Aus den Zeitschriften

Arbeitsrecht im Betrieb: Weihnachtsgeld - Mehr als nur ein Geschenk

Der Begriff »Weihnachtsgeld« verleitet zu der Annahme, es handele sich bei der Zahlung, die viele Arbeitnehmer zum Jahresende erhalten, um eine freiwillige Gabe des Arbeitgebers. Das stimmt aber nur selten, meist besteht ein rechtlicher Anspruch auf die Leistung!

Das Weihnachtsgeld stellt rechtlich eine Zusatzleistung des Arbeitgebers zum monatlichen Gehalt im November, Dezember oder Januar dar. In der Regel erfolgt die Zahlung aufgrund von Regelungen im Tarifvertrag, Arbeitsvertrag oder einer Betriebsvereinbarung. Sie ist also regulärer Bestandteil des Lohns und voll steuer- und sozialabgabenpflichtig. Der Arbeitgeber kann sich von der Pflicht zur Zahlung nur lösen, wenn auch der Tarif- oder Arbeitsvertrag geändert oder gekündigt wird. Auch bei einem Weihnachtsgeld, das der Arbeitgeber über mehrere Jahre freiwillig zahlt, kann aufgrund betrieblicher Übung ein echter Anspruch der Arbeitnehmer entstehen, den der Arbeitgeber nicht ohne weiteres einseitig beenden kann.

Mehr über den Anspruch auf Weihnachtsgeld und die aktuelle Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts (BAG) zur betrieblichen Übung lesen Sie im Beitrag »Wichtiges zum Weihnachtsgeld« von Rechtsanwalt Jason Schomaker in der AiB 10/2010, S. 567-570.

Mehr über "Arbeitsrecht im Betrieb" erfahren: www.aib-verlag.de

Gratis Test-Abo anfordern

© arbeitsrecht.de - (ck)

Artikel drucken
  • Xing

Ähnliche Artikel aus Aus den Zeitschriften

Arbeitsrecht im Betrieb: Anspruch auf Weihnachtsgeld

22.11.2011 | Obwohl der Name dies vermuten lässt, ist das Weihnachtsgeld nur selten ein »Geschenk« des Arbeitgebers. Ob der Arbeitgeber jedes Jahr Weihnachtsgeld zahlt, hängt von den jeweils gültigen Gesetzen und Verträgen ab. Der Anspruch kann auch aus einer betrieblichen Übung folgen.  [mehr]

Ähnliche Artikel aus den anderen Rubriken:

Rechtsprechung

Ansprüche neuer Arbeitnehmer aus betrieblicher Übung

20.04.2011 | Ein Anspruch aus betrieblicher Übung kommt grundsätzlich auch den Mitarbeitern zugute, deren Arbeitsverhältnis erst während des Bestehens einer betrieblichen Übung beginnt. Dies gilt nicht, wenn der Arbeitgeber bei einer Neueinstellung auf einen Freiwilligkeitsvorbehalt hinweist.  [mehr]

Weihnachtsgeld trotz Kündigung?Es kommt auf den Zweck der Sonderzahlung an

19.01.2012 | Der Anspruch auf eine Weihnachtsgratifikation kann vom ungekündigten Bestehen des Arbeitsverhältnisses zum Auszahlungszeitpunkt abhängig gemacht werden. Voraussetzung ist, dass nicht die Vergütung von Arbeitsleistungen bezweckt wird.  [mehr]

Arbeit & Politik

Weihnachtsgeld ist ungleich verteilt

03.11.2011 | Mehr als die Hälfte der Beschäftigten in Deutschland kann sich über Weihnachtsgeld freuen. Wer nach Tarifvertrag bezahlt wird, hat größere Chancen auf das vorgezogene Weihnachtsgeschenk. Frauen sind dagegen benachteiligt.  [mehr]

Vorzeitiges Weihnachtsgeschenk: Ungekürzte Sonderzahlung für Bundesbeamte

05.10.2011 | Die Bundestagsfraktionen von CDU/CSU und FDP beabsichtigen, die Kürzung des Weihnachtsgeldes für Bundesbeamte rückgängig zu machen. Der finanzielle Einschnitt war als befristete Sparmaßnahme gedacht.  [mehr]

Weihnachtsgeld 2004 - Ja oder Nein? (24/2004)

17.11.2004 | Viele Arbeitgeber werden regelmäßig versuchen, zusätzliche Zahlungen, wie Weihnachtsgeld und Gratifikationen, neu zu verhandeln. Arbeitnehmer sollten daher überprüfen, was ihnen nach Betriebsvereinbarungen oder tarifvertraglichen Regelungen zusteht.  [mehr]

Wenn der Weihnachtsmann kein Geld bringt! (25/2003)

18.12.2003 | Eine gesetzliche Verpflichtung zur Leistung von Sondervergütungen - sprich konkret: Weihnachtsgeld - besteht nicht. Ein Anspruch kann aber auf Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung, Arbeitsvertrag, Gesamtzusage und nicht zuletzt auf betrieblicher Übung beruhen.  [mehr]