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Hallo zusammen,
wir sind ziemlich verzweifelt und hoffen hier Hilfe oder zumindest einige Tipps zu bekommen. Danke schon mal im Voraus! Meine Frau arbeitet seit ca. 15 Jahren in einem großen deutschen Konzern/Stiftung. In den letzten Jahren war meine Frau vermehrt und länger krank: immer über 6 Wochen pro Jahr, jedoch immer aufgrund anderer Ursachen (sie hatte gesundheitlich einfach Pech: Missglückte OP, Sportunfall, schlimme Viruserkrankung, etc.). Daher musste meine Frau schon einmal zum betrieblichen Eingliederungsgespräch, welches wohl zwischenzeitlich sogar vom Gesetzgeber vorgeschrieben wird. In diesem Gespräch nötigte man meine Frau unter massivem Druck (trotz Anwesenheit von Betriebsarzt und Betriebsrat), ihre einzelnen Krankheitsursachen darzustellen. Eine Hilfe hat man im Rahmen dieses Gesprächs aber nicht angeboten, sondern meiner Frau nur mit personellen Konsequenzen gedroht, falls sie ihre Krankzeiten nicht in den Griff bekommt. In der Folgezeit ist meine Frau aufgrund einer Wirbelsäulenerkrankung wieder ausgefallen. Prompt wurde sie wieder zu einem solchen Eingliederungsgespräch eingeladen, an welchem die Teilnahme übrigens laut offizieller Einladung "rein freiwillig" ist. Da im ersten Gespräch meine Frau bereits psychisch wirklich auf unterstem Niveau fertig gemacht wurde, lehnte sie dieses Gespräch ab. Postwendend kam per Einschreiben eine Ladung zu einem Termin in der Personalabteilung (noch während ihrer AU). Diesen Termin hat meine Frau wohl oder übel wahrnehmen müssen und wurde wieder psychisch rund gemacht. Die Personaler sagten, dass eine Kündigung vor jedem Gericht problemlos Bestand haben würde, auch wenn man aufgrund der unterschiedlichen Erkrankungsursachen nicht direkt eine "negative Gesundheitsprognose" ableiten könnte, aber die Fehlzeiten der vergangenen Jahre dies vermuten lassen. Man hat ihr nach 15 Jahren Firmenzugehörigkeit einen Aufhebungsvertrag angeboten - ohne irgendeine Abfindung. Man hat ihr lediglich zugesagt, dass sie als Gegenleistung für ihre Unterzeichnung ein "überdurchschnittlich gutes Zeugnis" erhalten würde - sonst nichts. Man hat ihr Bedenkzeit bis Ende Juli eingeräumt. Gedroht wurde, falls sie nicht unterschreibt, dass dann seitens Arbeitgeber die Kündigung ausgesprochen wird und sie ein "ihren Fehlzeiten entsprechendes Zeugnis" erhalten würde. Vor diesem Hintergrund frage ich mich nebenbei, welchen Wert Arbeitszeugnisse eigentlich noch haben? Die sind doch das Papier nicht wert... Parallel hierzu wird meine Frau seit einem Jahr von ihren Führungskräften permanent gemobbt und man versucht mit allen Mitteln, ihr den Arbeitsalltag so unangenehm wie möglich zu machen: im Rahmen eines Umzugs hat sie als einzigste Mitarbeiterin mit der Begründung von "Raumproblemen" einen Azubi-Arbeitsplatz mit Minidesk erhalten. Die ihr zur Verfügung stehende Assistenz wurde mit der Begründung "Überlastung" abgezogen, während ihrer AU-Zeit wurde sie täglich mit mehreren eigentlich sinnlosen Anrufen von ihrer Führungskraft bombardiert, etc. Die Liste könnte man endlos fortführen... Ich hatte meiner Frau empfohlen, den Betriebsrat einzubeziehen. Hat sie auch versucht, dieser hat jedoch ein "ungewohnt" gutes Verhältnis zum Arbeitgeber und hat sich sofort zurückgezogen. Jetzt ist die gute Frage: was kann man machen??? Wir haben leider keine Rechtschutzversicherung und kein Geld, um uns auf eine wahrscheinlich endlose gerichtliche Auseinandersetzung mit einem Konzern einzulassen. Und was für Beweise hätten wir auf der Hand? In der Personalabteilung wird alles immer nur "mündlich" gemacht (ich dachte mir schon, ob es was bringt, wenn meine Frau mal ein solches Gespräch mit ihrem Handy heimlich mitschneidet?). Der Betriebsrat ist ebenfalls keine Hilfe. Und was das Mobbing betrifft, so würden dem Arbeitgeber vor Gericht bestimmt zahlreiche "logische" Erklärungen einfallen, warum was wie gemacht wurde und daher gar kein Mobbing ist... Wären wir jünger, dann hätte meine Frau diesem "nach aussen so sozialem" Konzern schon lange den Rücken gekehrt und sich etwas besseres gesucht, aber leider sind wir in einem Alter, wo es schwer ist, etwas angemessenes, neues zu finden. Soll meine Frau den Aufhebungsvertrag für ein "lumpiges" gutes Zeugnis unterschreiben? Soll sie sich kündigen lassen? Sollen wir dann vor Gericht ziehen und hätten wir überhaupt irgendwelche Erfolgsaussichten? Welchen Weg muss man gehen? Irgendwie habe ich das Gefühl, dass man als Arbeitnehmer immer auf der Verliererseite steht. Wir würden uns sehr freuen, hier ein paar kompetente Meinungen lesen zu dürfen. Herzlichen Dank! |
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| krankheit, kündigung, mobbing |
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