblichen Gründen (Änderung des Aufgabengebietes, so dass AN nicht mehr geeignet ist) erfolgte. Ansonsten bekommt er Schwierigkeiten mit der Arbeitsagentur und möglicherweise eine Sperrzeit.

    g) Falls der AG kündigt (was er vermutlich probieren wird, sofern der Aufhebungsvertrag nicht unterschrieben wird), sofort Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht erheben.

    5.
    Er sollte auf keinen Fall sofort etwas unterschreiben. Alles Schriftliche, was ihm vorgelegt wird, einpacken, mitnehmen und sagen, dass man das noch einmal prüfen will (ggf. sagen, dass man das seinem Rechtsbeistand vorlegen möchte).

    6.
    Falls er sich zu sehr unter Druck gesetzt fühlt, kann er auch aufstehen und sagen, dass er sich jetzt zu sehr unter Druck gesetzt fühlt und deshalb das Gespräch an diesem Punkt erst einmal beenden möchte. Die GL (Geschäftsleitung) möge ihm doch bitte die einzelnen Punkte schriftlich zukommen lassen. Und dann den Raum verlassen.
    Das ist natürlich sehr schwierig, denn man fühlt sich ja abhängig vom AG und gerade als depressiver Mensch fällt es noch schwerer.
    Deshalb ja auch mein Rat, jemanden vom Betriebsrat mit ins Gespräch zu nehmen.
    Falls die GL diesen Beistand ablehnt, nach der Rechtsgrundlage fragen.

    Also:
    1. Betriebsrat involvieren
    2. Antrag beim örtlichen Versorgungsamt auf Feststellung eines GdB stellen
    3. ALG 1 stellt eine Versicherungsleistung dar, deshalb sind Vermögenswerte und Einkünfte aus Vermietung unschädlich
    4. Beim Verhandlung einen Beistand aus dem Betriebsrat mitnehmen, hoch pokern, ruhig bleiben (so schwer es auch fallen mag), Arbeits- und Weiterbildungsbereitschaf t signalisieren, um Arbeitsplatzbeschreibung bitten, nach Beispielen für sein Fehlverhalten fragen, falls der AG davon wieder anfängt.
    5. Nichts sofort unterschreiben, alles zur Prüfung mitnehmen.
    6. Gespräch beenden, falls er sich zu sehr unter Druck gesetzt fühlen sollte.

    Gruß
    Leo
    Nicht die Dinge selbst, sondern nur unsere Vorstellungen über die Dinge machen uns glücklich oder unglücklich.
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    Meine Beiträge stellen meine eigene Meinung dar und sind nicht als Rechtsberatung zu verstehen.

    Kommentar


    • #3
      Zitat von NichtDieBohne Beitrag anzeigen
      ... Was kann der Arbeitnehmer verhandeln, damit er einigermaßen gut aus dieser Angelegenheit rauskommt?
      Hallo,

      da hat Leo in bewährter Weise umfassend geantwortet, so dass dem nichts (oder fast nichts ...) hinzuzufügen ist. Allenfalls dieses noch:

      Falls du Gewerkschaftsmitglied bist oder eine Rechtsschutzversicherung hast, solltest du dir entsprechende fachkundige Beratung sichern. Wenn du noch keine Mitgliedschaft bzw. Versicherung hast, wäre es spätestens jetzt an der Zeit dazu. In der Regel gilt bei Neuabschluss eine dreimonatige Wartezeit. Falls du dich jetzt gegen einen Aufhebungsvertrag entscheidest, wird bis zum Beginn der ersten arbeitsrechtlichen Maßnahme (z.B. Abmahnung wegen Schlechtleistung, Kündigung) diese Frist wahrscheinlich erfüllt sein.

      Gruß,
      werner


      Spare in der Zeit, dann hast du in der Not: Hast du keine Rechtsschutzversicherung und bist kein Gewerkschaftsmitglied? Dann kannst du jetzt mit den gesparten Beiträgen den Anwalt selbst bezahlen ...

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      • #4
        Vielen Dank für die Antworten. Hier noch die Ergänzungen oder Anmerkung zu einigen Punkten.

        gibt es einen Betriebsrat?
        Ja, der Betriebsratskollege wurde schon in Kenntnis gesetzt.

        Bei Depression, und falls noch weitere gesundheitliche Probleme vorliegen, kommt ggf. ein GdB von 30 zustande.
        Eine gute Idee. Wird der AN noch heute beantragen. Wann teilt der AN dem AG mit, dass ein solcher Antrag gestellt wurde?

        b) Er könnte seine Bereitschaft zur Fortbildung signalisieren - notfalls auch eine Fortbildung auf eigene Kosten, wenn diese dem Arbeitsplatzerhalt dient

        Nun, der AN hat sehr stark den Eindruck, dass man sich von ihm befreien möchte. Eigentlich wollte der AN auch immer wieder in den letzten 5 1/2 Jahren Firmenzugehörigkeit das Unternehmen verlassen (natürlich wurde das nicht kommuniziert), aber leider blieben die Bewerbungen auf andere Stellen erfolglos.
        Vor einem Jahr hat der AN außerhalb der Arbeit eine Ausbildung zum Heilpraktiker begonnen. Gerne würde er diese Ausbildung beenden. Der AG wurde davon in Kenntnis gesetzt, mit dem Hinweis (vom AN), dass es sich lediglich um privates Interesse handele und die Arbeit vor geht.

        Zu d) eine Frage: Wie lange ist der AN schon in der Firma?
        Dies kann Auswirkungen auf die Höhe der Abfindung haben.
        5 1/2 Jahre

        e) Eine weitere Frage: Wurde dem AN konkret gesagt, welche Leistungen nicht ausrreichend sind? Wurden Beispiele genannt?
        Es geht um das Handbuch zum Firmenprodukt, welches der AN erstellt. Es wird behauptet, dass dem AN der Bezug zum Produkt fehle. Es wurde von Externen (scheinbar kennt der AN die Personen nicht) Kritik geübt.

        Der AN hat sich am Freitag bei einem Arbeitsnehmerhilfe Verein angemeldet und hat heute oder morgen sein erstes Gespräch bei einem Anwalt für Arbeitsrecht.






        Kommentar


        • #5
          Hallo,

          der AN braucht dem AG erst einmal überhaupt nicht mitzuteilen, dass ein Antrag auf Feststellung eines GdB gestellt wurde.
          Da der besondere Kündigungsschutz auch erst drei Wochen nach Antragseingang wirksam wird, sollte der AN sich mit einer Mitteilung auf jeden Fall Zeit lassen. Also, bitte diesbezüglich die Füße stillhalten!
          Sollte er allerdings die Kündigung erhalten, sollte er es dem AG umgehend mitteilen.

          Gleichzeitig sollte er sich dann auch sofort an das für seine Stadt zuständige Integrationsamt wenden.
          Denn das Integrationsamt muss bei der Kündigung eines Schwerbehinderten (oder einer Person, die den Antrag gestellt hat) gehört werden.

          Und natürlich sollte er dann sofort Kündigungsschutzklage erheben, ggf. mithilfe des Anwalts aus dem Arbeitnehmerhilfe-Verein.

          Zu e) die Aussage der GL finde ich nicht konkret genug. Wie kann die GL beweisen, dass dem AN der Bezug zum Produkt tatsächlich fehlt?
          Wurde dem AN die Kritik der externen Personen konkret vorgetragen? Denn nur wenn man die Kritik genau kennt - und nur, wenn die Kritik detailliert vorgetragen wurde - kann man sein Verhalten ändern.

          Bzgl. Abfindung:
          Man sagt, dass durchschnittlich ein halbes Bruttogehalt pro Jahr Betriebszugehörigkeit gezahlt wird.
          Aber meines Erachtens sollte der AN auf mindestens einem ganzen Bruttogehalt pro Jahr bestehen.

          Noch eine Frage: Wie alt ist der AN? Auch das Alter und daraus folgend die Chancen auf dem Arbeitsmarkt spielen eine Rolle bei der Höhe der Abfindung.

          Als ich damals mit 48 Jahren gekündigt wurde, und gerade mal läppische 3 Monatsgehälter angeboten bekam (bei 7,5 Jahren Betriebszugehörigkeit), sagte die Richterin zur gegnerischen Anwältin: Liebe Frau Anwältin, Frau Leo ist keine 25 mehr! Und ich bekam eine Abfindung in Höhe von 8 vollen Monatsgehältern.

          Gruß
          Leo
          Nicht die Dinge selbst, sondern nur unsere Vorstellungen über die Dinge machen uns glücklich oder unglücklich.
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          • #6
            Hallo Leo,

            "der AN braucht dem AG erst einmal überhaupt nicht mitzuteilen, dass ein Antrag auf Feststellung eines GdB gestellt wurde."

            Also, ich bin mir nun doch nicht sicher, ob ich das mit der Feststellung eines GdB beantragen sollte. Denn sollte ich im März die Prüfung zum Heilpraktiker vor dem Gesundheitsamt ablegen wollen, wiederspricht sich das mit der eidesstaatlichen Erklärung meines Arztes körperlich und geistig gesund zu sein. Oder? Ob ich tatsächlich einmal als Heilpraktiker arbeiten möchte, steht in den Sternen. Aber ich möchte mir jetzt auch nicht die Chance darauf verbauen.

            "Und natürlich sollte er dann sofort Kündigungsschutzklage erheben, ggf. mithilfe des Anwalts aus dem Arbeitnehmerhilfe-Verein."

            Dem Arbeitnehmerhilfe Verein bezutreten war ein Fehler. Ich hatte mehrmals versucht eine kompetente Person zu sprechen, was leider nicht gelang. Am Telefon schien es mir, nur Azubis zu erreichen, die weder in der Lage waren meine Telefonnumer zu notieren, noch einen Beratungstermin zu vereinbaren. Nun hoffe ich, dass die gekündigte Mitgliedschaft ohne Betreigszahlung von statten geht.
            Auf Anraten eines Arbeitskollegen, der ehemals zum Betriebsrat gehörte, bin ich gestern ver.di begetreten und warte darauf, einen Beratungstermin zu erhalten.


            "Zu e) die Aussage der GL finde ich nicht konkret genug. Wie kann die GL beweisen, dass dem AN der Bezug zum Produkt tatsächlich fehlt?
            Wurde dem AN die Kritik der externen Personen konkret vorgetragen? Denn nur wenn man die Kritik genau kennt - und nur, wenn die Kritik detailliert vorgetragen wurde - kann man sein Verhalten ändern."

            Konkret hat mein AG nur geäußert, dass gefragt wurde, wer das Handbuch geschrieben hätte.

            "Bzgl. Abfindung:
            Man sagt, dass durchschnittlich ein halbes Bruttogehalt pro Jahr Betriebszugehörigkeit gezahlt wird.
            Aber meines Erachtens sollte der AN auf mindestens einem ganzen Bruttogehalt pro Jahr bestehen."

            Danke für diese konkrete Angabe. Ich werde versuchen, diesen Betrag auszuhandeln. Ich habe irgendwo gelesen, dass der Grund der Auflösung auch wichtig wäre. Sollte der Grund sein, dass ich als AN den neuen Anforderungen nicht mehr gerecht werden kann, wird es ggf. keine Sperrzeitgeben.

            "Noch eine Frage: Wie alt ist der AN? Auch das Alter und daraus folgend die Chancen auf dem Arbeitsmarkt spielen eine Rolle bei der Höhe der Abfindung."

            Ich bin 42 Jahre.
            Die Kollegin, die im Betriebsrat sitzt, hat sich diese Woche krank gemeldet. Somit habe ich diese Woche noch einen Puffer und kann meinem AG keine Entscheidung mitteilen. Obwohl für mich persönlich schon feststeht, dass eine Weiterbeschäftigung nicht mehr möglich ist.

            Gruß

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            • #7
              Hallo,

              ich verstehe, dass der Antrag auf GdB bei einer eventuellen späteren Tätigkeit als Heilpraktiker kontraproduktiv sein könnte.
              Da Du aber schreibst, dass Du Dir eine Weiterbeschäftigung sowieso nicht vorstellen kannst, ist ein besonderer Kündigungsschutz ja auch nicht wirklich wichtig. Die Frage ist auch, wie sehr und in welchem Lebensbereich Dich die Depressionen einschränken.
              Wenn Du schon mit Bauchweh zur Arbeit gehst, dann schränkt Dich das natürlich sehr ein. Dies wäre dann aber auch für die Arbeitsagentur ein Argument, wenn Du ein ärztliches Attest bringst. In diesem Fall darf die Arbeitsagentur dann nämlich keine Sperrzeit verhängen.

              Du bist also jetzt der Gewerkschaft beigetreten? Das kann hilfreich sein.

              Bzgl. Aushandeln: Weise auf Dein Alter hin und dass allein schon altersbedingt Deine Chancen auf dem Arbeitsmarkt schlecht stehen.

              Du könntest jetzt schon anfangen, passende Stellenangebote zu suchen (und wirst vermutlich wenig Passendes finden) und die Suche dokumentieren.
              Also Datum, welche Zeitungen / Internetquellen etc. Du erforscht hast und das Resultat. Eventuell passende Stellenangebote scannen und speichern und natürlich schon anfangen, Dich auch zu bewerben.

              Dann hast Du einen Beleg, dass Deine Chancen auf dem Arbeitsmarkt tatsächlich gering sind.
              Der chaotische Lebenslauf ist da natürlich auch nicht gerade förderlich. Wobei man hier argumentieren kann, dass heutzutage und auch schon in den letzten 10 bis 15 Jahren es üblich war, dass eher nur befristete Stellen angeboten wurden.

              Bei Stellen aus Deinem Lebenslauf, die evtl. nicht unbedingt in Dein Profil passen, kannst Du argumentieren, dass Du diese Stellen angenommen hast, um überhaupt eine Arbeit zu haben, da es Dir nicht liegt, zuhause faul rumzusitzen (das kommt meistens recht positiv bei potenziellen AG rüber).

              Du könntest bei einem Aufhebungsvertrag auch aushandeln, dass Dein AG Dich von der Arbeit für ein paar Monate unter voller Lohnzahlung freistellt, so dass z.B. das offizielle Ende Deines Arbeitsverhältnisses erst Ende März (also nach Deiner HP-Prüfung) ist. Dann hast Du genug Ruhe zur Prüfungsvorbereitung.
              Natürlich würdest Du Dich dann auch erst Anfang April arbeitslos melden und erst ab April ALG 1 beziehen.
              Und natürlich müsste dann auch noch eine zusätzliche Abfindungszahlung drin sein - Die normale Kündigungsfrist für Dich beträgt 2 Monate (lt. BGB), es sei denn es ist arbeitsvertraglich etwas anderes vereinbart. Prüf' das mal nach. Das ist auch wichtig für das Gespräch.

              Das Arbeitsamt wird keine Rücksicht darauf nehmen, dass Du Dich auf die HP-Prüfung vorbereiten musst. Da wirst Du Bewerbungsaktivitäten nachweisen müssen. Möglicherweise schickt Dich die AfA (Agentur für Arbeit) sogar in ein Bewerbungstraining oder eine Maßnahme.

              Gruß
              Leo
              Nicht die Dinge selbst, sondern nur unsere Vorstellungen über die Dinge machen uns glücklich oder unglücklich.
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              • #8
                Hallo Leo,

                im nachhinein ärgere ich mich diesen ulkigen Benutzernamen gewählt zu haben. Aber nun ist es einmal so.
                Ja, ich bin der Gewerkschaft beigetreten und habe heute die Kontaktdaten zu der Kanzlei bekommen und konnte gleich einen Termin für ein Beratungsgespräch mit einer Anwältin vereinbaren. Zum Glück kann ich gelegentlich von zuhause aus arbeiten, was ich heute in Anspruch genommen habe.

                Ich wollte dir zunächst nochmal danken für die vielen Ratschläge, auf was ich alles achten muss. Niemals wäre ich auf diese Ideen gekommen.

                Ich wäre nie auf die Idee gekommen, jetzt schon nach einer neuen Arbeit zu suchen. Wenn ich mich jetzt bewerben möchte, dann müsste ich ja auch Bewerbungsfotos von mir machen lassen. Aber das macht natürlich alles Sinn. Die Suche nach einer neuen Arbeit würde dazu dienem dem AfA zu beweisen, dass ich gegen die Arbeitslosigkeit ankämpfe falls ich die Stelle nicht behalten sollte.

                Im Moment fällt es mir natürlich auch schwer zur Arbeit zu gehen, aber ich werde natürlich alles dran setzen nicht auszufallen. Ich habe viel zu große Angst, dass aus dem Auflösungsvertrag eine Kündigung werden kann. Aber mir geht die gute Laune meiner Arbeitskollegen sehr auf die Nerven. Ich kann mich da einfach nicht mitfreuen.

                Zu dem Punkt, dass ich meinem AG klare Vorschläge mache, was sich ändern soll, damit ich weiter beschäftigt bleibe, fällt mir nicht viel ein. Das ist wichtig für die Argumentation, oder? Also, dass ich Vorschläge mache. Es soll gesehen werden, dass ich nichts unversucht habe lassen, um die Stelle zu behalten. Unter uns: Seit diesem Einzelgespräch, denke ich nur darüber nach, wie ich am besten dort weg komme.

                Aber es kann auch passieren, dass ich meine Meinung ändere und doch bleiben will. Aber es ist auch so, dass ich immer wieder im Laufe der letzten 5 1/2 Jahren gehen wollte. Ich kann nicht sagen, dass es Mobbing gab. Aber ich habe mich oft nicht zugehörig gefühlt. Was aber auch an meiner Neigung zu Depression liegen mag oder an Verhaltensmustern, die ich mir als Kind angeeignet habe.
                Die Argumentation zu meinen vielen Jobwechseln stimmt. Ich war vor 10 Jahren fast ein Jahr arbeitslos und es war nicht schön. Und lieber würde ich irgend etwas arbeiten als gar nicht.

                Die Depression ist leider immer wieder Thema und schränkt mich schon stark ein. Bei der Arbeit als auch privat. Trotzdem hat mir meine Arbeit halt gegeben.

                Ich glaube, mein AG hat mir vorgeschlagen mich für ein paar Monate unter voller Lohnzahlung freizustellen. Von einer Abfindung war allerdings nicht die Rede. Da müsste ich doch aber dann auch mindestens 3 Brutto-Löhne fordern, um die drohende Sperrfrist zu überbrücken. Irgendwie glaube ich, dass sich mein AG nicht damit einverstanden erklären wird.

                Ohjeh, ich bin nervlich jetzt schon am Ende..

                Lieben Gruß,

                M.

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                • #9
                  Hallo,

                  nur kurz, bin derzeit und die nächsten Tage ziemlich im Terminstress (Weihnachtsmarkt).

                  Wenn Dein AG in der Arbeitsbescheinigung (Formular vom Arbeitsamt) ankreuzt, dass der Aufhebungsvertrag aus betrieblichen Gründen geschlossen wurde und Dir sonst sowieso gekündigt worden wäre, bekommst Du keine Sperrzeit. Das schon mal, um Dich zu beruhigen.

                  Du musst nicht unbedingt selbst konkrete Vorschläge machen, was sich ändern soll.
                  Du kannst ansprechen, dass Du gerne eine Weiterbildung machst, wenn der AG meint, dass Dir Kenntnisse für den neuen Arbeitsbereich fehlen.
                  Und dass der AG doch bitte ganz konkret sagen soll, in welchen Punkten er möchte, dass Du Dich änderst.

                  Bist Du wegen der Depression in Behandlung? Eventuell wäre es auch sinnvoll, einen Entspannungskurs (Autogenes Training, Qi Gong o,*.) zu besuchen. Dazu gibt die Krankenkasse oft auch Zuschüsse. Einfach mal bei Deiner Krankenkasse nachfragen. Ansonsten: Tief durchatmen (tiefe und regelmäßige Atmung ist sehr wichtig und kann auch beruhigend wirken).

                  Mittlerweile kann man Bewerbungen auch ohne Fotos schicken (wegen Diskriminierungsverbot), aber viele AG fordern trotzdem noch ein Foto.

                  Gut, dass Du einen Beratungstermin bekommen hast. Und nimm zum Gespräch mit dem AG unbedingt den Betriebsrat mit - das hatten wir ja schon hier besprochen.

                  Kopf hoch! Und keep cool, auch wenn es schwer fällt.
                  Denk' dran, was Du schon alles in Deinem Leben geschafft hast.
                  Dann schaffst Du diese Situation jetzt auch.

                  Es gibt da so ein Sprichwort, über das ich mich, wenn ich Probleme hatte, oft geärgert habe,
                  aber es ist etwas Wahres dran:

                  Probleme sind ein Kompliment des Schicksals
                  an deine Fähigkeiten.

                  Von daher hast Du mehr Fähigkeiten und Kraft, als Du jetzt vielleicht denkst!

                  Gruß
                  Leo
                  Nicht die Dinge selbst, sondern nur unsere Vorstellungen über die Dinge machen uns glücklich oder unglücklich.
                  Epiktet (50-13, griech. Philosoph
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                  • #10
                    Hallo Leo und auch alle anderen die mitlesen,

                    heute hatte ich ein Beratungsgespräch bei einer Rechtsanwältin. So wie es aussieht, habe ich mich innerlich für einen Weg entschieden.

                    Auch die RA sagt, dass ich hoch pokern soll mit einer Abfindung. Dann soll ich auch um eine verlängerte Kündigungsfrist bitten (momentan wäre die Kündigungsfrist 2 Monate).
                    Außerdem Weiterzahlung der Vergütung und ein sehr gutes Zeugnis. Um die Sperrfrist zu umgehen, wäre es gut wenn eine Kündigung vor dem Auflösungsvertrag statt findet. Aber das ist ziemlich tricky. Ob man da dann innerhalb 3 Wochen zu einer Einigung kommt, ist fraglich. Am liebsten hätte sie mich in der Angelegenheit vertreten, aber das würde die Gewerkschaft vermutlich nicht übernehmen.

                    Und privat zahlen wäre mir ein bißchen zu teuer. Und ob sie das alles so verhandeln könnte, wie wir es besprochen haben, wollte sie nicht bescheinigen. Man wüsste schließlich nicht, wie der AG rechtlich aufgestellt ist.

                    Aber sie hat mich dahingehend gebrieft, dass ich folgende Punkte im Gespräch mit dem AG ansagen könnte:

                    Zunächst wäre es wichtig so zu verhandeln, dass keine Sperrzeit droht.

                    Zusätzlich soll ich eine verlängerte Kündigungsfrist fordern, Fortzahlung der Vergütung, Freistellung von der Arbeit
                    Eine Abfindung (hier sollte ich zunächst nichts sagen, sondern ein Angebot abwarten)

                    ein sehr gutes Zeugnis verlangen

                    Nachdem Gespräch mit dem AG und Erhalt eines Angebots bzw. Ergebnis des Gesprächs, teile ich der Gewerkschaft die Art und Weise des AG-Angebots mit.

                    Mir fällt gerade auf, dass diese Verhandlungsgespräche in eine sehr doofe Zeit fallen. So kurz vor Weihnachten hat doch niemand wirklich Zeit und Nerven für sowas.

                    Was die RA jetzt nicht erwähnt hat, war, nach einer Arbeitsplatzbeschreibung zu fragen. Oder Vorschläge zu machen, wie ich mich, zum Beispiel durch eine Weiterbildung, besser einbringen kann.

                    Sie meinte auch, wenn ich mich bereits einmal auf die Verhandlungen von Konditionen eingelassen habe, bin ich schon mit einem Bein raus aus dem Unternehmen.

                    Sollte man nicht auf meine Forderungen eingehen, kann ich das Gespräch beenden.

                    Das Sprichwort ist klasse. Es tut gut, mich hier auszutauschen.
                    Viel Spaß auf dem Weihnachtsmarkt. Obwohl es mehr nach Arbeit klingt als nach entspanntem Flanieren und Schauen. Aber manchmal soll Arbeit ja auch Spaß machen

                    Grüße,
                    B.

                    Kommentar


                    • #11
                      Hallo,

                      ich hatte heute das Gespräch mit meinem Arbeitgeber. Mit dabei war auch eine Kollegin vom Betriebsrat. Mit ihr hatte ich über die möglichen Konditionen, die ich als AN an einen Aufhebungsvertrag stellen kann, vorab besprochen. Das war eigentlich gut, weil ich mit ihr schon mal klären konnte, was vielleicht wäre und was eher nicht. Sie hat mir auch noch mal ein Feedback gegeben und empfindet, das meine Arbeit gut ist und sie gerne mit mir zusammen arbeitet. Wir sprachen auch darüber, was evtl. kritisch an meiner Arbeit sein könnte und wo man etwas verbessern könnte. Wir tauschten uns via Chat aus, da sie von zuhause aus arbeitete. Das war ganz gut, weil wir nebenbei gleich nach Quellen suchen konnten, wie so ein Aufhebungsvertrag abgewickelt werden könnte. Ich merkte aber schnell, dass wir da unterschiedliche Wahrnehmungen hatten. Es gab wohl in der Firma mal einen Fall, von dem sie wußte. Da wurde der AN freigestellt und der Lohn 6 Monate weiter gezahlt.

                      Als ich heute in das Gespräch ging, wollte ich meinem Chef auch zeigen, dass ich mir trotzdem noch vorstellen könnte weiterzuarbeiten und bereit wäre eine Weiterbildung zu machen. Allerdings erwähnte ich auch, dass ich Sorge habe, dass mir dann sowieso gekündigt werden würde und ich unter bestimmten Bedingungen, die ich hätte, mich mit einem Aufhebungsvertrag einverstanden erklären würde.
                      Es stellte sich heraus, dass mir womöglich erst Anfang Januar ein Aufhebungsvertrag zur Unterzeichung vorgelegt wird. Nach einigem hin und her, konnte sich mein Chef vorstellen, dass ich bis Ende Januar arbeiten würde und mein Arbeitsvertrag zum 31.03. enden würde. Februar und März würde ich volles Gehalt und eine Freistellung bekommen. Zusätzlich würde ich 2 Monatsgehälter als Abfindung bekommen. Außerdem würde man mir mit einer Klausel für die Agentur die Sperrfrist verhindern. Das klingt eigentlich ganz gut.
                      Nur muss ich jetzt noch diese Woche und nächste Woche ins Büro und auch im Januar. Das stelle ich mir unglaublich quälend vor

                      Grüße,
                      B.

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                      • #12
                        Zitat von NichtDieBohne Beitrag anzeigen
                        ... Nur muss ich jetzt noch diese Woche und nächste Woche ins Büro und auch im Januar. Das stelle ich mir unglaublich quälend vor
                        Nein, das muss nicht quälend sein. Es ist normal, dass es zum Ende eines Arbeitsverhältnisses (egal ob mit Aufhebungsvertrag oder Kündigung) noch eine Restlaufzeit gibt. Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, dass sich diese Zeit viel entspannender erleben lässt als die Arbeitsphase zuvor unter ständigem Druck. Du kannst versuchen, deine Aufgaben bestmöglichst zu übergeben und vielleicht so etwas wie eine "saubere Platte" zu hinterlassen. Verschaffe dir einen guten Abgang. Wenn später einmal ein potentieller neuer Arbeitgeber in deiner Firma nach Referenzen fragt, sollte er von dort eine vorteilhafte Antwort bekommen. Tue dir selbst den Gefallen, nicht in den letzten Wochen durch Lethargie oder Abwesenheit ("Morbus Kündigus") zu glänzen. Das würde deinem Selbstwertgefühl schaden.
                        Spare in der Zeit, dann hast du in der Not: Hast du keine Rechtsschutzversicherung und bist kein Gewerkschaftsmitglied? Dann kannst du jetzt mit den gesparten Beiträgen den Anwalt selbst bezahlen ...

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                        • #13
                          Hallo,

                          das hieße, dass Du vier Monatsgehälter bekommst, davon 2 als Freistellung und 2 als Abfindung.
                          Das finde ich eigentlich noch zu wenig bei fünfeinhalb Jahren Betriebszugehörigkeit und bei der Tatsache, dass Dein Chef Dich ja loswerden will.
                          Ich würde probieren, noch mindestens ein fünftes Monatsgehalt (also insgesamt eine Abfindung von 3 Monatsgehältern) rauszuschlagen.

                          Ich denke, die Zeit bis Ende Januar wirst Du auch noch rumbringen.
                          Am Besten, du probierst, in dieser Zeit alle vielleicht noch liegen gebliebenen Arbeiten aufzuarbeiten und alles gut sortiert und aufgeräumt zu hinterlassen. Ansonsten könnte es hilfreich sein, Dir eine LMAA-Haltung ("leck-mich-am-A**-Haltung") zuzulegen und Dir immer wieder, wenn Dir das Arbeiten dort schwerfällt, zu sagen: "Auch das geht vorbei!".

                          Gruß
                          Leo

                          P.S. Der Weihnachtsmarkt war anstrengend, aber auch sehr schön.
                          Nicht die Dinge selbst, sondern nur unsere Vorstellungen über die Dinge machen uns glücklich oder unglücklich.
                          Epiktet (50-13, griech. Philosoph
                          ************************* ************************* **********************
                          Meine Beiträge stellen meine eigene Meinung dar und sind nicht als Rechtsberatung zu verstehen.

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                          • #14
                            Hallo,

                            nun sind einige Wochen Wochen vergangen seit meinem letzten Beitrag und den Antworten darauf. Ich hoffe ihr hattet ein paar schöne Feiertage und seid gut ins neue Jahr gekommen.

                            Was die Arbeit betrifft habe ich es dann doch geschafft mich zusammen zu nehmen und zur Arbeit zu gehen. Mein letzter Arbeitstag im letzten Jahr war der 19.12. und ab Montag ist der Urlaub vorbei.

                            Bisher habe ich keinen Vertragsentwurf zur Auflösung bekommen. Ich hoffe, dass ich den nächste Woche bekomme.
                            Allerdings habe ich jetzt noch die ein oder andere Frage dazu wie ich mich in den letzten Tagen in dieser Firma meinen Kollegen gegenüber verhalte.

                            Mein Chef sagte mir, dass er den Kollegen nichts erzählen wird. Ob ich dem glauben soll, weiß ich nicht. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass die sowieso schon wissen was los ist.

                            Aber diese Woche bekam ich eine E-Mail von einer Kollegin aus unserer Zweigstelle in DD. Sie schien nicht zu wissen, was mir bevor steht. Sie fragte unter anderem, ob ich für ein Projekt noch etwas zu tun hätte. Und wenn ja, wie viel das wäre und wann ich damit fertig werden würde. Ich schrieb ihr zurück, dass ich erst nächste Woche wieder im Büro bin und ihr diese Fragen beantworten könnte.

                            Um diese Frage aber mit gutem Gewissen beantworten zu können, müsste ich meinen Chef fragen, was es noch für mich zu tun gibt. Und da liegt das erste Problem. In den letzten Tagen vor meinem Urlaub ist mir aufgefallen, das mein Chef mich nicht begrüßt. Auch nicht zum Abschied. Das ist etwas, weshalb ich am liebsten gar nicht mehr zur Arbeit gehen möchte.

                            Ich habe auch den Eindruck, dass es so etwas wie einen "secret circle" in diesem Büro gibt. Kurz vor Weihnachten verstehen sich Kollegen prächtig und halten small talk obwohl sie überhaupt nicht viel miteinander zu tun haben und sich auch sonst nicht groß unterhalten. Da ich in meiner unmittelbaren Nähe die Unterhaltung 2er Kollegen mitbekommen habe (beide aus meinem Team) und es in der Unterhaltung um ein Treffen ging, wo scheinbar beide und der Chef anwesend waren und gemeinsam musiziert oder gesungen wurde, nehme ich an, dass es noch eine Weihnachtsfeier gab, von der ich nichts wußte.

                            Aber nun möchte ich auf meine Fragen zurück kommen: Wie verhalte ich mich den Kollegen gegenüber aus DD? Wir sind nicht wirklich in einem Team. Wann sage ich ihnen Bescheid, dass ich das Unternehmen verlasse? Noch habe ich keinen Vertrag vorliegen. Denn wie auch schon Leo bemerkte, hätte ich gerne mindestens 5 Gehälter (2 bei Freistellung, 3 als Abfindung). Das hatte übrigens auch schon der Betriebsrat bei dem Gespräch eingeworfen. Evtl. muss ich da dann nochmal verhandeln, aber der Chef meinte nach Einwurf des Betriebsrats auch schon, dass er das Angebot wieder zurück ziehen kann, wenn ich das Angebot so nicht annehmen mag.

                            Ich möchte ihnen nichts böses, aber am liebsten würde ich dann ab Vertragsunterzeichnung freigestellt sein und zum Abschluss an alle eine Abschiedsemail schicken. Ob ich bei mir im Büro zu jedem Kollegen einzeln gehe, um mich zu verabschieden, weiß ich nicht. Aber ich denke ich werde wie jeden anderen Tag auch einfach gehen und "Tschüss" sagen.
                            Meine Sorge ist nur, dass ich meine Kolleginnen in DD vor den Kopf stoße.

                            Habt ihr einen Rat für mich wie ich mich meinen Arbeitskollegen gegenüber verhalte?

                            Viele Grüße

                            B.

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                            • #15
                              Also die Kollegin möchte quasie wisse, ob du ihr in ihren Projekt helfen kannst oder wieso fragt sie was du in deinem Projekt noch zu tun hast?

                              Dann würde ich ihr mitteilen, dass sie sich bezgl. Einteilung und Arbeitsverteilung der Projekte an den Vorgesetzten wenden soll.

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