Hallo Forumsgemeinde!
Hilfesuchend versuche ich einmal hier, Licht ins Dunkel zu bringen; mit Eurer Hilfe?
Meine Situation – ist leider viel Text, entschuldigt bitte - :
Seit 97 arbeite ich bei ein und demselben Arbeitgeber; eine kleine Anwaltskanzlei. Gerade in den letzten 5 Jahren hatte ich "Führungsverantwortun g" für alle Mitarbeiter im Anwalts-bereich, habe die Ausbildungsleitung und das Sekretariat für den Junior-Chef, dessen Vater die Kanzlei vor einigen Jahrzenten aufgebaut hat, mit allem Pipapo eigenverant-wortlich (inkl. Korrespondenz und den Formularservice für Mandanten) betraut. Hab außerdem als "Sachbearbeiterin für Zwangsvollstreckung" den kompletten Inkassobereich eigen-ständig bearbeitet, war für die gesamte EDV (Hard-, Soft- ware u. Datenpflege), Materialbeschaffung verantwortlich, neben vielen organisatorischen Aufgaben und Service. Saß deshalb oft nach "Dienstschluss" noch für die Auszubildenden oder hatte mit der EDV zu kämpfen. Bis Antritt Mutterschutz hatte ich regelmäßig 15-Std.-Arbeitstage ohne Finanzaus- gleich, dafür ab und an mal frei machen, in Urlaubs- und Krankheitszeiten saß ich sogar Wochenende. Von der Schwangerschaft war mein Chef alles andere als begeistet; fand es „unpassend“... Kurz vor Antritt des Mutterschutzes und der Elternzeit hatte ich das Gefühl, dass ich wohl eher nicht wiederkommen brauch... die Glückwunschkarte der Kollegen wurde mit "gez." unterschrieben

Ich habe nach der Entbindung um ein Zwischenzeugnis und die Erlaubnis für eine anderweitige Teilzeitbeschäftigung gebeten, was ich beides prompt auf dem Postwege bekam. Über eine Kollegin erfuhr ich, dass man umzieht und mit einem weiteren Anwalt fusioniert. Für mich ist eine neue Vollzeitkraft eingestellt worden, vom neuen Sozius kam das Personal ja auch noch. Im zweiten Elternzeitjahr wollte ich Teilzeit wiederkommen, was mein Chef aber "organisatorischen Gründen" ablehnte. Inzwischen bin ich alleinerziehend, lebe nach Elterngeldbe- zugsende von ALGII. In 6 Monaten ist das 2. Jahr Elternzeit zu Ende. Ich habe meinen Chef zum Gespräch gebeten, um meine Rückkehr abzustimmen. Im Umfang wie vor meinem Kind kann ich auf keinen Fall mehr tätig sein. Ich habe einen 45 Std-KiTa-Platz für meinen Sohn und danach keine Betreuungsmöglichkeiten. Der Vater meines Sohnes (16 Monate!) ist in ein anderes Bundesland verzogen. Hier habe ich niemanden weiter. Mein Chef meldet sich nicht, ist auch weiterhin zu keinerlei Kompromissen bereit. In einem Gespräch wg. der Teilzeitabsicht wurde mir lapidar gesagt, es sei gar kein Platz mehr für mich, man wisse nicht, wohin man mich setzen solle und anfallende Arbeiten sind so verteilt, dass jeder gut damit zurecht kommt (keine Mehrarbeit mehr!) Ich könne allenfalls "Feuerwehr" spielen und von zu Hause aus an den kanzleieigenen Vorlagen weiterbasteln und das von mir erarbeitete Kanzleihandbuch pflegen, das während meiner Elternzeit etwas stiefmütterlich behandelt wurde. Bei mir kommen tausende Fragen auf, von denen ich jetzt die wichtigsten aus Platzgründen im Folgenden als Antwort stelle: