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Alt 05.05.2009, 09:52
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Standard komplizierte Vertriebsvergütung benachteiligt AN

Hallo Forum :-)

Ich arbeite als Vertreter und habe ein Gebiet mit 1.000 Kunden / Interessenten. Es gibt mehrere Vertriebswege: mich als Vertreter, ein Callcenter, Shops und einen Onlineshop. Ich habe allerdings für genannte 1.000 Kunden Gebietsschutz, d.h. alle Umsätze kommen mir zugute, alle von anderen Vertriebswegen getätigten Handlungen beeinflussen meine Kennzahlen.

Das Vergütungssystem ist sehr komplex: es gibt ein Zielgehalt, das zu 50% Fixum ist. Die anderen 50% teilen sich auf ein eine Umsatzabhängige Komponente (monatliche Abrechnung) und ein Strategisches Ziel (Abrechnung trimesterweise).

Das strategische Ziel beruht auf einem Zielkatalog, der Bestandteil der Betriebsvereinbarung zur Vergütung ist. Dieser Zielkatalog umfasst ca. 20 "Individualziele", von denen einige bei genauerer Betrachtung gar nicht durch mich allein gesteuert werden können, sondern die anderen Vertriebswege auch Einfluß darauf haben.

Als Beispiel: Wir vertreiben Anlagegüter, die wir verkaufen oder verleasen. Das Unternehmen möchte möglichst viele neue Leasing-Rahmenverträge und einen Leasinganteil von 50% aller veräußerten Geräte.
Als Ziel für das letzte Trimester hatte ich jetzt folgendes zu erbringen: 10 neue Rahmenverträge und besagte 50% Leasinganteil.
Ich selbst habe 60 Geräte veräußert, 30 davon im Leasing, außerdem habe ich die geforderten 10 neuen Verträge geschlossen. Im selben Zeitraum haben meine Kunden über die anderen Vertriebswege auch nochmal 60 Geräte erworben, allerdings keins davon geleast. Das hängt in erster Linie von der Beratung der Kollegen am Telefon oder im Shop ab: wenn dort nicht die richtigen Signale gesetzt werden - ob bewußt oder unbewußt - tendieren die Kunden eben eher zum Kauf.
In Summe wurden also 120 Geräte verkauft, davon 30 im Leasing = 25% Anteil = Ziel verfehlt = keine bzw. nur minimale Auszahlung für mich.

Das Problem an der Sache: ICH habe das Ziel erfüllt (30 von 60 Geräten im Leasing = 50%), aber es zählt auch das Ergebnis meiner Kollegen aus den anderen Vertriebswegen für MEINE Vergütung!
Wenn mir da jemand nicht wohl gesonnen wäre könnte er mir bewußt Schaden zufügen, aber auch das unbewußte Handeln Dritter beeinflußt letztendlich mein Einkommen in erheblichem Umfang.

Für mich war es - als Neuling in Unternehmen und Branche - schwierig die Konsequenzen dieser Vereinbarung zu überblicken, also habe ich diesem Ziel am Anfang des Jahres zugestimmt. Letztendlich liegt die Auswahl des Ziels in der Hand meines Vorgesetzten, trotzdem will ich das so eigentlich nicht hinnehmen.

Mich würde mal die Einschätzung von euch / Ihnen interessieren: ist eine solche Konstellation grundsätzlich rechtmäßig? Wenn nicht: habe ich überhaupt eine reelle Chance dagegen vorzugehen, ohne letztendlich meinen Job zu riskieren?

Demnächst steht die "Verhandlung" des Ziels für das II. Trimester an. Ich fürchte, dass ich das selbe oder ein ähnliches Ziel bekommen werde. Ich habe darüber nachgedacht diesem dann nicht zuzustimmen, fürchte dann aber sehr starken Druck seitens meines Vorgesetzten bzw. der Geschäftsführung.

Ich bin für Meinungen / Einschätzungen und Tipps dankbar!
Grüße
_Jannek_
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vergütung, vertrieb

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