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Alt 23.07.2009, 16:55
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Standard Minijob: Arbeitgeber will Urlaubs- und Weihnachtsgeld nicht zahlen

Hallo allerseits,

im folgenden möchte ich euch von meinem Problem berichten. Seit gut 3 Jahren bin ich als Aushilfe auf 400 Euro Basis bei einem großen Unternehmen beschäftigt. Meine Arbeit macht mir Spaß, und bisher war ich rundum zufrieden. Vor einigen Monaten nun entschloss sich die Geschäftsführung den Betrieb, in dem ich arbeitete von heute auf morgen zu schließen, obwohl der Laden so gut lief wie nie zuvor. An die 50 Aushilfen waren plötzlich ohne Arbeit. Zu dem Zeitpunkt überlegte ich bereits, mich an den Betriebsrat zu wenden, unterließ es jedoch, weil ich als einer der wenigen in einem anderen Betrieb des Unternehmens unterkam.
Soweit so gut... Neulich teilte mir nun meine Betriebsleitung mit, dass alle Aushilfen 2 Monate im Jahr pausieren müssen. Eine Begründung dafür wurde nicht mitgeliefert. Aus Neugier und um Näheres zu erfahren rief ich die Personalabteilung an. Die erste Dame sagte mir, dass sie mir über den Sachverhalt keine Auskunft geben darf. Komisch, dachte ich, sie verband mich aber mit ihrer Vorgesetzten. Diese jedoch gab mir auch keine Begründung, stattdessen reagierte sie agressiv und völlig überzogen, ob ich denn noch nicht mitgekriegt hätte, dass die wirtschaftliche Lage angespannt wäre und es nicht klar wäre, dass nicht mehr soviel Arbeitskraft benötigt werde. Völliger Quatsch! Durch Zufall erfuhr ich nämlich, dass man auf diese Weise (2 Monate Pause und Abmelden der Aushilfen) versucht, Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld nicht leisten zu müssen. Diese Zahlungen erhalten nämlich alle Mitarbeiter, nur die Aushilfen bisher nicht. Soviel zum AGG... Je mehr ich mich über das Thema informierte, desto verärgerter wurde ich. Woher soll eine Aushilfe überhaupt wissen, dass Festangestellte diese Leistungen beziehen? Es scheint, als ob hier versucht wird den Mitarbeiter so dumm wie möglich zu halten. Eigene Arbeitsverträge nämlich hat noch keiner von ihnen gesehen. Stattdessen lässt der Arbeitgeber Fragebögen bei Eintritt ausfüllen ohne auch nur eine Hinweis darauf, dass die Aushilfstätigkeit einem bestimmten Tarifvertrag unterliegt, in dem alle Einzelheiten geregelt sind. Ich habe gute Kontakte zu einigen Betriebsleiter dieser Firma und habe auch mit Ihnen über dieses Thema gesprochen, aber gegen dieses Verhalten möchte aus Angst verständlicherweise keiner angehen. Leider ist mein reges Interesse für dieses Thema auch schon in die Personalabteilung vorgedrungen und mir wurde indirekt mit der Kündigung gedroht, falls ich mich nicht zurückhalte.
Ich mag meinen Job wirklich und mir wären die paar Euro zusätzlich egal, aber die Art und Weise wie hier mit Mitarbeitern umgegangen wird, macht mich wütend. Meine Fragen nun: Kann man Aushilfen einfach 2 Monate abmelden und danach ganz normal weiterbeschäftigen ohne diese zu kündigen? Wie kann ich weiter vorgehen ohne Angst um meinen Job haben zu müssen? Ich befürchte, wenn ich den Betriebsrat einschalte, dass die direkt ein großes Fass aufmachen und auf Konfrontationskurs gehen. Ähnliches gilt für die Gewerkschaft. Ich habe Angst, dass das daraus resultierende Chaos auf mich zurückfällt und ich meinem Job adé sagen kann. Ich habe überlegt in die Gewerkschaft einzutreten, damit diese im Fall der Fälle schützend hinter mir steht. Über Kommentare wäre ich sehr dankbar....
Gruß
SF
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Stichworte
arbeitsvertrag, minijob, tarifvertrag, urlaubsgeld, weihnachtsgeld

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