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Hallo,
Ich bin seit ca. 4 Jahren in einem kleinen Unternehmen (~20 Vollzeitstellen) im Vertrieb beschäftigt und betreue dort seit runden 3 Jahren einen großen Teil der Key Accounts. Auf Grund unseres Vertriebscontrollings erhalte ich umfassen Einblick in die Ertragslage unseres Unternehmens und weiß daher das der Betrieb hochgradig profitabel ist. Obwohl die wirtschaftliche Situation im Grunde stetig besser wird, werden die Anforderungen an die einzelnen Mitarbeiter immer weiter hochgeschraubt. Zur Verdeutlichung. Im Moment haben wir ein Provisionierungsmodell, welches ab erreichen eines Zielumsatzes einen festen Bonus vorsieht. Im Schnitt der letzten 12 Monate wurde dieses Ziel von mir z.B. immer erreicht und im Mittel um fast 50% übertroffen. Dieses System sollte nur ein Zwischenschritt zu einem komplexeren System werden, welches stärker auf den individuellen Umsatz zielt. Das alte System war etwas lukrativer, es gab allerdings eine gemeinsame Umsatzschwelle und im Erfolgsfall für alle die gleiche Prämie. Dieses System wurde uns nun in der letzten Woche offiziell vorgestellt und es ist aus Sicht der Vertriebler ein klarer Rückschritt. Ich müsste z.B. um weiter mein bisheriges Gehalt zu erreichen knappe 20% mehr Umsatz schreiben, also 193% meines bisherigen Solls! Der Unmut ist groß und scheint nun in einem guten Teil der Belegschaft das Fass zum überlaufen zu bringen. Nicht nur das die, steigende, Arbeitslast in den letzten 18 Monaten auf immer weniger Schultern verteilt wurde, gute Mitarbeiter auch nach Jahren keine Chance auf Gehaltserhöhungen haben, der Chef Kollegen scheinbar nach Zufallsprinzip anschnauzt und bestimmte Mitarbeiter eine quasi Unantastbarkeit genießen, selbst wenn teure Fehler nachweislich bei Ihnen lagen, auch insgesamt scheint der Gefü das Interesse abhanden gekommen zu sein, der Chef ist praktisch unser einziger Teilzeitmitarbeiter und zunehmend schlecht über Vorgänge in seinem Unternehmen informiert. In der Belegschaft ist es mehr oder weniger ein offenes Geheimniss, das etliche Kollegen nach neuen Wirkungskreisen Ausschau halten, dies auf Grund des speziellen Geschäftsfeldes und Ortsgebundenheit (familie) nicht ganz so trivial ist. Da wir alle in unserer Branche glücklich sind entstand nun zwischen einigen Leistungsträgern die Idee zusammen zu legen, zu kündigen und eine eigene Firma in diesem Geschäftsfeld zu gründen. In unseren Arbeitsverträgen findet sich keine Konkurrenzverbot u.*., lediglich zwei Passagen sind dort "auffällig": Über ihm anvertraute oder bekannt gewordene Geschäftsvorgänge, sowohl während der Dauer das Arbeitsverhältnisses als auch nach dessen Beendigung, hat er Dritten gegenüber Stillschweigen zu bewahren und darf sie auch persönlich nicht auf unlautere Art verwenden. Solche Geschäftsvorgänge sind die in dem Warenwirtschaftssystem des Arbeitgebers gespeicert Bezugsquellen, Einkaufspreise, interne Abläufe sowie das Know-how über Konfiguration, ferner sämtliche in der Firmendatenbank des Arbeitgebers gespeicherte Kundendaten. weiter: Verstößt der Arbeitnehmer gegen die (oben)... gennante Verschwiegenheitspflicht, hat er dem Arbeitgeber eine Vertragsstrafe in Höhe von 5.000,00 € zu zahlen. Der Arbeitgeber kann einen darüber hinaus gehenden Schaden geltend machen. Meinem Auge fällt da jetzt nichts auf was mir nicht auch schon gesunde Menschenverstand sagt, sprich, das wir nicht die Kundendatenbank ausdrucken und mitnehmen können. Aber wo sind üblicherweise die Grenzen bei so unspezifischen Verträgen? Mit freundlichen Grüßen Stephan |
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