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Alt 03.09.2011, 11:46
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Standard Behinderung der Wahl für Wahlvorstand

Hallo zusammen,

am Montag ist bei uns in der Firma die Wahl in dem der Wahlvorstand gewählt werden soll.
Unsere Geschäftsleitung war von Anfang an gegen einen Betriebsrat.
In den letzten Tagen war es jetzt so weit das sie nach einer Alternative suchen. Ihre Idee ist jetzt einen Beirat bilden zu wollen.
Die Geschäftsleitung und die Teamleiter verbreiten seit dem was für eine schlechte starre Sache doch ein Betriebsrat sei. Sie versuchen mit Flugblättern, Emails und Team- und Einzelmeetings die Mitarbeiter die Nachteile eines Betriebsrates aufzuführen und die Vorteile eines Beirates.
Des weiteren will die Geschäftsleitung jetzt jeden zur Wahl schicken und lockt damit das auch die Leute die nicht zu diesem Zeitpunkt arbeiten mit einem Kostenersatz und Fahrtgeld wenn sie zur Wahl kommen.
Wir haben jetzt die Befürchtung das wir dadurch Probleme bekommen werden mit der "absoluten Mehrheit".
Ab wann kann man von einer Wahlbehinderung sprechen?

Anbei mal ein kleiner Auszug der Email bzw der Informationsblätter der Geschäftleitung mit seltsamen Argumenten und auch eine komische Vorstellung was ein Betriebsrat für Themen haben soll:

Nachteile Betriebsrat:
Keine Mehrheitsentscheidung aller Mitarbeiter
Möglicherweise nicht jedes Team vertreten
Möglicherweise Beeinflussung von außen (ver.di)
Bürokratisierung
starres Konstrukt – weniger Freiheiten, fehlende Flexibilität
Einmal Betriebsrat, immer Betriebsrat. Kann nur sehr schwer rückgängig gemacht werden
Gewähltes Gremium: bis zu 4 Jahre im Amt – Neuwahlen sind fast nicht möglich
Abhängig von Einstellung/Vorgehensweise sind verhärtete Fronten zwischen Geschäftsführung und Betriebsrat möglich
Folgen: keine harmonische Zusammenarbeit/Kommunikation
Themen wie Haustiere, Musik bei der Arbeit, Skype, Alkohol, Pausenregelungen… können vom Betriebsrat angegangen werden. Eine Regelung muss gefunden werden. Alle anderen Mitarbeiter, die nicht im Betriebsrat sind, haben auf diese Entscheidungen keinen Einfluss.



Ergänzung:

Kündigungsschutz für BR-Kandidaten würde auch ohne Wahl äquivalent gelten
Tarifrecht (Lohnverhandlung, Urlaubstage) ist völlig losgelöst von Betriebsrat, hier hat er keinen Einfluss

Alternativvorschlag:

Mitarbeiterbeirat als Interessenvertretung aller Mitarbeiter
Fakten:
Pro Team eine Vertretung
Regelmäßige Treffen von jedem Team mit jeweiligem Vertreter: sofern nicht anders gefordert 1x pro Monat, bei Bedarf häufiger
Rechte (werden schriftlich festgehalten und von der Geschäftsführung unterzeichnet):
auf Informationen
auf Mitbestimmung
auf Anhörung

Gestaltungsräume z.B. (werden gemeinsam detaillierter festgelegt):

Mitbestimmung bei Arbeitszeitenänderungen
Mitgestaltung bei Prozessänderungen
Mitbestimmung bei Bürogestaltung

Vorteile:

Basisdemokratisch, Willensbildung und Mitbestimmung jedes Mitarbeiters – wir geben uns unsere eigenen Regeln, nicht externe Vorgaben
Regelmäßige Treffen des ganzen Teams unter Leitung der Vertrauensperson
Ideen und Belange aller Mitarbeiter werden berücksichtigt, jeder kann Initiativen starten
Vertrauensperson muss sich immer neu rechtfertigen und regelmäßig legitimieren
Kooperative Lösung zwischen Beirat und Geschäftsführung, dadurch
mehr Möglichkeiten zur Mitgestaltung:

Haustiere

Private PC-Nutzung in Pausen/Leerlauf
Private Internetnutzung in Pausen/Leerlauf (Facebook, Skype)
Musikhören (Kopfhörer od. Lautsprecher)
Alkohol auf dem Betriebsgelände
Flexiblere Pausen, kein Stress bei Verspätungen
Gestaltung der Team-Events + Budget 25€ p.P.




Schöne Grüße
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